
Musiker durch und durch. Ein Leben ohne Mucke machen, hören und live erleben, gibt es für Malin nicht. Dementsprechend ist Musik auch Malins Lieblings-Gesprächsthema. Und damit er seinem Umfeld damit nicht zu sehr auf die Nerven geht, schreibt er einfach für MoreCore. Die neuesten Alben von altbekannten und gefeierten Artists, vom Underdog aus dem Nischengenre, von lokalen Konzerten oder den großen Festivals – you name it – Malin wird euch etwas dazu erzählen. Als Schlagzeuger, Musiklehrer und Student der sozialen Arbeit findet er, dass man Musik und Menschen nicht trennen kann oder sollte, denn nichts macht Musik schöner, als die Gemeinschaft und das Miteinander. Wenn er euch nicht gerade von seiner Plattensammlung berichtet, probt und schreibt er wahrscheinlich mit seiner Band Small Strides, stopft sich den Bauch mit Guacamole voll oder steht am Fenster und beobachtet die Hunde in der Nachbarschaft.
“Don’t judge people without knowing them, always treat people with compassion. Love always wins.” The Luka State aus Winsford – einer kleinen Gemeinde zwischen Liverpool und Manchester – zeigen sich auf ihrem zweiten Album “More Than This” von vielen Seiten. Zum einen wäre da diese hungrige, frische Band, die es kaum erwarten kann, nach ihrem Start zu Pandemiezeiten endlich um die Welt zu ziehen und Menschen mit ihren energiegeladenen Songs in Bewegung zu versetzen. Zum anderen sind dort aber einfach vier Freunde aus Kindheitstagen, die das Kleinstadtleben und die mentale Gesundheit des Einzelnen besingen – und dabei eine angenehme Nahbarkeit ausstrahlen.
The Luka State zeigen sich glatter
Haben sich The Luka State auf ihrem Debütalbum “Fall In Fall Out” (2021) noch etwas frecher zwischen Indie und Punk präsentiert, so manövrieren sie ihren Sound auf “More Than This” nun mehr in Richtung von stadiontauglichem Alternative Rock. Dabei klingen sie aber immer noch angenehm rau und lassen auf keinen Fall Ecken und Kanten vermissen.
Der von einer dreckigen Bassline getriebene Opener “Bring Us Down” stellt dies ohne Umwege klar und auch Songs wie “Tightrope” erinnern an die rohe Energie, die auch die Foo Fighters in den größten Arenen entfesseln. Aber auch gefühlvollere Nummern wie das U2-esque “Swimming Backwards” stehen den Briten wirklich hervorragend.
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Sowohl im Songwriting als auch in der Produktion erlauben sich The Luka State keine bis wenige Fehltritte. Alle Tracks besitzen einen sinnigen, roten Faden und eine gewisse Schnörkellosigkeit, die das Album sehr gut als Ganzes hörbar machen. In der Produktion sind alle Instrumente angenehm eingebettet und klingen – trotz des auf die breite Hörer:innenschaft ausgelegten Sounds – rough und druckvoll.
Während sich vergleichbare Genrevertreter:innen oft bis ins kleinste Detail ausproduzieren, verfolgt das Quartett einen organischeren Ansatz, um nicht zu durchkalkuliert zu wirken. Dennoch scheuen sie sich auch nicht davor, ihren Songs durch die Integration von Akustikgitarren oder Streichern weitere Ebenen hinzuzufügen.
Definitiv radiotauglich
Auch die Hits sind auf “More Than This” zahlreich vertreten. Während “Two Worlds Apart” allein schon durch das catchige Opening Riff einen gewissen Sog erzeugt, besticht der Titeltrack vor allem durch einen punkigen Grundton und ein fulminantes Finale, das den ohnehin schon energiegeladenen Song perfekt abrundet. Auch “Stick Around” erinnert an die goldenen Momente der 2000er Rockmusik.
The Luka State kann man definitiv nicht vorwerfen, dass sie nicht wüssten, was sie wollen. So lässt sich nur noch ein wenig mehr Abwechslung im Songwriting und ein wenig mehr Eigenständigkeit im Soundbild vermissen, um die Band einer größeren Masse an Leuten auf den Schirm zu rufen.
Foto: Jim Whalley / Offizielles Pressebild
Fazit
Mit ihrem zweiten Album “More Than This” liefern The Luka State aus UK eine solide Rockplatte ab, die es schafft, modernes Songwriting und eine raue Produktion unter einen Hut zu bringen. Auch wenn der Band noch die großen Alleinstellungsmerkmale fehlen, überzeugen sie nicht zuletzt durch die Eingängigkeit ihrer Songs und eine gute Message: Gemeinsam mit ihren Fans wollen sie nach Mehr streben, um zusammen das erreichen, was ihnen zusteht. Und genau dafür liefert das Album sicherlich den perfekten Soundtrack.

▶Tracklist 12 Songs
- 1Bring Us Down
- 2Oxygen Thief
- 3Losing Streak
- 4Two Worlds Apart
- 5Stick Around
- 6More Than This
- 7Matter Of Fact
- 8Tightrope (Walking on a Wire)
- 9Swimming Backwards
- 10Metamorphosis
- 11Changes
- 12Movies