
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Pandemie. Die Branche steht beinahe still. Schlechte Zeiten. Die Herren von The Offspring geben mit ihrem neuen Album „Let The Bad Times Roll“ allerdings die Möglichkeit, auch die schlechten Zeiten zu zelebrieren und vorbeiziehen zu lassen. Wie das neue Album klingt und ob es schlechte Zeiten wirklich wegbläst, das erfahrt ihr in unserer Review.
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The Offspring geben ab Sekunde eins Vollgas
Bereits im ersten Song „This Is Not Utopia“ zeigt die Band um Frontmann Bryan „Dexter“ Holland, dass sie ihren Sound keineswegs verändert haben. Das sich anfangs musikalisch zurücknehmende Stück lässt dem Gesang den Vortritt, um in den Vordergrund zu schreiten, ehe die Band folgt. Der Song weist den gewohnten schnellen Punk-Sound der Band auf, die bereits seit 1984 besteht.
Darüber hinaus positioniert sich die Kombo gleich im ersten Track politisch und darüber hinaus US-kritisch. Ein Ton, der neben dem Text im Ohr bleibt, ist außerdem das Klingen des Right-Beckens von Drummer Pete Parada, welches durchweg im Song hervorsticht, jedoch keineswegs stört.
Es wird sommerlich
Das bereits angesprochene Zelebrieren schlechter Zeiten ermöglicht die Band mit ihrem Titeltrack „Let The Bad Times Roll“ problemlos. Der Song beginnt mit akustischen Gitarren, verwandelt sich dann allerdings in einen tanzbaren und ausgelassenen Track im Offbeat. Der sommerlich-jung klingende Refrain wird zusätzlich durch Claps unterstützt. Diese drängen sich dabei kaum auf, sondern runden den Eindruck vielmehr ab.
Es macht Spaß, einen so frischen Song von einer Band zu hören, die mittlerweile mehr Jahre auf dem Buckel hat, als einige ihrer Hörer. Vielleicht hält Punkrock einfach jung! Diesem Song schließen sich Tracks wie „Breaking These Bones“, oder auch „Coming For You“ an, die in eine ähnliche Kerbe schlagen.
Und auch auf ihrem zehnten Studio-Album schaffen es The Offspring, ihren Humor nicht zu verlieren. Mit „We Never Have Sex Anymore“ bietet die Band einen verspielten Rock-Song, der durch Bläser noch einmal an Fülle gewinnt. Gleichzeitig ist das Stück mit einem leichten Augenzwinkern zu verstehen.
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Ein Wiedersehen mit alten Bekannten
Insgesamt sind zwei Songs auf „Let The Bad Times Roll“ hervorzuheben. Zum einen ist es das Stück „The Opioid Diaries“, ein rotzig und dennoch melancholisches Kraftpaket, das von Beginn an Spaß bereitet; zum anderen der Song „Gone Away“.
Fans der Band werden bei diesem Titel sicherlich die Stirn runzeln, war das Stück doch bereits auf dem Album „Ixnay on the Hombre“ aus dem Jahre 1997 vertreten.
Das Werk bekommt 24 Jahre nach seinem ersten Release eine vollständige Politur. Die Klavier-Balade, welche durch Streicher zusätzlich emotional aufgeladen wird, strotzt vor Emotionen und ermöglicht es dem Hörer, das Stück in einem ganz neuen Licht zu sehen.
Foto: Daveed Benito / Offizielles Pressebild
Fazit
Mit ihrem zehnten Studioalbum „Let The Bad Times Roll“ beschreiten The Offspring ihren gewohnt gradlinigen und punkigen Weg. Das Album fügt sich nahtlos in die Legacy der Band ein und überrascht stilistisch eher weniger. Trotz allem ist es bestückt mit feinstem Punkrock-Material, das die Fans freuen und live noch besser zur Geltung kommen wird. Die Sahnehaube bildet die Neuinterpretation des Songs „Gone Away“, welche zu einem völlig neuen Stück wird.

▶Tracklist 12 Songs
- 1This Is Not Utopia
- 2Let The Bad Times Roll
- 3Behind Your Walls
- 4Army of One
- 5Breaking These Bones
- 6Coming for You
- 7We Never Have Sex Anymore
- 8In the Hall of the Mountain King
- 9The Opioid Diaries
- 10Hassan Chop
- 11Gone Away
- 12Lullaby
