Dass all diese glücklichen Zustände zusammenfallen würden, hätte man wahrscheinlich erst in den vergangenen Wochen vermuten können. Für ihre große Rückkehr hatten sich die Crossover-Legenden eine Menge an Specials ausgedacht. So konnte man sich weltweit auf eine unsäglich hohe Riege an Supportbands freuen, die sich jeden Abend gegenseitig die Klinke in die Hand geben würden. Ein einfacher Blick auf das Tourplakat konnte demnach schon für Schnappatmung sorgen, wenn man Acts wie Anderson .Paak & the Free Nationals, Beck und sogar die Strokes erblickte. Auch für ihren Tourstopp in Köln standen zwei hochkarätige Artists auf dem Menü.
Thundercat
Um Punkt 18 Uhr ging es also zunächst los mit dem Funk- und Fusion-Bassisten Thundercat, der das Empfangskomitee für die langsam eintrudelnden Gäste übernehmen durfte. Unangenehm unterdrückt wurden sein Sound und seine Virtuosität allerdings vom schlechten Bühnensound, der nicht mehr als undifferenzierten Matsch hervorbrachte. Im Versuch den jazzigen Sound stadiontauglich zu machen, klangen Tracks wie das soulige “Dragonball Durag” viel zu brachial und ließen daran zweifeln wie gut seine Musik in so einer großen Location aufgehoben war. Auch das Publikum tat sich etwas schwer bei seinem eigentlich sehr hörenswerten Mix aus Funk, Hip-Hop und R’n’B anzudocken.
A$AP Rocky
Im Anschluss hatte es A$AP Rocky zum Glück ein wenig einfacher und profitierte natürlich davon, neben seiner Stimme nur Backing Tracks über die Boxentürme abzufeuern. Nach einem etwas verhaltenen Start schaffte es der offensichtlich etwas angeheiterte Rapper (“We need more drunk people!”) das Publikum nach und nach in Bewegung zu versetzen und sorgte mit bassgeladenen Drops für die ersten Moshpits, die er immer wieder aufs Neue anstachelte.
Imposant war außerdem das Bühnenbild, das aus einem gigantischen aufgeblasenen Crashtest-Dummy bestand. Der New Yorker zeigte sich immer wieder dankbar für seinen Slot und ließ das Publikum gut aufgewärmt zurück.
Red Hot Chili Peppers
Die großen Stars des Abends eröffneten ihr Set eine gute halbe Stunde im besten Sinne klassisch. Unter tosendem Applaus wurden zunächst Chad Smith, Flea und Rückkehrer John Frusciante empfangen. Schon während des obligatorischen Intro-Jams offenbarte sich direkt, wofür man hauptsächlich gekommen war. Denn für besondere Gänsehaut sorgte natürlich das erste Gitarrensolo in genau dem Sound, den wir knapp 15 Jahre vermisst hatten. Mit “Can’t Stop” und “Dani California” legten die Red Hot Chili Peppers daraufhin einen energiegeladenen Start hin, mit dem sie das gigantische Publikum in nur wenigen Minuten in komplette Euphorie versetzten.