
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Cold Hart und die GothBoiClique. Zwei Namen, die seit Beginn des Kollektivs fest zusammen gehören. Wer diese Namen nicht kennt, dem sind wahrscheinlich zwei Wegbereiter einer der aufstrebendsten Musikgenres der letzten Jahre durch die Lappen gegangen.
Mit dem Emo-Rap vereint der Künstler und Einflüsse aus Pop-Punk, Rock, Dark Wave, Rap und unterlegt das Ganze mit ebenso simplen wie eingängigen Trap-Beats. Mit seinem zweiten Album „Every Day Is A Day“ veröffentlicht der US-Amerikaner mit philippinischen Wurzeln am 27. August gleich 16 neue Tracks via Epitaph Records. Wie das Ganze klingt? Das wollen wir euch selbstverständlich nicht vorenthalten.
Instagram Post
Eine der größten Inspirationen auf „Every Day Is A Day“ waren nach eigenen Angaben The Cure. Eine Band, mit der Cold Hart aufwuchs. Dieser Einfluss zieht sich wie ein roter Faden durch die einzelnen Tracks des Neuen Longplayers und beginnt gleich beim ersten Song „Nein“.
Besonders die monotonen und eher minimal gehaltenen E-Drums überzeugen, gepaart mit den Synthesizern. Darüber hinaus liegt auf dem gesamten Stück eine Art Filter, der an ein altes Radio erinnert und ein beinahe ohnmächtiges Gefühl vermittelt.
Cold Hart schlägt eine neue Richtung ein…
Doch es ist nicht nur „Nein“, bei dem Fans an die Hochzeiten des New Waves denken dürften. „No Be New“ geht durch seine verträumt-düsteren Gitarren in eine ähnliche Richtung. Die zu erwartende, große Energieentladung, auf die der Song hinsteuert, bleibt allerdings aus.
Eine Besonderheit, die sich auf „Every Day Is A Day“ abzeichnet ist die Verwendung von realen Drums. Diese verleihen einzelnen Stücken einen organischen und treibenden Sound.
Auch der Titelsong „Every Day’s A Day“ überzeugt mit elektronischen Gitarren, die dem gesamten Track einen punkigen Grundton verleiht. Damit geht der Künstler in eine Richtung, die ähnlich zu vergangenen Veröffentlichungen von Musikern wie Machine Gun Kelly oder Horse Head erscheint.
…und vernachlässigt dabei seine Wurzeln nicht.
Trotz des weiterentwickelten Sounds kann man Cold Hart nicht unterstellen, dass er seinen Stil um 180° gedreht hätte. Songs, wie „Stolen Car“, oder „Wild Wild West“ strotzen nur vor Trap-Power und versprühen auf der einen Seite eine Leichtigkeit, und gehen auf der anderen Seite in die Tiefen der Emotionen der Hörer*innen. Die tiefsitzenden Emotionen, die der Musiker in seiner Musik verarbeitet, kommen dabei äußerst real und ungefiltert beim Hören durch.
„Grand Central“ pflanzt bereits ab der ersten Sekunde das Bild eines langsamen Sonnenaufgangs in den Kopf und beim letzten Song „Perfect Blue“ ist es so, dass man die Schritte im Sand im wahrsten Sinne hören kann. Dies ist ein Symbol für den Umzug, den der Musiker im vergangenen Jahr beschritt und der ihn nach Kalifornien brachte, wo er sich nach eigenen Angaben angekommen fühlt.
Doch dort wo Licht und Leichtigkeit sind, dort ist auch Schatten und Schwere. „Mary Annette“ transportiert genau diese Gefühlslage und spielt dabei mit Elementen des Dark Waves.
Die Dunkelheit trägt Cold Hart bereits sein Leben lang mit sich mit und kanalisiert sie auf diese Art und Weise in einem kreativen Prozess. Dabei ist es ihm wichtig diese Charakterseite nicht zu betäuben, sondern damit zu leben und einen Einklang zu schaffen.
Foto: Cold Hart / Offizielles Pressebild von Epitaph Records
Fazit
Mit seiner neuen Veröffentlichung entwickelt sich der Musiker Cold Hart weiter. „Every Day Is A Day“ geht scheinbar grenzenlose Wege, ohne dabei den eigenen Stil zu vergessen. Ein moderner Grundsound, gepaart mit eingängigen Trap-Beats und einer Menge inhaltlicher Emotionen erwartet die Hörer*innen. So kann Musik im Jahre 2021 klingen!

▶Tracklist 16 Songs
- 1Nein (feat. Yawn)
- 2Decompose
- 3Every Day's A Day
- 4Stolen Car (feat. Drippin' So Pretty)
- 5Movie Night
- 6Miscommunication
- 7One Call
- 8To Be New
- 9Make Up
- 10Wild Wild West
- 11Silver Stars
- 12Grand Central
- 13How To Read An Aura
- 14Mary Annett
- 15Hypothermia
- 16Perfect Blue