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Trümmer - Früher war gestern
ReviewRock

Trümmer

Früher war gestern

Album

VÖ 17. September 2021Pias Germany (Rough Trade)cd · vinyl
Kevin Postir/14. September 2021
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
K

Kevin als das MoreCore-Nordlicht zu bezeichnen, würde wahrlich zu kurz greifen. Zwar ist der leidenschaftliche St.Pauli-Fan in Hamburg zuhause, hat aber unverkennbar sowohl rheinländische als auch italienische Wurzeln. Genau so vielfältig wie sein Stammbaum sind auch seine Aufgaben bei MoreCore. Teil des Headquarters, Feel Good Manager und Redakteur auf allen Ebenen. Wie man daneben noch Zeit für Langstreckenläufe und den Viersaiter in einer Pop Punk-Band findet, weiß wohl nur Kevin selbst. Aber egal, was er macht: Er macht es gut und mit ganz viel Herzblut.


Es hat etwas gedauert. Genau genommen sind fünf Jahre vergangen, seitdem Trümmer ihr zweites Album „Interzone“ veröffentlichten. Mit „Früher war gestern“ meldet sich das Quartett aus Hamburg zurück. Wie die Platte, die am 17. September 2021 erscheint, klingt und ob die Band an die vergangenen Releases anknüpfen kann, das erfahrt ihr in unserer Review.

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Bereits im ersten Song „Wann wenn nicht“ werden die Hauptmerkmale von „Früher war gestern“ deutlich. So handelt das Stück inhaltlich vom Aufbruch und gibt sich dabei in melancholischer Art und Weise optimistisch. Die Band formuliert dabei mit einem crunchigen Sound den Appell, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und aktiv zu werden.

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Auch „Aus Prinzip gegen das Prinzip“ besitzt diesen Vibe. Die eingängige Emotionalität, die Schwere, der graue Großstadtsound – all das passt sehr gut zusammen. Trümmer knüpfen damit nahtlos an vergangene Werke an, zeigen allerdings eine Weiterentwicklung durch den modernen Stil. Dabei fällt vor allem der Refrain auf, der direkt ins Ohr geht und dort seine Lager aufschlägt.

Trümmer bieten Songs zum verstehen nicht zum konsumieren

Insgesamt liegt der Fokus der Tracks deutlich auf dem lyrischen Inhalt. Trotz der Verwendung von verträumtem Sound wie in „Dort“ oder der beinahe quälenden Ruhe in „Weißt du noch“ nimmt sich die instrumentale Ausgestaltung noch einmal mehr zurück, wenn Sänger Paul Pötsch startet.

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Die Vocals sind dabei keinesfalls eintönig, denn auch dort werden unterschiedliche Stilmittel verwendet. Vom eher gehauchten Sound in „Weißt du noch“ bis zu einem eher kraftvollen, direkten und gleichzeitig sehr intimen Klang in „Zwischen Hamburg & Berlin“ reizt die Band ihr Repertoire aus. Dadurch, dass der Fokus so stark auf den Texten liegt, fallen kleinere Punkte deutlicher auf und so wirkt es an vereinzelten Stellen etwas repetitiv.

Eine Symbiose aus Text und Musik

Auffallend ist, dass die neuen Trümmer-Songs definitiv abgeschlossen klingen. Musik und Text sind wie miteinander verschmolzen und ergänzen sich zu einem runden Bild.

„Der Regen“ beginnt mit selbigen Geräuschen und thematisiert die Vergänglichkeit, während der Text in seiner Ausgestaltung gleichzeitig so fließend ist, wie ein Regen-Rinnsal am Rande der Elbchaussee, welches in die Kanalisation läuft.

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Bei aller Verspieltheit gibt es mit „Draußen vor der Tür“ einen klaren, härteren Song, welcher neben seinem rockigen Touch auch Jazz-Elemente aufweist, die sich problemlos in den Rahmen einfügen. Dabei handelt es sich um einen politischen Song, der die llare Message für Freiheit und Gerechtigkeit auf seiner Fahne stehen hat.

Trümmer entlassen die Hörer*innen in den Herbst

Auch wenn „Tauben an der Ihme“ dramaturgisch noch eine Schippe drauf legt und besonders durch den anschwellenden Gesang ein hohes Maß an Emotionalität transportiert, so endet „Früher war gestern“ entspannter. „Wie Spazieren geht“ nimmt die Fans mit auf einen Spaziergang. Genau so entspannend wie ein Spaziergang im Herbst sein kann, so ist auch dieses Stück, das eine ruhige, melancholische Stimmung verbreitet, bei dem man vor dem inneren Auge die ersten Blätter von den Bäumen fallen sehen kann. Der perfekte Abschluss für das Album und der perfekte Einstieg in die kommende Jahreszeit.

Foto: Trümmer / Offizielles Pressebild

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Fazit

9/10
· Hervorragend

Mit ihrem neuen Album „Früher war gestern“ melden sich Trümmer zurück und sind von Beginn an wieder da! Das Album thematisiert die Vergänglichkeit, schaut zurück und gleichzeitig nach vorn und schafft es, durch deine Symbiose aus Gesang und Musik zu überzeugen. Es handelt sich um Musik mit einer klaren Aussage und darauf legt die Band den Fokus. Für den einfachen Konsum ist der neue Release von Trümmer sicherlich nichts, Fans von lyrisch formulierten Inhalten und Messages werden sich mit diesem Album allerdings gut aufgehoben fühlen.

Trümmer - Früher war gestern

Trümmer

Früher war gestern

Album

VÖ 17. September 2021

cd · vinyl

Pias Germany (Rough Trade)

▶Tracklist 11 Songs
  1. 1Wann wenn nicht
  2. 2Aus Prinzip gegen das Prinzip
  3. 3Weißt du noch
  4. 4Scherben
  5. 5Dort
  6. 6Der Regen
  7. 7Draußen vor der Tür
  8. 8Kintsugi
  9. 9Zwischen Hamburg & Berlin
  10. 10Tauben an der Ihme
  11. 11Wie Spazieren geht
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
Trümmer·Rock

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Trümmer
Foto: Trümmer / Offizielles Pressebild

Trümmer

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Foto: Trümmer / Offizielles Pressebild

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