
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Im Jahre 2011 gründete sich die kanadische Band Seaway und veröffentlichte seither zwei Studioalben. Nun erscheint mit „Big Vibe“ das bereits dritte Album des Quartetts via Pure Noise Records. Produziert von Anton DeLost bietet die neue Scheibe elf neue Songs, die nach Aussagen der Band perfekt den Stand darstellen, an dem sich die Jungs in ihrer Karriere befinden. Wir haben uns „Big Vibe“ einmal genau angehört und wollen euch unsere Meinung dazu sagen.
Seaway erfüllen sich ihren Traum
Album Nummer drei sollte etwas Besonderes werden. Die Band erzählt bereits vor Release, dass „Big Vibe“ das Seaway-Album sein soll, dass sich die Band immer gewünscht hat. Losgelöst von sämtlichen Restriktionen. Dies begann bereits während der Schreibphase, in der die Gruppe unkonventionelle Wege ging und sich, nach eigenen Angaben, neu erfand.
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Generell überzeugt die Neuveröffentlichung aus Kanada durch eingängige Rock-Riffs, die definitiv im Ohr bleiben und ab der ersten Sekunde eine gute Stimmung verbreiten. Es ist beinahe so, als wäre eine erwachsenere Version eines College-Films auf eine CD gepresst worden.
Die Leichtigkeit und Freude, die die Band empfindet, ist bereits im ersten Song, „Brain In a Jar“ zu hören und spüren. Treibenden Drums, die sich durch das gesamte Album ziehen, geben den Drive von „Big Vibe“ vor und führen durch die Platte. Ein besonderes Beispiel hierfür ist der Song „Still Blue“, welcher bereits mit einem Musikvideo vor Release veröffentlicht wurde. Auf diesem Song variieren die Drum-Rhythmen zwischen Half- und Fulltime und erzeugen dadurch eigenständige Passagen, die den Hörer auf eine gefühlstechnische Achterbahnfahrt nehmen.
Neben den beschwingten Vocals und den eingängigen Gitarren gibt es nahezu in jedem Song entweder Claps oder ein Tamburin im Hintergrund, welche ebenfalls als stimmungsmachende Elemente fungieren.
Die Vielschichtigkeit ist ein weiterer wichtiger Punkt, wenn man sich das neuste Werk von Seaway zu Gemüte führt. Zu dem Sound der Band, der von Song zu Song zwar leicht variiert, allerdings in der Gesamtheit eher zwischen Pop-Punk und Rock variiert, stoßen an diversen Stellen Synthesizer dazu. Diese halten sich dezent im Hintergrund, den Klang runden sie gekonnt ab. Es sind also die kleinen, dezenten Dinge, die die Besonderheiten der Stücke ausmachen.
So beispielsweise die elektronischen Drums in „Wild Thing“, die einen 80s-Vibe versprühen, stehen im Kontrast zu den verwendeten Akustik-Gitarren. So entsteht durch das zusätzlich verwendete Glockenspiel ein verträumt klingender Song, der an Facettenreichtum nur so strotzt.
Ein weiteres Beispiel ist der Track „Mrs. David“. Auch wenn der zu Beginn verwendete Flanger-Sound der Gitarren nicht unbedingt jeden Geschmack treffen wird, so handelt es sich um einen eingängigen Pop-Punk-/ Pop-Rock-Song, der es schafft, eine Prise Melancholie einzustreuen und auf seine ganz eigene Weise sehr angenehm und erwachsen wirkt.
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Auffallend ist, dass nicht nur die einzelnen Songs auf „Big Vibe“ stilistisch sehr nah beieinander liegen; auch die Songstruktur ähnelt sich. So ist auf einem Großteil der Stücke eine Passage, die live zum Mitklatschen animieren wird oder alternativ für einen Singalong genutzt werden kann. So kann es durchaus sein, dass bei einem stringenten Durchhören der Songs die wirklich spürbare Abwechslung fehlt.
Generell sollten die neuen Songs auf „Big Vibe“ als großes Ganzes gesehen werden. Es ist diese positive Grundstimmung, dieser BIG VIBE, der von Song zu Song übergeht, sich auf den Hörer legt und für ein gutes Gefühl oder ein Lächeln sorgt. Trotz der Kritikpunkte der Repetition und der teils mangelnden Vielfalt macht die Platte nicht nur der Band, sondern auch dem Fan eine Freude. Und was will man bitte mehr?
Foto: Seaway / Offizielles Pressebild
Fazit
Mit ihrem neuen Album „Big Vibe“ schaffen es Seaway, die positiven Gefühle während des Schreibprozesses zu konservieren und auf den Hörer zu übertragen. Zwar kann man den Songs zu Lasten legen, dass sie sich insgesamt recht ähnlich sind und dass die Songstruktur zur Wiederholung neigt, das Album hinterlässt trotzdem eine gute Stimmung. Eine Platte, die sich sowohl für die dunkleren Tage als auch für das Sonntagsfrühstück auf dem Balkon eignet.

▶Tracklist 11 Songs
- 1Brain In A Jar
- 2Big Vibe
- 3Mrs. David
- 4Still Blue
- 5Wild Things
- 6Pathetic
- 7Sweet Sugar
- 8Peach
- 9If You Let Me
- 10Wicked
- 11Sick Puppy