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Tigercub - As Blue As Indigo
ReviewRock

Tigercub

As Blue As Indigo

Album

VÖ 18. Juni 2021Blame Recordingscd · vinyl
Kathrin Löffler/22. Juni 2021
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K

Kathrin ist ein Chamäleon des alternativen Musikgeschmacks, mit einem Faible für alles, was außergewöhnlich ist. Nichts bleibt vor ihr sicher – und erst recht kein Nischengenre. Da überrascht es wohl nicht, dass sie als Allrounder das MoreCore-Team tatkräftig unterstützt. Wenn sie nicht gerade voller Inbrunst an neuen Alben- und Live-Reviews schreibt, sitzt sie entweder in einem spannenden Bandinterview, um uns auf dem neusten Stand zu halten, oder verfasst informative MoreCore-Beiträge für die Website. Möchte man das Herz unserer Münsteranerin (jetzt Kölnerin) im Sturm erobern, dann am besten mit Sci-Fi-Lektüre aus den 60ern, Star Wars - kein Star Trek! - oder Lebkuchen.


Nach nunmehr fünf Jahren, seit das Trio Tigercub ihr letztes Album „Abstract Figures In The Dark“ auf den Markt geworfen hat, steht seit Freitag ihre neue Platte „As Blue as Indigo“ in den Plattenläden eures Vertrauens.

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Ihr Album „Abstract Figures In The Dark“ liegt ganze fünf Jahre zurück und auch ihre EP „Evolve Or Die“, die 2017 erschien, hat mittlerweile ein paar Jahre auf dem Buckel. Dass die neue Scheibe so lange auf sich hat warten lassen, liegt nicht zuletzt auch daran, dass Frontmann Jamie Hall in den letzten Jahren anderweitig unterwegs war. Doch für das neue Album an der Seite seiner Bandkollegen hat der Musiker sein Soloprojekt erstmal in den Hintergrund gerückt. Das Ergebnis ist ihr neuer Longplayer „As Blue as Indigo“.

Tigercub: Experimentell wie Muse – gefühlvoll wie die Beatles

Die Jungs steigen entspannt ein und was im ersten Moment an seichten Indie mit Jazz-Einflüssen erinnert, wechselt innerhalb weniger Augenblicke in eine vollkommen andere Richtung. Der Opener und Titeltrack des Albums brilliert mit einem hartem Gitarren-Sound, der stark an den Stil von Muse erinnert.

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An dieser Stelle kann ich bereits eine wichtige Tatsache vorwegnehmen: Dieses Gefühl, Muse hätten ihre Hände im Spiel, legt sich über einen Großteil der noch folgenden Songs. Dennoch machen Tigercub ihr ganz eigenes Ding daraus und verfeinern den Sound mit Elementen anderer Genres und geben eine Prise eleganter Härte obendrauf. Da könnten sich Muse höchstpersönlich noch eine Scheibe abschneiden.

Ein Highlight der Platte liefern die Jungs definitiv mit ihrem Song „Stop Beating on My Heart“, der als gemütliche Ballade beginnt und mit einem ohrwumverdächtigen Chorus aufwartet. Im nächsten Moment kommt die Band mit einer atemberaubenden Überraschung um die Ecke: Die Ballade „Funeral“ überzeugt mit gezupften Gitarren und Streichern im Hintergrund. Das Arrangement erinnert an die Balladen der Beatles und zeigt einmal mehr die Vielseitigkeit dieser jungen Band aus Brighton. Ein hinreißend trauriger Song, der mehr als stark aus dem Album hervorsticht.

„Built to Fail“ hingegen kommt mit einer Grunge-Attitüde daher, die das Album erneut in eine ganz andere Richtung zieht. Gefolgt von „Shame“, das die grungige Grundstimmung aufgreift und mit jazzigen Klängen versetzt. Im Stile des Bluesrock, kombiniert mit den Harmonien, wie man sie, erneut, üblicherweise bei Muse findet, setzt sich „Beauty“ im Gehörgang fest.

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Auch wenn ausnahmslos alle Songs der Platte aus der Reihe tanzen, weil einfach keiner dem anderen gleicht, schafft es „In the Autumn of My Years“ noch eine Schippe drauf zu setzten. Was zunächst als Indie deklariert werden könnte, endet im progressiven Metal. Eine Kombination, die es in dieser Form sicherlich nur bei Tigercub zu finden gibt und ein weiteres Mal das Talent und die Diversität dieser Band aufzeigt.

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Eine positive Überraschung

In den zehn Songs, die Tigercub mit ihrem neuen Album „As Blue as Indigo“ abliefern, gleicht kein Track dem anderen. Trotzdem herrscht eine einmalige Symbiose aus unterschiedlichsten Stilen, die perfekt miteinander harmonieren und den Unterkiefer herunterklappen lassen. Selten lässt mich ein Album so positiv verblüfft zurück, wie es dieses getan hat. Diese Platte übertrifft bei Weitem alle meine Erwartungen.

Auch wenn viele Bands gerne von sich behaupten, sie ließen sich in keine Schublade stecken, so scheint es in diesem außergewöhnlichen Fall tatsächlich zuzutreffen. Hier treffen so viele Stile aufeinander, dass Fans von Indie, Bluesrock, Alternative, Progressive, Modern Metal und Grunge mindestens einen Song finden, den sie für sich beanspruchen würden.

Doch bei aller Begeisterung, schwebt trotzdem immer dieser permanente Muse-Vibe über den Songs, den man einfach nicht aus dem Hinterkopf bekommt.

Bild: YouTube / „Tigercub – Funeral“

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Fazit

9.5/10
· Zeitlos

Tigercub liefern ein Album, das auch in der Diskografie von Muse einen Platz gefunden hätte. Sie machen sich den experimentellen Sound zu Eigen und versetzen ihn mit allerhand ausgefallenen Stilrichtungen und einer geballten Ladung Härte. Und als wäre das nicht überzeugend genug, besticht „As Blue as Indigo“ darüber hinaus mit gänsehautverdächtigen Balladen, elektrisierenden Alternative-Rocksongs und ohrwurmverdächtigen Stadionhymnen. Alles in allem ein grandioses Album, dass auf ganzer Linie überzeugt.

Tigercub - As Blue As Indigo

Tigercub

As Blue As Indigo

Album

VÖ 18. Juni 2021

cd · vinyl

Blame Recordings

▶Tracklist 10 Songs
  1. 1As Blue As Indigo
  2. 2Sleepwalker
  3. 3Blue Mist In My Head
  4. 4Stop Beating on My Heart (Like A Bass Drum)
  5. 5Funeral
  6. 6Built To Fail
  7. 7Shame
  8. 8As Long You’re Next to Me
  9. 9Beauty
  10. 10In the Autumn of My Years
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