
Imminence: „ABBA haben die Tür für viele schwedische Bands geöffnet“
Eddie Berg und Harald Barret im Talk beim Reload Festival.
Kim Wiesweg
Bei Imminence läuft es gerade richtig gut. Eine erfolgreiche Tour als Support für In Flames im vergangenen Winter, jetzt einige große Festivalshows in ganz Europa. Und mit inzwischen drei veröffentlichten Singles kündigt sich am Horizont auch schon ein neues Album an. Es gibt im Interview beim Reload Festival also einiges zu besprechen.
Imminence: Zweite Heimat Deutschland
Auch das Reload Festival gehört zu den großen Sommerfestivals, bei denen Imminence bis zu diesem Jahr noch nie gespielt haben. Und so geben Sänger Eddie Berg und Gitarrist Harald Barret im Interview auch zu, dass sie nicht wirklich wussten, was sie erwartet. Umso mehr freuen sie sich auch einige Stunden nach ihrer Show noch darüber, was und wieviel sich schon zur Mittagszeit vor der Bühne abgespielt hat. Wobei: Eigentlich hätten sie es ahnen können, denn sie bezeichnen Deutschland als eine Art zweite Heimat. Zwar können sich Eddie und Harald nicht mehr genau daran erinnern, wann sie das erste Mal in Deutschland waren. „Aber auf unserer allerersten Tour 2014 gab einen Tourstop in Nürnberg. Wir haben im Hirsch gespielt und waren total fasziniert, dass es richtig gutes Venue mit Backstagebereich und so weiter war.“ Seitdem komme die Band immer gerne nach Deutschland zurück.



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (stray.view)
Das schwedische Erfolgsrezept
Zum Beispiel im vergangenen Winter als Support für In Flames. Mit an Bord waren At The Gates und Orbit Culture. Ein gewaltiges Paket – und dann auch noch komplett aus Schweden. Was zu der fast schon logischen Frage führt, warum ein Land mit nur 10 Millionen Einwohner:innen immer wieder so viele gute Bands hervorbringt. „Wir haben es wahrscheinlich einfach im Blut. Es ist wohl die skandinavische Dunkelheit, die uns antreibt.“, versucht sich Harald Barret in einem nicht ganz ernst gemeinten Erklärungsansatz. Gemeinsam mit Eddie Berg überlegt er dann aber noch einmal genauer. Und die dann auch tatsächlich ernst gemeinte Antwort auf unsere Frage beginnt mit ABBA.



Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (stray.view)
Ja, richtig gelesen. Auch wenn ABBA und Imminence musikalisch nur wenige Gemeinsamkeiten haben, sehen die beiden den Durchbruch der Popgruppe in den 70ern als entscheidend für den heutigen Erfolg schwedischer Bands an. „Der Erfolg von ABBA hat damals gezeigt, dass du auch international erfolgreich sein kannst, wenn du aus einem kleinen Land wie Schweden kommst. Sie haben eine Tür für alle anderen geöffnet“. Von da an hätten es immer Bands aus Schweden den Durchbruch geschafft – und zwar unabhängig vom Genre. „Wenn du anfängst, Musik zu machen, hast du so viele Vorbilder, die international erfolgreich sind. Und dann denkt man: Wenn die es geschafft haben, dann schaffen wir das auch“, erklärt Eddie Berg, wie es sich für junge schwedische Bands anfühlt.
Instagram Post
Mit den neuen Songs zurück zur Anfangszeit
So haben sich inzwischen auch Imminence in die Riege der Bands eingereiht, die auch fernab der Heimat Erfolg haben. Und damit das so bleibt, ist die Band weiterhin fleißig dabei, neue Musik zu schreiben. Zwar gibt es noch kein konkretes Release-Datum für das neue Album. Doch mit „Come Hell or High Water“, „Desolation“ und „Heaven Shall Burn” sind schon drei Singles erschienen, die Hoffnung auf noch mehr neue Musik in naher Zukunft machen.
Für Imminence fühlen sich die neuen Songs nicht nur sehr gut an, sondern auch wie eine Art Rückkehr zu den ersten Tagen als Band. „Musikalisch haben wir uns im Laufe der Zeit sehr verändert. Zum Teil hatte unsere Musik gar nicht mehr so viel mit Metal zu tun. Doch die neuen Songs gehen wieder in die Richtung von Metal, die wir ganz am Anfang gespielt haben.“, erklärt Harald Barret den musikalischen Werdegang der Band. Also ganz so wie früher – nur eben mit der Erfahrung von fast zehn Jahren als Band. Bleibt zu hoffen, dass es für Imminence noch viele Jahre weiter geht und die Band irgendwann nur noch als Avatare Konzerte spielt. Dafür ist die Live-Qualität von Imminence einfach viel zu beeindruckend.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Philipp Mirschel (stray.view)


