News

Statement

Disturbed-Frontmann kritisiert Grammys wegen Schweigen zu Iran-Protesten

David Draiman: "Ich war enttäuscht, dass sich keine einzige Person zum Massaker im Iran geäußert hat."

VON AM 04/02/2026

David Draiman, Sänger von Disturbed, hat sich nach der 68. Grammy-Verleihung am 01. Februar 2026 kritisch zu Wort gemeldet: Der Frontmann wirft den Anwesenden vor, die Proteste im Iran komplett ignoriert zu haben. In einem Instagram-Video äußerte sich Draiman frustriert über das Schweigen der Musikbranche zu den Vorgängen im Iran.

Draiman fordert Solidarität mit iranischen Protestierenden

„Ich war enttäuscht, gelinde gesagt, nachdem ich die Grammy Awards gestern Abend gesehen habe“, beginnt Draiman sein Statement. Er kritisiert, dass trotz zahlreicher Reden und Auftritte kein einziger Artist die Situation im Iran angesprochen habe, obwohl dort seit Monaten tausende Menschen bei Protesten gegen das Regime und in Folge von Gewalt durch Staatsorgane getötet worden seien.

„Zehntausende unschuldige Menschen wurden niedergemetzelt, nach ihren Protesten in Krankenhausbetten erschossen, gnadenlos gejagt und unterdrückt“, so Draiman in seinem Video. Er stellt die Frage, warum die Musikindustrie, die sich sonst gerne für Menschenrechte und Freiheit ausspreche, in diesem Fall schweige.

Sein ganzes Statement lautete:

“Good morning, everyone.

I was disappointed, to say the least, after watching the GRAMMY Awards last night — and there were many great moments and many great performances.

I was disappointed that not a single person decided to say anything about what’s happening in Iran, about the Iran massacre. About the fact that tens of thousands of innocent people have been slaughtered, shot after their protests in hospital beds, hunted down, mercilessly, repressed.

You are supposed to be against repression. You are supposed to be for freedom. You are supposed to be for human rights, right? Well, the Iranian people deserve your compassion. They deserve your concern. They deserve your focus, and you gave them none of it, and it’s embarrassing for all of you. I’m not arguing against your respective causes, I’m not even voicing my opinion on them. Everyone’s entitled to a voice. Everyone’s entitled to an opinion. But why? Why wasn’t there a single voice on behalf of the Iranian people? Well, they wouldn’t speak for you. I will.

Women, life, freedom, free Iran.”

Hintergrund zu den Iran-Protesten

Im Iran haben sich die Proteste in den letzten Monaten verschärft. Die Bevölkerung wehrt sich gegen die Regierung der Islamischen Republik, ihre Politik und dem zunehmenden wirtschaftlichen Druck. Die Regierung reagierte mit massiver Gewalt: Berichte sprechen von Crackdowns mit Internet-Blockaden, Vertuschungen, Einsatz scharfer Monition gegen Demonstrierende, Maßnahmen gegen Medien und Massenverhaftungen.

Die Todeszahlen sind stark umstritten: Die in den USA ansässige Nichtregierungsorganisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) dokumentierte bis zum 01. Februar 2026 mindestens 6.425 getötete Demonstrierende, die iranische Regierung spricht von deutlich weniger Toten.

Draiman und der Kontext seines Grammy-Statements

Der Disturbed-Frontmann nutzt seine Reichweite seit Jahren für Stellungnahmen zu geopolitischen Themen und gilt entsprechend als kontroverse Figur im Musikbusiness. Zuletzt geriet er vor allem wegen seiner vehementen Unterstützung Israels im Gaza-Krieg in die Kritik. Für besonders viel Gegenwind sorgte ein Foto, das Draiman 2024 beim Signieren einer Artilleriegranate mit der Aufschrift „Fuck Hamas“ zeigt.

Hier könnt ihr das Statement im Original sehen:

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von David Draiman (@davidmdraiman)

Foto: Disturbed / YouTube: „Hold on to Memories [Official Live Video]“

More

Feature

Comastatic

Wer von Comastatic noch nichts gehört hat, sollte das schnell nachholen. Mit ihrem vielseitigen Sound gehört die zweiköpfige Band aus …