Live

Metalcore Modern Metal

Live bei: Imminence in Köln (18.12.2025)

Ein Triumphzug zwischen Geigenklängen und Moshpits.

VON AM 23/12/2025

Köln, 18.12.2025 – Das Kölner Palladium ist geschichtsträchtig, doch an diesem Donnerstagabend fühlte es sich wie der Schauplatz für etwas ganz Großes an. Imminence luden zu ihrer The Black Finale – Tour und bisher größten Headliner-Show ein. Fans aus Deutschland und dem umliegenden Ausland folgten dem Ruf der schwedischen Modern-Metal-Visionäre.

Ne Obliviscaris

Bereits um 18:30 Uhr war die Schlange vor dem Palladium beachtlich, das Publikum auffallend international. Als pünktlich um 19:30 Uhr Ne Obliviscaris die Bühne betraten, war die Halle bereits bestens gefüllt. Die Australier lieferten ein atmosphärisches Brett: Das Zusammenspiel der zwei Vocalists und die markante Violine schufen eine dichte Stimmung, die das Kölner Publikum zunächst ehrfürchtig aufsaugte.

Was mit vereinzelten Hardcore-Fans und einem zaghaften Circle Pit begann, steigerte sich durch das treibende Schlagzeugspiel schnell zu einer mitreißenden Eigendynamik. Spätestens beim vierten Song „Suspyre“ brachen alle Dämme: Die ersten Crowdsurfer segelten Richtung Graben, und der Support-Act hatte seinen Job mehr als erfüllt – die Menge war aufgetaut und bereit für den Hauptgang.

Imminence

Die Umbaupause bot einen charmanten Kontrast: Die Crew testete die Violine mit „Twinkle Twinkle Little Star“, was vom euphorischen Publikum lauthals gefeiert wurde. Doch die Leichtigkeit schlug pünktlich um 20:50 Uhr in cineastische Düsternis um. Ein Mönch mit grüner Laterne schritt durch die Menge zur Bühne – der Startschuss für „Come Hell or High Water“.

Was folgte, war eine Lektion in Sachen Energie. Bei Desolation öffnete sich der erste gigantische Pit des Abends, gefolgt von massiver Action bei „Heaven Shall Burn“. Imminence ließen keine Zweifel daran, dass sie diese Bühne besitzen. Mit einer gewaltigen Wall of Death bei „Beyond The Pale“ und dem unerbittlichen „Death Shall Have No Dominion“ erreichte die Härte ihren vorläufigen Höhepunkt. Ein besonderes Highlight: Der Clean-Vocalist von Ne Obliviscaris kehrte für einen Gastauftritt bei „Come That May“ zurück auf die Bühne.

Licht und Schatten im Akustik-Set

Nach einem rasanten Umbau verwandelte sich die Bühne in ein Meer aus Kerzen. Das Streichquartett nahm Platz und Frontmann Eddie Berg bewies bei „Saturated Soul“ und „Alleviate“ seine stimmliche Ausnahmeklasse. Doch die andächtige Stimmung bekam Risse: Ein Teil des Publikums zeigte sich leider respektlos und störte die ruhigen Momente durch laute Zwischenrufe – ein Wermutstropfen in einem ansonsten magischen Set. Dennoch sorgte die Textsicherheit der Fans bei „This Is Goodbye“ für Gänsehaut pur, während „Love & Grace“ das emotionale Zentrum des Abends bildete.

Das große Finale: Schnee, Funken und Geigenbögen

Nachdem das Streichquartett unter dem Fall eines Vorhangs die Bühne verlassen hatte, kehrte die Band mit voller Wucht zurück. Gitarrist Harald Barrett sorgte für staunende Gesichter, als er seine Gitarre bei „L’appel du Vide“ mit einem Geigenbogen bespielte – ein visuelles und klangliches Spektakel. Eddie Berg suchte bei „Heaven In Hiding“ die Nähe zum Publikum und bewies seine Multitasking-Fähigkeiten, indem er gleichzeitig sang und seine Violine spielte.

Das Finale war ein audiovisuelles Fest: CO2-Kanonen bei „Temptation“, künstlicher Schneefall bei „God Fearing Man“ und ein Meer aus Knicklichtern während des gewaltigen „The Black“. Unter einem Regen aus Funken und den letzten, leisen Klängen der Violine entließen Imminence gegen 22:30 Uhr ein erschöpftes, aber sichtlich beeindrucktes Publikum in die Kölner Nacht.

Imminence haben im Palladium bewiesen, dass sie bereit für die ganz großen Hallen sind. Trotz kleinerer Störfaktoren im Publikum war dies eine Show, die durch technische Präzision, Mut zur Emotionalität und eine beeindruckende Bühnen-Produktion noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Jana Boese (synapsengift)

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