
Linn glänzt nicht nur mit seinem gekonnt-genervten Gesichtsausdruck, sondern auch mit seiner absolut überschwänglichen Art. Bei MoreCore steht er vor, neben und hinter der Kamera, haut von Zeit zu Zeit in die Tasten oder legt entspannt ein paar Nackenbrecher für den Hardfloor der MC-Party auf. Neben Job, Beruf und Arbeitswelt verliert "Philip" sich in seiner Freizeit in einem der unzähligen RPGs, die er bereits zum 20sten Mal durchgespielt hat, oder präsentiert stolz seine CD-, Kassetten- und Vinyl-Sammlung auf Social Media.
Jemandem anhand des Beispiels von Nails den eigenen Musikgeschmack zu erklären, ist immer eine kleine Geduldsprobe, gerade wenn man Fan aller Art von extremer Musik ist. Bei Bands wie Killswitch Engage, Issues oder Periphery kommt beim Gegenüber meist irgendwann die Einsicht oder das Verständnis. Bei einer Band wie Nails hingegen kann ich mir selbst nicht erklären, warum und weshalb das so ist. Glücklicherweise spielten Nails am 08. November im Zuge ihrer Europa-Tour in Köln, sodass ich dieser Frage nachgehen konnte. Dafür schnappte ich mir unsere, noch ahnungslose, Fotografin Julia und machte mich auf in die Rheinmetropole.
Nails überzeugen seit ihrer Gründung 2007 mit ihrer schieren Kompromisslosigkeit und einem absolut brachialen Sound. Dabei blenden sie Einflüsse von Hardcore, Crustpunk, Death Metal und Grindcore zusammen und genießen deswegen ein hohes Ansehen im Hardcore und Metal. Ein weiterer Grund für ihren Sound ist Kurt Ballou, Produzent und Gitarrist der Band Converge, der seit dem Nails-Debüt „Unsilent Death“ jeder LP der Band seinen eigenen Stempel aufdrückt. Ihr aktuelles Werk „You Will Never Be Of Us“ knüpfte damit nahtlos an den gewohnten verzerrten und dissonanten Stil der Band an und brachte ihnen einen Deal beim Metal-Label Nuclear Blast Records ein. Nach einer Deutschland-Abstinenz von 3 Jahren war es nun wieder Zeit für eine Europa-Tour. Ob „You Never Be One Of Us“ auch live überzeugt hat, lest ihr hier.
