Es ist der 10. November und BRING ME THE HORIZON haben soeben die Bühne im Huxleys verlassen. Während sich alle Anwesenden in Richtung Ausgang oder Garderobe drängelten, stellte ich mir die Frage: Was macht ein gutes Konzert aus? Ist es die Auswahl der richtigen Songs? Ist es die packende Atmosphäre, die jeden im Publikum mitreißt? Oder muss eine Band – einschließlich des Sängers – live ebenso überzeugen wie auf dem Album? Wer sich Oli Sykes, Gesicht und Frontmann von BRING ME THE HORIZON, an diesem Abend anhört und die letzte Frage mit einem klaren „Ja!“ beantwortet, ist vermutlich nicht auf seine Kosten gekommen. Glücklicherweise gibt es noch die Zuschauer, die über schräge Töne hinwegsehen konnten und den hohen Anteil an Playbacks wahrscheinlich gar nicht bemerkt haben. Sie sind es, die mit einem Lächeln, durchgeschwitzten Klamotten und heiserer Stimme in die relativ milde Novembernacht entlassen wurden.
Der Konzertabend hätte zunächst kaum besser starten können, denn BEARTOOTH durften als erste Band die hungrige Meute vor der Bühne aufwärmen. Die Jungs aus dem amerikanischen Ohio haben im letzten Jahr ihr geniales Debütalbum „Disgusting“ veröffentlicht, sich aber in Deutschland seitdem nur selten blicken lassen. Für viele war diese Tour also die perfekte Chance, BEARTOOTHs abwechslungsreiche Mischung aus Metalcore und Melodic Hardcore zum ersten Mal live zu erleben.

