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Britische Regierung plant Verbot von gewinnbringendem Ticket-Weiterverkauf

Ansage gegen Bots und Wucherpreise.

VON AM 18/11/2025

Die britische Regierung plant ein umfassendes Verbot des gewinnbringenden Weiterverkaufs von Tickets. Damit soll der zunehmenden Praxis sogenannter Touts ein Riegel vorgeschoben werden, die mithilfe automatisierter Bots große Ticketkontingente aufkaufen und anschließend zu stark überhöhten Preisen weiterverkaufen.

Regierung will Wahlversprechen einlösen und Ticketpreise strikt begrenzen

Mit dem neuen Gesetzesentwurf würde die Regierung ein lange angekündigtes Wahlversprechen einlösen. Ursprünglich war erwogen worden, einen Preisaufschlag von bis zu 30 Prozent weiterhin zu erlauben. Dem Guardian zufolge soll nun jedoch jeglicher Verkauf oberhalb des ursprünglichen Kaufpreises untersagt werden.

Zusätzlich sollen Grenzen für Zusatzgebühren festgelegt werden, um Schlupflöcher zu vermeiden. Wiederverkaufsplattformen würden verpflichtet, diese Vorgaben aktiv zu überwachen und durchzusetzen.

Das Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport (DCMS) begründet den Schritt wie folgt:

Der Ticketwucher ist in den letzten Jahren immer raffinierter geworden. Touts kaufen online große Mengen an Tickets, oft mithilfe automatisierter Bots, und bieten sie anschließend auf Wiederverkaufsplattformen zu stark überhöhten Preisen an. Dies hat Millionen von Fans enttäuscht und der Veranstaltungsbranche geschadet.“

Die finale Entscheidung soll am Mittwoch getroffen werden.

Druck durch offenen Brief von Künstler:innen

Der Vorstoß erfolgt eine Woche, nachdem fast 40 Künstler:innen – darunter Iron Maiden, Radiohead und Robert Smith von The Cure – mit einem offenen Brief Druck auf Premierminister Keir Starmer ausübten. Sie forderten, das Wahlversprechen einzulösen und Fans endlich vor Ausbeutung zu schützen. 

In dem Schreiben warnten sie auch vor „schädlichen“ und ausbeutenden Websites. Damit gemeint sind Zweitmarkt-Plattformen wie Viagogo und StubHub, auf denen Preise für begehrte Konzerte auf mehrere tausend Euro steigen können.

Eine Analyse der Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) bestätigt diese Preiswirtschaft: Tickets würden demnach auf dem Wiederverkaufsmarkt typischerweise mit einem Aufschlag von über 50 Prozent angeboten – und dadurch für viele Fans unerschwinglich.

Zum geplanten Verbot: Reaktionen aus der Branche

Live Nation Entertainment, die Muttergesellschaft von Ticketmaster, begrüßte die Pläne und verwies darauf, dass sie ihren Wiederverkauf in Großbritannien bereits auf den Originalpreis beschränkt habe. Die Ankündigung sei „ein weiterer wichtiger Schritt für die Fans“.

Wiederverkaufsplattformen wie Viagogo und StubHub sehen die Pläne dagegen kritisch: Eine Preisobergrenze führe Kund:innen in Richtung unregulierter Websites und sozialer Medien. Dadurch seinem sie einem weitaus höheren Betrugsrisiko aussetzt. Ein Viagogo-Sprecher dazu: 

„Belege zeigen, dass Preisobergrenzen den Fans wiederholt nicht geholfen haben. In Ländern wie Irland und Australien sind die Betrugsraten fast viermal so hoch wie im Vereinigten Königreich, da Preisobergrenzen die Verbraucher auf unregulierte Seiten treiben.“

Unabhängig vom geplanten Gesetz kündigte die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde am Dienstag an, die Preispraktiken mehrerer Plattformen – darunter StubHub und Viagogo – zu untersuchen.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)

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