
Die junge Berlinerin ist buchstäblich in die Musikindustrie hineingeboren worden. Wenn sie nicht selbst mit verschiedensten Bands auf der Bühne steht, schreibt und interviewt sie mit Freude für uns als Redakteurin. Sie singt in Bands von Indiepop bis Rockabilly und spielt momentan Bass in einer Berliner Deathcoreband. Neben ihrer Ausbildung bei einem Indielabel geht sie normalerweise wöchentlich auf Konzerte und Festivals und möchte auch ihre Zukunft der Musikbranche verschreiben. So nahm sie vor einiger Zeit selbst das Zepter in die Hand und ist seitdem als Bookerin und Bandmanagerin tätig. Falls sie gerade nicht im Pit steht, findet man sie in der Hauptstadt vor und hinter der Bar oder am Adriatischen Meer als Reiseleiterin. Die kühle Blonde greift am Wochenende zum Gin Tonic und im Plattenregal nach Thornhill, Malevolence, Parkway Drive und Deez Nuts.
Kuscheldecke statt Moshpit.
Kuscheldecke statt Moshpit: Eine Woche nach Album-Release von „Tickets To My Downfall“, der ersten Pop-Punk-Scheibe von Machine Gun Kelly, fand am 01. Oktober 2020 das erste von zwei Streaming-Konzerten statt. Wir müssen uns wohl langsam daran gewöhnen: Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir uns wieder an fremde, verschwitzte Körper drängen können, um uns die Seele aus dem Leib zu schreien. Warum nicht also neue Möglichkeiten genießen?
Um 6PM in Pacific Daylight Time – in Deutschland derweil 3 Uhr morgens – startete die erste Performance nach Studioaufnahmen des Albums. Machine Gun Kelly, Blink-182-Drummer Travis Barker und seine fünf Mit-Musiker spielten für treue Fans und Follower das am 25. September erschienene Album „Tickets To My Downfall“ im The Roxy Theatre in Los Angeles in voller Länge.
Machine Gun Kelly und sein erster Live-Ausflug in Pop-Punk-Gebiete
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Kaum verschwand das Titelbild, ging es auch schon los. Keine einleitenden Worte, einfach der erste Song. Die Setlist des Abends entsprach der Albumtracklist.
Auch während der Show gab es nicht viel zu quatschen. Die applausleeren Pausen füllte MGK mit Anekdoten und Kommentaren zu den Songs: Die Inspiration zu “All I Know” zum Beispiel kam, als er auf dem Weg ins Studio mit dem Auto in eine Palme krachte. “Bloody Valentine” war der erste geschriebene Song der Scheibe.
Während seiner Show ist er gut viel am Quarzen. Er hat sichtlich Spaß und singt und spielt auch mit der Kamera während der Einspieler von Halsey und Co. Seine pinke E-Gitarre gibt er nur zweimal kurz weg: “WWIII” singt er so gitarrenlos und greift bei “banyan tree” hingegen zu einer schicken akustischen.
„Holy Shit I was having such a good time!”, sagt er zum Track “drunk face”. “Lonely” wiederum schrieb er für Vater und Tante, die heute leider nicht mehr unter uns weilen.
Den letzten Track “play this when I’m gone” spielten die Musiker bis zum Refrain im Dunklen – die Stimmung war ansteckend emotional.
Das Zuschauen brachte ansonsten aber mega viel Spaß. Das Album mag meiner Meinung nach vielleicht etwas eintönig sein; jedoch tut es gut, Zuschauern wie Künstlern, endlich mal wieder Liveshows zu erleben. Auch wenn die Pausen nach den Songs von Stille statt Applaus getränkt sind, kann man nicht anders, als Zuhause mit zu wippen und zu singen.
Schließen wir doch hier mit Travis’ Worten zu “my ex’s best friend”: „Okay y’all: don’t hook up with your girlfriends friends or your friends girlfriends – thanks for listening!“
Bild: Machine Gun Kelly „Tickets To My Downfall“ Livestream (01.10.2020)
Konzertinfo

Machine Gun Kelly
Machine Gun Kelly, der mit bürgerlichem Namen Colson Baker heißt, ist ein US-amerikanischer Rapper. Bekannt ist er zudem unter dem Kürzel MGK. Neben Rap und Hip-Hop lassen sich in seiner Musik auch El…
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