Damals noch für den eigenen Musikblog geschrieben, entschied sich Maik 2015 bei MoreCore anzuheuern und nahm unseren Jonas gleich mit. Mittlerweile kümmert er sich als Redakteur um den Bereich "Features und Interviews", legt auf unseren MoreCore Partys auf, betreibt mit Linn unseren Podcast "Kerngeschäft" und ist auch immer mal wieder vor der Kamera bei MCTV zu sehen. Im Team gilt er insgeheim als das sympathische Multitalent. In seiner Freizeit sammelt er Schallplatten, schaut so ziemlich jedes Fußballspiel und isst für sein Leben gerne Pizza.
Hello Exile: Kaum treffender hätten es The Menzingers im letzten Herbst beschreiben können, was uns in diesem Jahr bevorstehen würde. Hatten sich die Jungs gerade aufgemacht, um mit ihrem sechsten Album im Gepäck die Clubs dieser Welt zu bespielen, so nahm die Reise ein abruptes Ende. Doch die Menzingers wären nicht die Band, die sie sind, wenn sie nicht auch hierfür ein Ass im Ärmel hätten.
The Menzingers: Aus der Not eine Tugend machen
Mit Wehmut blicken die US-Punk Rocker auf ihre letzte Show im März 2020 zurück: The show was surreal, everyone in the room knew it was the last time we’d be able to gather like this for a long time, and with the world unraveling by the minute… well… we had ourselves one last good time“, erzählt Sänger und Gitarrist Greg Barnett über das Konzert, das am 14. März im australischen Melbourne stattfand.
Wie eigentlich jeder Künstler in diesem Jahr, mussten auch The Menzingers ihre Pläne über den Haufen schmeißen und standen auf einmal vor dem Nichts, oder schlimmer noch – vor der Ungewissheit, wann und wie es weitergehen würde. Doch statt die Köpfe in den Sand zu stecken, entwickelte das Quartett Ideen, um trotz Social Distancing weiterhin kreativ zu sein.
So entstand der Gedanke, „Hello Exile“ neu aufzulegen und knapp zwölf Monate später im neuen Gewand als „From Exile“ zu veröffentlichen.
From Exile: Nicht nur was für The Menzingers-Fans
War „Hello Exile“ ein sehr gutes Album, das die Band nach dem ebenso starken „After The Party“ (2017) die Herzen aller Fans von kernigem Punk-Rock à la The Gaslight Anthem, Against Me! mit einer ordentlichen Prise Bruce Springsteen höherschlagen ließ, so lässt man es auf „From Exile“ sehr viel ruhiger angehen.
Wer aber eine reine Akustik-Version von „Hello Exile“ erwartet, der wird überrascht: Akribisch arbeiteten The Menzingers an allen zwölf Songs, fügten Details und Arrangements, teilweise neue Instrumente und sogar Textzeilen hinzu.
Das gelingt der Band so gut, dass Zeilen wie „With all of my anger I scream and shout, America, I love you but you’re freaking me out“ nicht nur aufgrund des bekannten Kontextes für Gänsehaut sorgen.
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Auch Songs wie „Last To Know“, das einen im Intro durch seinen Elektro-Sound kurz auf die falsche Fährte lockt, oder das schaurige „I Can’t Stop Drinking“ wissen zu überzeugen, während „Strangers Forever“ verträumt mitnicken lässt.
So profitieren The Menzingers nicht nur vom ohnehin sehr guten Quellenmaterial, sondern auch von ihrem Drang, ein eigenständiges Werk zu schaffen, das auch für diejenigen interessant sein dürfte, die es an kühlen Herbsttagen etwas ruhiger angehen wollen.
Foto: Jess Flynn / Offizielles Pressebild
Fazit
"From Exile" ist eine tolle Neuauflage eines ohnehin starken Punk-Rock-Albums. Dabei überzeugen The Menzingers durch den Ansatz nicht nur den "den Stecker zu ziehen", sondern die Songs in ein neues Gewand zu hüllen. Ein Must Listen in diesem Herbst!

▶Tracklist 12 Songs
- 1America (You're Freaking Me Out)
- 2Anna
- 3High School Friend
- 4Last To Know
- 5Stranges Forever
- 6Hello Exile
- 7Portland
- 8Strain Your Memory
- 9I Can't Stop Drinking
- 10Strawberry Memory
- 11London Drugs
- 12Farewell Youth

