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Das Lumpenpack: „Man kann Leuten auch ganz nett sagen, dass sie sich verpissen sollen“
Max und Jonas im Interview zum neuen Album!
VON
Anna Seikel
AM 01/04/2026
Geschätzte Lesezeit:
- Minuten
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„Bevor der Mut dich verlässt“ – so heißt die neue Platte von Das Lumpenpack, die am 17. April 2026 erscheint. Über 10 Jahre hat sich die Gruppe, die um Jonas Frömming und Maximilian Kennel herum gewachsen ist, einen Namen gemacht, dabei neben ihrer Musik auch für ihre Werte. Verpackt waren ihre Messages schon immer mit viel Humor und einer guten Prise Wut. Für die gibt es momentan genug Gründe.
Da stellt sich die Frage, ob sich es für eine Band wie das Lumpenpack in solchen Zeiten nicht eigentlich leichter wäre, über Wut an Stelle von Mut zu schreiben. Wir haben uns mit den beiden zusammengesetzt, um über genau das und ihre neue Platte zu sprechen.
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„Aus dem Trotz heraus optimistischer“
Dass es ein Album über Mut – oder den Moment davor – wird, war im Songwriting-Prozess dabei gar nicht von Anfang an klar. Max erzählt, wie die beiden in Berlin durch die Straßen gelaufen sind und ihnen die Idee kam, einen Song zu schreiben „über diesen Moment, bevor der Mut dich verlässt. Und dann stand diese Zeile irgendwie über allem. Während wir das Album geschrieben haben, haben wir gar nicht gemerkt, wie viele Songs eigentlich in diesen Kontext passen. Uns fiel im Nachhinein auf, krass, so viele haben mit Mut“. Es sei total schön, wenn sich die Dinge derart fügen.
Die neue Platte zu schreiben, sei den beiden recht leichtgefallen. Ob das auch an den aktuellen komplizierten Zeiten liegt, ist aber schwer zu sagen. „Man schaut sich um und fragt sich, kriegen wir das überhaupt noch hin? Und dann setzt aber ein bisschen eine Trotzphase ein, in der man sagt: ‚Nee, Leute, das geht nicht'“, denkt Jonas. „Und ich glaube, genau aus diesem Trotz heraus ist das Album jetzt auch wieder deutlich optimistischer, bisschen weniger wütend. Zumindest ist die Wut wieder ’n bisschen flapsiger geworden.“ Auf die Frage hin, was diese flapsige Wut ist, teilt Jonas, dass es für ihn ein Schritt aus der Emotion heraus ist, um so die Oberhand wiederzugewinnen. Max bringt es derweil so auf dem Punkt: „Man kann Leuten auch ganz nett sagen, dass sie sich verpissen sollen.“
„Sportfreunde Stiller, Kulturgut jetzt!“
Genau der Zeitpunkt, bevor der Mut einen verlässt, ist für Jonas ein besonderer. „Dieses Gefühl, das ist ja leider viel zu rar, diese überschüssige Energie, die man hat, wo man dann wirklich sagt: ‚Heute mache ich das, wofür ich sonst weder Kraft noch Mut hab‘ und traut sich das dann einfach“. Sich zu trauen, haben die beiden geschafft und die erste Single des Albums zu einer legendären Kollaboration des deutschsprachigen Musikraums gemacht: „Wand“ mit den Sportfreunden Stiller. „Bevor der Mut uns verlassen hat, haben wir die Sportfreunde gefragt, ob sie ’n Song mit uns machen und sie haben sich den angehört“, beschreibt Jonas. „Wir haben gefragt, sie haben ja gesagt!“
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Und während andere predigen, niemals deinen Helden zu treffen, scheint Das Lumpenpack nicht enttäuscht worden zu sein. „Das sind einfach die süßesten Menschen der Erde“, schwärmt Jonas. „Ich wünsche allen Menschen, dass sie die Sportfreunde auf einer persönlicheren Ebene kennenlernen, weil dann checkt man alles, was sie schreiben und machen so viel krasser. Sportfreunde Stiller, Kulturgut jetzt!“ Wenn es nicht die Sportfreunde sind, gibt es übrigens einen sehr konkrekten Collab-Wunsch: „Irgendwann Billy Joe Armstrong dazu zu kriegen, die finale ‚WZF?!‘-Version mit uns aufzunehmen. Danach ist alles egal!“.
