
Caskets: „Dass unser Label aus den USA kommt, hilft uns dort enorm.“
Die Engländer im Talk beim Jera On Air.
Mauritz Hagemann
Gut gelaunt erscheinen Matthew Flood und Craig Robinson, Sänger und Gitarrist der englischen Post-Hardcore-Band Caskets zum Interview beim Jera On Air. Ob die beiden da schon ahnen, dass sich die englische Fußballnationalmannschaft wenige Stunden mit viel Glück im Achtelfinale der Europameisterschaft durchsetzen wird? Vielleicht freuen sich die beiden aber auch, dass es nach einem äußerst stürmischen Samstagabend am Sonntag in Ysselsteyn wieder deutlich freundlicher aussieht. Oder darüber, dass es Caskets zumindest zu einem Festival auf das europäische Festland geschafft haben.
Das erste Mal Jera On Air
Gründe für die gute Laune gibt es also einige. Ganz sicher gehört auch die Tatsache, dass Caskets zum ersten Mal überhaupt beim Jera On Air sein, dazu. Auch wenn Matthew Flood und Craig Robinson zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht allzu viel Zeiten hatten, sich mit den Festivalgelände vertraut zu machen, so ist der erste Eindruck durchweg positiv. „Ich glaube, das ist hier ein richtig nettes Festival. Wir haben gerade schon ein paar Bands sehen können und auch das Gelände sieht richtig gut aus.“, berichtet Robinson. Für die Bands aus Leeds ist das Jera On Air das einzige Festival, das sie 2024 auf dem europäischen Festland spielen. In jedem Fall also ein besonderer Anlass – aber auch bedauerlich, dass es nicht mehr Festivals geworden sind? „Natürlich hätten wir gerne mehr Festivals hier in Europa gespielt, aber es passte leider terminlich nicht.“, erklärt Matthew Flood.


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Caskets haben den Durchbruch in den USA schon geschafft
Langweilig wird es der 2018 als Captives gegründeten Band allerdings auch ohne die ganz große Festivalsaison in diesem Jahr nicht. Zum einen gab es in der britischen Heimat einige weitere große Festivals wie das Slam Dunk und zum anderen ist der Tourkalender der Band in diesem Jahr auch so ziemlich gut gefüllt. Im Frühjahr waren die USA und Australien dran und im Herbst geht es ein weiteres Mal über den Atlantik Richtung Nordamerika.
Haben Caskets keine Probleme, in den USA Fuß zu fassen? Schließlich berichten viele Bands immer wieder davon, wie lange es dauert, bis sich das Touren im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch nur annähernd lohnt. Caskets kennen diese Probleme tatsächlich nicht. „Wir sind wirklich sehr früh sehr positiv in den USA aufgenommen worden. Wir haben dort eine sehr stabile Fanbase.“, zeigt sich Craig Robinson sehr glücklich über diesen Umstand. „Ich denke, dass wir dies unserem Label SharpTone Records zu verdanken haben. Sie haben ihren Sitz in den USA und uns dort schon früh bekannt gemacht. Dass unser Label aus den USA kommt, hilft uns enorm.“


Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Neues Material ist bei Caskets noch nicht in Sicht
Das leuchtet ohne Frage ein. Und so freuen sich die beiden auch schon sehr darauf, ein zweites Mal in diesem Jahr mehrere Wochen durch die USA zu touren. Am Jahresende werden Caskets wohl ähnlich viele Shows wie im letzten Jahr, als es über 60 Mal auf die Bühne ging, gespielt haben. Bleibt da eigentlich noch Zeit, an neuer Musik zu arbeiten? Hin und wieder schon, doch auf einen Nachfolger des vor genau einem Jahr erschienenen Albums „Reflections“ müssen wir uns wohl noch ein wenig warten. Wenn es dann aber neue Musik geben wird, will die Band den Stil des jüngsten Albums im Großen und Ganzen beibehalten. „Man hat natürlich immer neue Ideen und entwickelt sich weiter. Doch insgesamt sind wir mit „Reflections“ immer noch sehr zufrieden.“, erklärt Craig Robinson.
Die MoreCore-Redaktion war es vor einem Jahr auch, kritisierte aber, dass die Songs hier und da nicht catchy genug seien. Eine Kritik, die Craig Robinson und Matthew Flood zumindest im Ansatz nachvollziehen können. Auf „Reflections“ sei es eben viel um die Weiterentwicklung des Caskets-Sounds gegangen. Auf einem neuen Album könnte dann die Eingängigkeit der Songs wieder mehr im Vordergrund stehen.
Das hört sich doch sehr vielversprechend an oder? Mit oder ohne neue Songs – Caskets können gerne auch mal wieder auf Headliner-Tour nach Deutschland kommen. In diesem Jahr wird es aufgrund des vollen Terminkalenders zwar eng, aber man arbeite dran, versprechen die beiden zum Abschluss. Das sind doch sehr gute Aussichten!
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Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)


