Live
Metalcore
Live bei: August Burns Red in Frankfurt (05.08.2025)
Mit Freunden von nah und fern.
VON
Julia Lotz
AM 07/08/2025
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Am Samstag kommt das Sams – und im August kommen August Burns Red. Zwei ungeschriebene Gesetze. Naja… zugegebenermaßen ist mir persönlich das Sams an noch keinem Samstag oder überhaupt irgendwann mal über den Weg gelaufen, aber ABR nahmen sich in der Tat den namensgebenden Monat zum Anlass, um mal wieder einige Auftritte in hiesigen Gefilden zu spielen. Die Kombo um Frontmann Jake Luhrs machte sich nämlich für ein paar Festival Appearances auf nach Europa und streute kurzerhand ein paar Off-Shows ein. Eine davon fand am 05. August in der Frankfurter Batschkapp statt, auch bekannt als „der Tag, an dem im Rhein-Main-Gebiet nach vier Wochen Regen der Sommer zurückkam“. Und somit schließt sich zunächst einmal der Kreis, wenn auch ohne das Sams, dafür aber mit Unprocessed und Eyes Wide Open, denn die waren auch dabei.
Eyes Wide Open
Den Anfang machten um 20 Uhr (ganz schön spät auf so ’nen Dienstag) Eyes Wide Open. Die schwedische Band sollte treuen MoreCore-Lesern auf jeden Fall ein Begriff sein, denn mit ihrem bockstarken Metalcore passen sie genau in unser Repertoire. Immerhin vier Studioalben kann das Quartett bereits sein Eigen nennen; der letzte Longplayer „Through Life And Death“ erschien 2022 mit einem Albumcover in bester Tim Burton-Manier. Genau das zierte auch das Backdrop und sorgte zu Beginn des Konzertabends schon mal für märchenhafte Metal-Stimmung.
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)
Zugegebenermaßen war das Publikum noch recht überschaubar. Generell sollten nicht allzu viele Live-Fans an diesem Dienstagabend in die Batsche gepilgert kommen, doch das tat der Stimmung zu keiner Zeit einen Abbruch. Hierzu später mehr. Diejenigen, die es schon zu Eyes Wide Open geschafft hatten, appreciateten die Musik der Schweden mit großem Herz und einem großen Moshpit. Ehrlicherweise auch nicht weiter verwunderlich, denn wo ABR läuft, ist EWO musikalisch nicht weit weg.
Nach einer halben Stunde war hier Schluss, Eyes Wide Open dankbar und glücklich, die Besucher gut eingestimmt und die Batschkapp schon mal ein klein wenig auf Betriebstemperatur gebracht.
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)
Unprocessed
Mit Unprocessed ging es weiter und wo Eyes Wide Open aus Schweden einen schon etwas weiteren Anreiseweg hatten, sind Unprocessed wahrscheinlich auf entspannt mit dem Rad angereist. Okay, eher nicht, aber wären sie motiviert gewesen, dann hätten sie das sicherlich machen können, denn die Prog Metalcore-Band kommt aus der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden und hatte somit quasi ein Heimspiel.
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)
Musikalisch ist es hier etwas (deutlich) vertrackter als bei Eyes Wide Open oder August Burns Red. Könnte man meinen, dass das vielleicht nicht ganz in die Kerbe der ABR-Fans schlägt, lag man mit dieser Einschätzung fehl. Vielleicht lag es auch an der geografischen Nähe zur Heimat der Kombo, doch im Publikum befanden sich zahlreiche und vor allen Dingen textsichere Fans des Vierergespanns.
Technisch sind Unprocessed top notch, auch wenn man sich auf die Stücke einlassen muss. Sollte man mit dem komplexen Prog nichts anfangen können, funktioniert es live deutlich besser, sich auf die Musik der Wiesbadener einzulassen (so geschehen bei der Redakteurin dieses Artikels). Das Live-Spiel aller Bandmitglieder ist Weltklasse und man kann sich sicher sein, dass sich zu den bereits zahlreichen Fans im Publikum noch der ein oder andere Sympathisant hinzugesellt hat.
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)
August Burns Red
Um kurz vor 22 Uhr gaben sich dann August Burns Red die Ehre. Die (abgehangene) Batschkapp war immer noch nicht bestens, aber immerhin schon recht gut gefüllt, doch als ABR als Opener ihr System Of A Down-Cover „Chop Suey!“ anstimmten, hätte man meinen können, die Venue wäre bis auf den letzten Platz ausverkauft gewesen. Man braucht keine bis auf den letzten Platz ausverkaufte Venue, wenn man Fans hat, die einfach Bock haben und für die Stimmung sorgen. Insgesamt 14 Tracks hatten die fünf Herrschaften auf ihre Setlist gepackt und was sollen wir sagen? Nur Banger und ein wilder Ritt durch die Karriere und zehn Studioalben.
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)
Von „Paramount“ über „Composure“, „Meddler“ und „Ghosts“ bis hin zu „Mariana’s Trench“ und „Whitewashed“ hauten die US-Amerikaner alles raus, was keinen Stein auf dem anderen lässt. Allzu viel gequatscht wurde zwischendrin nicht, doch der Hinweis, dass Gitarrist Brent Rambler Geburtstag hat, was in einem Ständchen des Publikums und einer Torte folgte, war dann schon drin. Übrigens wurde die Torte nach dem Kerzen auspusten neben dem Drumset von Matt Greiner abgestellt und „Whitewashed“ sollte erst noch kommen. Vielleicht nicht die allerbeste Idee.
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)
Nach ziemlich genau einer Stunde war dann Schluss und ABR gingen bzw. flip-flopten im Falle von J.B. Brubaker sichtlich dankbar von der Bühne. Auch wenn August Burns Red musikalisch betrachtet heute in der Metalcore-Szene (leider) nicht mehr den größten Stellenwert haben, hat man an diesem Konzertabend dennoch wieder gemerkt, was Fannähe bedeutet und wie Fans den Status einer Band auch weitertragen können. Die Bandmitglieder ließen sich super viel Zeit, ihre Pleks und Sticks im Publikum zu verteilen, sich bei den Fans zu bedanken und noch mal den Moment zu genießen. J.B. überreichte mit Hilfe eines Secus sogar einem Fan die Setlist, der es wohl besonders zu schätzen wusste – ein wirklich schöner Moment und wundervoller Abschluss dieses Augustabends, an dem nicht nur der Sommer, sondern auch die Liebe zu August Burns Red zurück nach Frankfurt kehrten.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Bryan Reinsch (iknowimlatesorry)
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