Die Techno-Timeline
Und dann wäre da noch die Sache mit dem Techno. Richtig gehört – in den vergangenen Jahren haben Max und Jonas sich einige ihrer Songs geschnappt und ihnen einen dicken Beat verpasst. „Ja, das ist die absurdeste aller Timelines“, lacht Max. „Unsere Techno-Timeline ist die parallele Matrix, die einfach entstanden ist und jetzt schwirren wir da rum und haben uns mit Marti Fischer getroffen und fünf unserer Songs mit Elementen der elektronischen Tanzmusik versehen.“ Auch wenn es sehr viel Spaß macht, sieht er die DJ-Karriere des Lumpenpacks auf lange Sicht nicht am Horizont. „Oh, komm, wann Boiler Room?“ könnte es allerdings nach Jonas gehen. „Komm, einmal das im Boiler Room, Oberkörper frei und dann fertig“. In aller Ernsthaftigkeit hängt er aber an den Urformen seiner Lieder: „Man kann neue Versionen bauen, wo man ein bisschen den Druck aus dem Song nimmt und damit Spaß hat. Danach kommt man einfach auch sehr gerne dann wieder zu dem Original zurück.“
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„Ne gewisse Aggression, die mich gerade sehr abholt“
Vom hypothetischen Techno-Gig zurück zur neuen Platte. Auf welche Highlights dürfen wir uns einstellen? Für Jonas fühlt sich das Album derzeit an wie eine EP: Es sind nur Songs, auf die er sich freut. „Ich freue mich total auf ‚Diskrepanz‘ und natürlich auf den Titeltrack. Wir wollten so einen Song schreiben, den man auf Kopfhörern hören kann und sich dabei cool fühlt“, sagt er. „Ich erinnere mich, dass es in meinem Leben immer mal wieder Momente gab, wo mich das richtig beflügelt hat, aus der Tür zu gehen, Kopfhörer reinzumachen und durch die Stadt zu laufen. Der einzige Grund war, sich zu bewegen, mit Musik im Ohr und sich irgendwie cool zu fühlen. Und gar nicht cool im Sinne von ‚Ich bin es!‘, sondern einfach für das Selbstbewusstsein, für den Boost.“
Auch Max unterschreibt die Vorfreude auf den Titeltrack, nimmt aber noch „Mach mal Platz“ mit oben auf die Liste: „Der ist so ’n bisschen versteckt. Der kommt nur auf dem Album und hat so ’ne gewisse Aggression und Grundstimmung, die mich gerade sehr abholt.“ Mit der Auswahl scheint die Skala der Wut und Mut des Albums perfekt beschrieben, wie Jonas feststellt: „‚Diskrepanz‘ sagt freundlich verpiss dich, und ‚Mach mal Platz‘ sagt es sehr entschieden“. Eine Band, die beides kann.
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Ab auf die Bühne!
Vor dem Kleinkunst- und Comedyhintergrund der beiden ist klar: Das neue Album ist, wie das meiste der Band, gemacht, um live erlebt zu werden. Für Max „gab es diese Option gar nicht [für die Platte zu schreiben]. Es existierte in unserem Kopf nicht, dass Leute das zu Hause konsumieren und bis heute finde ich es total absurd. Die Vorstellung, dass da Leute sitzen und sich denken, ich bau mal mein Spotify auf und hör ’n bisschen Lumpenpack-Songs, das ist total berührend, aber gleichsam weiß ich gar nicht, wie ich damit umgehen soll und weiß auch gar nicht, wie ich das bedienen sollte“. Jonas pflegt bei: Das Live-Gefühlt hat sich zum ersten Mal richtig toll aufs Studioalbum übertragen.
Dann mal ran da, wenn Das Lumpenpack im Herbst die größte Headliner-Tour ihrer Bandgeschichte spielt. Alle Daten gibt’s hier:
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Bild: Offizielles Pressebild / Jacky Kannengiesser
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