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Kvelertak: „Wir versuchen, uns so gut wie möglich vor KI zu verstecken“
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Interview

Kvelertak: „Wir versuchen, uns so gut wie möglich vor KI zu verstecken“

Frontmann Ivar Nikolaisen im Interview.

Kevin Postir/4. Sep. 2023· Aktualisiert 2. April/4 Min.Foto: Stian Andersen / Offizielles Pressebild
K

Kevin als das MoreCore-Nordlicht zu bezeichnen, würde wahrlich zu kurz greifen. Zwar ist der leidenschaftliche St.Pauli-Fan in Hamburg zuhause, hat aber unverkennbar sowohl rheinländische als auch italienische Wurzeln. Genau so vielfältig wie sein Stammbaum sind auch seine Aufgaben bei MoreCore. Teil des Headquarters, Feel Good Manager und Redakteur auf allen Ebenen. Wie man daneben noch Zeit für Langstreckenläufe und den Viersaiter in einer Pop Punk-Band findet, weiß wohl nur Kevin selbst. Aber egal, was er macht: Er macht es gut und mit ganz viel Herzblut.


In wenigen Tagen ist es soweit und die Norweger von Kvelertak bringen ihr neues und nunmehr fünftes Studioalbum auf den Markt. Frontmann Ivar Nikolaisen hat sich vorab die Zeit genommen um mit MoreCore über die Band, die besonderen Herausforderungen und nicht zuletzt auch über die neue Platte „Endling“ zu sprechen.

Kvelertak im Interview zum neuen Album „Endling“

MC | Kevin: Euer neues Album zeigt eine Entwicklung im Sound und Stil von Kvelertak. Könnt ihr uns etwas über die kreativen Einflüsse und Ideen hinter diesem Fortschritt erzählen? Welche Unterschiede gibt es, was die Einflüsse angeht, zum vorherigen Album?

Ich glaube, wir haben nicht gedacht, dass sich dieses Album so sehr von den anderen unterscheidet. Wir schreiben einfach Songs und dann sehen wir, wo es endet. Dieses Album wurde in den Jahren mit Covid geschrieben. 2020 und 2021, aufgenommen Ende 21. Unser Hauptsongschreiber BJ (Gitarre) musste zu seiner Mutter und seinem Vater ziehen, weil er kein Einkommen hatte. Hier hat er die meisten Songs geschrieben, ich weiß nicht, was er da unten im Keller gehört hat, aber ich bin sicher, dass es keine fröhlichen Songs waren.

Textlich ist es eine Hommage an die wilde Natur und die Außenseiter der Gesellschaft!

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MC | Kevin: Kvelertak zeichnete sich schon immer durch eine einzigartige Mischung aus verschiedenen Genres aus. Wie schaffen Sie es, diese verschiedenen Elemente nahtlos in Ihre Musik einzubauen?

Ich denke, es ist die Gitarrenarbeit, die die verschiedenen Stile miteinander verschmelzen lässt. Wenn es also etwas gibt, das unser Chaos zusammenhält, dann sind es die Gitarren, und natürlich das Gejammer.

MC | Kevin: Eure Texte sind abwechselnd auf Norwegisch und Englisch. Wie wirkt sich die Wahl der Sprache auf euer Songwriting und eure Gesangsdynamik aus?

Wir versuchen, so „lokal“ und schräg wie möglich zu schreiben, besonders jetzt, wo KI und Computer die Welt übernehmen. KI ist ein großer Dichter. Besonders in Englisch. KI wird bald bessere Texte schreiben als Bob Dylan. Das ist natürlich ein großes Problem, nicht nur für uns, sondern für die ganze Musikszene. Wir versuchen, uns so gut wie möglich vor KI zu verstecken, also schreiben wir unsere Texte in einem Dialekt, den nicht einmal Norweger verstehen. Die KI wird uns natürlich am Ende erwischen, aber wir werden die letzte Band sein, die noch steht.

Was die Gesangsdynamik angeht, so ist Englisch in der Popmusik die bessere Sprache, vor allem wegen der Art, wie wir das „R“ in unserem lokalen Dialekt aussprechen, aber im Rock und Metal funktioniert es perfekt.

MC | Kevin: Live-Auftritte sind ein Markenzeichen von Kvelertak: Wie wichtig ist für euch die Interaktion mit euren Fans während eurer Shows? Spürt ihr einen Unterschied in der Reaktion der Fans, je nachdem welche Sprache ihr verwendet?

Bei den norwegischen Liedern, was 98% der Songs ausmacht, singen die Leute außerhalb Norwegens meistens die Riffs mit. Besonders bei „Blodtørst“. Ich denke, dass das cool ist. Bei der neuen Platte haben wir die Texte mit auf das Album genommen. Wir erwarten von den Leuten, dass sie Norwegisch lernen, sogar unseren unaussprechlichen Dialekt. Nicht einmal Norweger aus dem Osten verstehen, was wir singen. In ein paar Jahren spielt es keine Rolle mehr, in welcher Sprache ihr singt, da die KI es für euch übersetzen wird, sogar live!

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MC | Kevin: Wie wichtig ist euch die visuelle Darstellung eurer Musik und wie arbeitet ihr normalerweise mit Regisseuren zusammen, um eure kreativen Visionen zum Leben zu erwecken?

Wir arbeiten mit Regisseuren zusammen, denen wir vertrauen, sodass wir ihnen das Kreative überlassen können. Das ist ein Handwerk, so wie Musik und Songschreiben für uns ein Handwerk ist.

Bei diesem Album arbeiten wir mit dem großartigen Regisseur Adam Holmkvist aus Stockholm zusammen. Und auch mit Fredrik Hana aus unserer Heimatstadt Stavanger. Wir versuchen, uns nicht zu sehr in ihre Arbeit einzumischen, sondern vertrauen einfach auf das, was sie tun.

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MC | Kevin: Ihr habt in der Vergangenheit mit anderen namhaften Musikern zusammengearbeitet. Gibt es irgendwelche Kollaborationen oder Gastauftritte, von denen ihr in der Zukunft träumt?

Vidar würde dafür sterben, mit Guns n` Roses zu touren.

MC | Kevin: Die Metalszene hat sich im Laufe der Jahre verändert und weiterentwickelt. Wie seht ihr eure Rolle in diesem sich verändernden musikalischen Umfeld?

Wir sind gestern, heute und für immer dieselben. Aber anders verpackt!

MC | Kevin: Was sind eure Wünsche für die kommende Bandperiode?

Dass wir als Band zusammenbleiben. Und lebendig aus Mexiko zurückzukommen.

Foto: Stian Andersen / Offizielles Pressebild

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