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FJØRT live in Dortmund
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Bericht + Fotos

FJØRT

19. Januar 2024·Dortmund
Text: Mauritz Hagemann/Fotos: Philipp Mirschel/4 Min.
Aktualisiert 17. März
M

Text: Mauritz Hagemann

P

Fotos: Philipp Mirschel


Viel mehr als "nichts" im FZW.

Fjørt waren – sicher auch pandemiebedingt – so lange von der Bildfläche verschwunden, dass man sich schon ernsthafte Sorgen um die Zukunft des Trios aus Aachen machen musste. Doch mit ihrem vierten Studioalbum „nichts“ gelang Ende 2022 eine triumphale Rückkehr. „nichts“ schaffte es nicht nur die Top 10 der deutschen Album-Charts. Auch der erste Teil der Tour zum Album gestaltete sich Anfang des Jahres 2023 überaus erfolgreich. Grund genug, dort anzusetzen und in diesen Tagen den zweiten Teil der Tour nachzuholen.

Die Show im Dortmunder FZW beginnt an diesem Freitagabend mit ein wenig Verzögerung. Fjørt hatten darum gebeten, Besucher:innen, die vor dem Konzert noch an einer der Anti-Nazi-Demos in der Umgebung teilnehmen wollten, so etwas mehr Zeit zu verschaffen. Ehrensache – es gibt ja neben der Musik auch noch andere wichtige Dinge. Und am Ende hängt schließlich auch alles irgendwie zusammen.

Kochkraft durch KMA

Irgendwie und irgendwo gibt es sicher auch eine Verbindung zwischen Fjørt und ihrem Support-Act Kochkraft durch KMA. Die Ähnlichkeit zwischen beiden Bands betrifft aber wohl eher die grundsätzliche Haltung und Einstellung als die Musik. Und so fällt es den schon zahlreich anwesenden Fans im FZW zunächst sichtlich schwer, sich auf Kochkraft Durch KMA einzulassen. Die Electropunk-Band, die ihre Musik selbst als Neue Deutsche Kelle bezeichnet, legt zwar einen engagierten Auftritt hin. Auch der Sound lässt zu diesem frühen Zeitpunkt schon wenig Wünsche übrig. Aber mehr als teils interessierte, teils skeptische Blicke und höflichen Applaus bekommt das Quartett zunächst nicht von Dortmunder Publikum. Im Lauf der etwa 45 Minuten schaffen es Kochkraft durch KMA dann aber doch immer besser, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Aber Dortmund ist ja auch außerhalb des FZW nicht unbedingt für frenetische Fans bekannt. Und das typische Fjørt-Publikum ist bei aller Höflichkeit dann eben noch nicht ganz so schnell zu begeistern.

Foto: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)
Foto: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)
Foto: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)
Foto: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Foto im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Fjørt

Es sei denn, man heißt Fjørt und startet das Set direkt mit dem Opener „nichts“ vom gleichnamigen Album. Konnten sich schon Kochkraft durch KMA nicht über ihren Sound beschweren, so gilt dies für Fjørt erst recht. Ohnehin ist es auch an diesem Abend wieder sehr beeindruckend, welche gewaltigen Soundwände die Band mit ihrer minimalistischen Besetzung zustande bekommt. Da vergisst man doch gleich, dass nur Schlagzeug, Bass und Gitarre auf der Bühne stehen. Und natürlich die außergewöhnlichen Stimmen und Chris Hell und David Frings. Welche Stimme man lieber hört, ist sicher eine Frage des Geschmacks. Doch so oder so können sich Band und Fans glücklich schätzen, dass sich vor über zehn Jahren in Aachen zwei Herrschaften gefunden haben, die nicht nur eine musikalische Vision haben, sondern deren Stimmen sich auch noch nahezu perfekt ergänzen.

Foto: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)
Foto: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)
Foto: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)
Foto: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (stray.view)

“nichts“ als Schwerpunkt der Show

Fjørt starten die Show nicht nur mit dem Opener des jüngsten Albums „nichts“. Die Band legt auch den absoluten Schwerpunkt ihres Konzertes auf „nichts“. Gleich die Hälfte der 16 Songs befinden sich auf dem Album – das ist mal eine Album-Tour, wie man sie sich von anderen Bands wünschen würde. Doch auch abgesehen von „nichts“ haben sich Fjørt in den letzten Jahren eine sehr ansehnliche Diskographie aufgebaut. Und so wird die Setlist auch zum Ritt durch die Bandgeschichte. Die Band lässt dabei in erster Linie die Musik für sich sprechen. Ansagen werden auf ein Minimum reduziert. Gut so – Fjørt hätten zwar sicher viel zu sagen, sprechen aber lieber durch ihre Songs. Das gefällt auch dem Publikum, das in den ersten Reihen deutlich aktiver ist als noch bei Kochkraft durch KMA. Weiter hinten versammeln sich hingegen vor allem die stillen Genießer:innen. Vielleicht ist gerade das auch ein Gehemnis des Erfolgs von Fjørt Dem einen sind die Texte wichtig, die andere ist vom Sound beeindruckt. Der eine Fan geht lieber in den Moshpit, der andere schaut in Ruhe zu.

Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (stray.view)

Eine beeindruckende Show

Ganz egal, mit welchen Erwartungen oder Hoffnungen die Fans an diesem Freitagabend das FZW betreten haben. Fjørt kann sie erfüllen. Die Band ist instrumental und stimmlich in Höchstform und auch das Drumherum passt. Das FZW ist eine der besten Locations im Westen und zeichnet sich auch bei Fjort vor allem durch den guten Sound und viel Atmosphäre aus. Wenn das Konzertjahr 2024 so weitergeht, wie es für viele an diesem Abend beginnt, dann spricht vieles für ein sehr, sehr gutes Jahr. Gerne auch mit noch mehr Fjørt-Shows.

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Beitragsbild im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)

Konzertinfo

Band
FJØRT
Datum
19. Januar 2024
Stadt
Dortmund
FJØRT
Foto: Holger Kochs / Offizielles Pressebild

FJØRT

DeutschlandSeit 2012
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