
Text: Musiker durch und durch. Ein Leben ohne Mucke machen, hören und live erleben, gibt es für Malin nicht. Dementsprechend ist Musik auch Malins Lieblings-Gesprächsthema. Und damit er seinem Umfeld damit nicht zu sehr auf die Nerven geht, schreibt er einfach für MoreCore. Die neuesten Alben von altbekannten und gefeierten Artists, vom Underdog aus dem Nischengenre, von lokalen Konzerten oder den großen Festivals – you name it – Malin wird euch etwas dazu erzählen. Als Schlagzeuger, Musiklehrer und Student der sozialen Arbeit findet er, dass man Musik und Menschen nicht trennen kann oder sollte, denn nichts macht Musik schöner, als die Gemeinschaft und das Miteinander. Wenn er euch nicht gerade von seiner Plattensammlung berichtet, probt und schreibt er wahrscheinlich mit seiner Band Small Strides, stopft sich den Bauch mit Guacamole voll oder steht am Fenster und beobachtet die Hunde in der Nachbarschaft.
Mit gleich dreifacher Abreibung.
Sich dieses Paket entgehen zu lassen, wäre tatsächlich “Highly Irresponsible” gewesen. Und doch füllte sich der Kölner Club Volta an diesem verregneten Freitagabend nur knapp zur Hälfte. Und das obwohl wir mit Better Lovers, ‘68 und den zum ersten Mal in Deutschland tourenden Greyhaven ein beinhartes wie auch abwechslungsreiches Line-Up serviert bekommen sollten.
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Greyhaven
Letztere starteten auch gleich mit viel Spiel- und Bewegungsfreude, während sie ihren kantigen wie leicht verkopften Post-Hardcore-Mix zum Besten gaben. Allen voran die technische Exzellenz und die außergewöhnlichen Riffs von Gitarrist Nick Spencer machten den Auftritt von Greyhaven zum ersten Highlight des Abends. Aber auch Sänger Brent Mills überzeugte mit seiner starken Bühnenpräsenz und in den catchigen Refrains, die sich ihren Weg aus den chaotischen Strophen bahnten.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)
’68
Die Performance von ‘68 hätte man wirklich ohne Probleme auch als Avantgarde-Theater verkaufen können. Das Noise Punk-Duo um den ehemaligen Chariot-Sänger Josh Scogin und den Jazz-infusionierten Drummer Nikko Yamada entfesselte während ihres Sets eine ungezügelte Energie, an die selbst die Headliner des Abends nicht anknüpfen konnten. Besonders viel Spaß machte es dabei, nah an der Bühne zu stehen und die vielen kleinen Interaktionen und Signale zwischen den beiden zu beobachten.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)
Better Lovers
Better Lovers leiteten ihr Set mit einem minutenlangen Introtrack ein, der ein Medley aus verschiedensten Hits der Popgeschichte zum Thema Liebe umfasste. Das ganze dauerte einen kleinen Ticken zu lange und sollte dem allmählichen Spannungsaufbau leider nicht ganz gerecht werden. So brauchte die Band über die ersten beiden Songs noch ein wenig Zeit, um den Einstieg ins Set zu finden. Allen voran Sänger Greg Puciato schien große technische Probleme zu haben und feuerte wutentbrannt sein Mikro gegen die Wand.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)
Von Momenten wie diesen sollten sich Better Lovers zum Glück relativ schnell erholen, während sie durch das hauptsächlich aus Songs ihrer Platte “Highly Irresponsible” (2024) zusammengesetzte Set preschten. Die Instrumentalfraktion machte dabei durchgängig eine gute Figur, während Puciato erst so gegen Ende richtig warm zu werden schien. Auch die relativ zurückhaltende Crowd zeigte sich erst bei “30 Under 13” von ihrer besten Seite und riss den spärlich gefüllten Saal entzwei.
Trotz kleiner Pannen, einigen Längen und durchwachsenen Soundbedingungen lieferten Better Lovers am Ende ein brachiales wie beeindruckendes Set ab, mit dem sie ihrem Ruf durchaus gerecht werden. So ganz konnten sie am Ende aber nicht gegen das ankommen, was ‘68 und Greyhaven vor ihnen geliefert hatten. Dem gesamten Konzertabend haben sie damit aber glücklicherweise keinen Abbruch getan.
Beitragsbild im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (Stray.View Photography)
