
American Nightmare
Album
Damals noch für den eigenen Musikblog geschrieben, entschied sich Maik 2015 bei MoreCore anzuheuern und nahm unseren Jonas gleich mit. Mittlerweile kümmert er sich als Redakteur um den Bereich "Features und Interviews", legt auf unseren MoreCore Partys auf, betreibt mit Linn unseren Podcast "Kerngeschäft" und ist auch immer mal wieder vor der Kamera bei MCTV zu sehen. Im Team gilt er insgeheim als das sympathische Multitalent. In seiner Freizeit sammelt er Schallplatten, schaut so ziemlich jedes Fußballspiel und isst für sein Leben gerne Pizza.
Zugegeben: Es gibt sicherlich einfachere Geschichten nachzuerzählen, doch American Nightmare gehört zu den Bands, wo sich die Mühe lohnt. Rechtsstreitigkeiten um den Bandnamen, Mitgliederwechsel und die eigenen persönlichen Dämonen führten dazu, dass die Band 2004 – sechs Jahre nach der Gründung – das Handtuch warf. Mit ihrem ersten Output seit 14 Jahren melden sich die Hardcore-Recken aus Boston nun zurück und überzeugen auf ganzer Linie.
American Nightmare frisch wie eh und je
Mit sporadischen Shows unter anderem beim Groezrock Festival 2015 oder der Together Fest Tour 2017 mit Youth Of Today sorgten American Nightmare in Europa immer mal wieder dafür, dass sie nicht ganz in Vergessenheit geraten. Vor allem Sänger Wes Eisold litt in der Zwischenzeit nicht an Langeweile, hatte er mit Cold Cave sein musikalisches Ventil gefunden und auch als Autor aktiv.
Trotz alledem klingt „American Nightmare“ nicht wie eine Platte, die erzwungen wurde: erst eher „klassisch“ mit mehr Hang zum Punk wie im ersten Drittel („The World Is Blue“, „Flowers Under Siege“, „American Death“) vollzieht die Platte im Verlauf eine gewisse Entwicklung. Die Songs werden länger, melodischer und bieten den Vocals immer mehr Raum, wie in „Gloom Forever“ oder „Colder Than Death“, die Spuren von Post-Punk enthalten und sogar Vergleiche mit Kollegen wie Touché Amoré zulässt. Über allem schwebt stets eine tiefschwarze, beklemmende Stimmung, die mit Zeilen wie „All my life I‘ve dreamed about death“ („Dream“) oder „The prison of skin that I‘m trapped in“ („Colder Than Death“) herzlich wenig Zweifel über Eisolds Gefühlszustand und den Kampf mit seinen Depressionen offen lässt.
Fazit:
American Nightmare klingen so als wenn sie nie weg gewesen wären. Ein sehr starkes, wenn auch kurz(weilig)es Comeback, was die Herren aus Boston am Jahresende sogar auf die eine oder andere Bestenliste bringen könnte.
Wertung: 9/10
Band: American Nightmare
Album: American Nightmare
Veröffentlichung: 16.02.2018

American Nightmare
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