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Tim Vantol - Better Days
ReviewFolkPunkrockRock

Tim Vantol

Better Days

Album

VÖ 22. Mai 2020Uncle Mcd · vinyl
Morris Schuster/22. Mai 2020
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M

Morris Schuster


Es ist wieder soweit: Tim Vantol veröffentlicht sein viertes Studioalbum „Better Days“ und gibt uns erneut einen tiefen Einblick in seine persönliche, kreative Welt der Solo-Musik. Die Herausgeber von Uncle M sprechen hier sogar vom „vermutlich […] mit Abstand persönlichste[n] Werk des Musikers”.

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Wir sind gespannt, denn das Schöne an Singer-Songwritern ist ja, dass meistens alles wie aus einem Guss wirkt und uns vor Augen (oder Ohren) führt, wie eine einzige Person aus der Analogie bekannter Instrumente im Zusammenspiel mit der meist einzigartigen Stimme des Interpreten etwas Neues gestalten kann und uns dabei mit den Geschichten, die dabei erzählt werden, trotzdem das Gefühl von Gemütlichkeit durch Identifikation gibt.

Tim Vantol versprüht mit „Better Days“ unbändigen Optimismus

Tim Vantol hat genau so eine Stimme. Direkt am Anfang der Platte stellt er es unter Beweis: „I don’t wanna be a part of this no more” dröhnt bei mir zu Hause durch die Boxen mit einer rauen und warmen Stimme, die dadurch so perfekt-unperfekt klingt, dass ich direkt meine innere Balance wiedergefunden habe.

Ich weiß von Anfang an, wohin mich das Album führt. Der Song, anfangs den Gesang nur durch Akkorde der Westerngitarre begleitend, geht (wie die meisten anderen Lieder auf dem Album) nach dem Intro full-instrumental und füllt die Begleitung mit crunchiger Rhythmus-Gitarre und Drumset auf.

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Mit dem dritten und titelgebenden Song „Better Days” beweist Tim Vantol aber ganz klar, dass er nicht nur der Lebenserfahrung besingende und wohlklingende Lagerfeuerunterhalter von nebenan sein kann, sondern dass er auch richtig gute Laune mit punkigen Gitarrenriffs und Refrains zum Mitsingen versprüht. Der Track geht nach vorne und gibt Potential für Liveshows, die die Crowd zum Feiern bewegt!

Textlich fasst er auch ganz gut zusammen, wofür das Album steht: Schwierige Lebenssituationen, die es zu meistern gilt, um die Vorzüge des Lebens genießen zu können. Better days are coming! Vermutlich ist der Song genau deshalb auch titelgebend.

„Better Days“ ist ein Album mit abwechlungsreichen Einflüssen

„Forgiveness” liefert uns Hörern im Gegensatz zu den vermehrt eher ruhigeren Songs und Stories wieder einen kleinen Ausflug in die Welt der Punk- und Rockeinflüsse. Die Strophen überzeugen hier mit einem wirklich eingängigen Fill durch eine E-Gitarre. Das klingt fett und sorgt im gesamten Album für Abwechslung.

Gut gewählt für die nächste Stelle ist dann der folgende Track „Not Today”, der anschließend sogar noch etwas ruhiger ausfällt als die anderen Lieder und so den Hörer wieder etwas runterholt und für einen entspannten Kontrast sorgt.

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Die bereits veröffentliche Single „5 Inch Screen” ist einfach strukturiert und fügt sich vom Stil auch sehr gut im Gesamtkontext ein. Mir persönlich ist der Track aber im Gegensatz zu fast allen anderen jedoch viel zu Basic durch einfaches Schlagzeug-Pattern und eine einfache Abfolge von Strophe und Refrain.

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Das sorgte dann auch dafür, dass mich der Rest des Albums wirklich mehr begeistert hat, als ich es vorher durch die Single erwartet hätte. Ich bin aber im Nachhinein überrascht, dass es genau dieser Song geworden ist und nicht z.B. „A River Full Of Reasons”, der voll kreativer Metaphern steckt (wenn ihr jetzt neugierig seid, solltet ihr reinhören!)

Der letzte Song „It’s Gonna Hurt” tut mir dabei wirklich ein bisschen weh, weil das Album schon zu Ende ist! Insgesamt hat es sich trotz seiner immerhin 35 Minuten Spielzeit relativ kurz angefühlt. Der letzte Song eröffnet aber mit einer schönen Botschaft, die man sich zum Ende beibehalten sollte: „What doesn’t kill you will make you stronger”.

Insgesamt verbreitet die Platte von vorne bis hinten Optimismus pur, um dann am Ende nochmal mit Stille und leichtem Rauschen alles auf sich wirken zu lassen. Wow!

Foto: Tim Vantol / Offizielles Pressebild

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Fazit

7.5/10
· Sehr stark

Tim Vantol ist durch seine einzigartige herzerwärmende Stimme wahnsinnig authentisch, da sie einen aus dem schnelllebigen Alltag der Neuzeit abholt und runterbringt. Die Stimme im Zusammenspiel mit der guten Komposition spiegelt die Emotionen hinter den Texten wider. Vantol setzt auf klassische und wenig bearbeitete, aber klare Sounds in seinen Instrumentals. Die Stärke liegt hier aber weniger in besonderen Überraschungen als eher in Produktion und vor allem in Gesang und in den Texten. Einflüsse, wie Chuck Ragan, hört man klar heraus; das dürfte für Tim Vantol bestimmt ein Kompliment sein. „Better Days” ist sicherlich nicht das Album des Jahres, muss sich aber auch nicht hinter anderen großen Werken verstecken und erst recht nicht hinter anderen Vertretern des Genres. Es handelt sich hier definitiv um eine Platte für Leute, die Geschichten mögen und auf der Suche nach einem stimmigen Gesamtwerk sind und für Hörer, die Wert auf Hygge legen und sich gerne von Atmosphäre einfangen und aufsaugen lassen und vielleicht zuhause nach einem stressigen Tag einfach noch einen entspannten Abend mit passender Musik im gemütlichen Wohnzimmer genießen wollen.

Tim Vantol - Better Days

Tim Vantol

Better Days

Album

VÖ 22. Mai 2020

cd · vinyl

Uncle M

▶Tracklist 10 Songs
  1. 1No More
  2. 2Tell Them
  3. 3Better Days
  4. 4A River Full Of Reasons
  5. 5Haven't You Learned
  6. 6Forgiveness
  7. 7Not Today
  8. 85 Inch Screen
  9. 9You Will Never
  10. 10It's Gonna Hurt
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Tim Vantol

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Foto: Tim Vantol / Offizielles Pressebild

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