
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Verhältnismäßig lange mussten Fans von The Menzingers auf neue Musik warten. Das siebte Studioalbum, welches auf den Namen „Some Of It Was True“ hört, kommt nach der längsten musikalischen Stille der Band am 13. Oktober 2023 auf den Markt.
So klingt das neue Album von The Menzingers
2019 war es, als „Hello Exile“, die Vorgängerplatte, das Licht der Welt erblickte. Was in den kommenden Jahren passieren sollte, ist Geschichte und uns sicher allen noch bestens bekannt. Wie die Erlebnisse in dieser Zeit die Band beeinflusste und ob sich das lange Warten auf Some Of It Was True gelohnt hat, das erfahrt ihr in unserer Rezension.
Die Arbeiten an neuer Musik begannen, während die US-Amerikaner auf Tour waren. Nachdem große Teile der Covid-Pandemie überstanden waren und auch für The Menzingers ein Knoten platzte. Fertiggestellt wurde das Album im Anschluss in intensiven Writing- und Recording-Sessions, wie es die Band selbst schildert.
Singles, die sich sehen lassen können!
Mit „Try“, „Come on Heartache“, „Hope is a Dangerous Little Thing“ und „There’s No Place in This World for Me“ wurden bereits vor dem Release von Some Of It Was True vier Singles veröffentlicht. Dabei erschien „Try“ last minute noch in der Veröffentlichungswoche. Mit Blick auf die Auswahl der Singleauskopplung wird bereits eine grundsätzliche Strömung auf dem neuen Album von The Menzingers deutlich: Die Band verliert keinesfalls ihren Sound aus den Augen und schafft es trotz allem, Varianz in ihre Stücke zu bringen. Während „Try“ mit einem eingängigen, britischen Sound auffährt, schwingt in „Come On, Heartache“ eine wunderschön melodische Note mit, die an der ein oder anderen Stelle vielleicht etwas dick aufträgt, aber absolut massentauglich ist.
„Hope is a Dangerous Little Thing“, der Opener der Platte, stellt einen gradlinigen, glasklar produzierten Rock-Song dar, der sich tief in die Gehörgänge setzt und dort auch bleibt. „There’s No Place in This World for Me“ weist durch die mehrstimmigen Instrumente, die rhythmisch auseinander driften, zwar eine angenehme musikalische Breite auf, insgesamt und besonders durch den repetitiven Refrain scheint der Track allerdings die schwächste Single des Quartetts zu sein. Was sich also schon vor Veröffentlichung von The Menzingers „Some Of It Was True“ sagen lässt: Hier ist für jede:n etwas dabei.
The Menzingers präsentieren einen glasklaren Sound
Es ist keine Neuigkeit, dass sich die beiden Gitarristen Greg Barnett und Tom May am Gesang abwechseln. So werden die Songs „Nobody Says“, „Love at the End“ und „High Low“ von May gesungen. Dieser besitzt ohne Zweifel einen hohen Wiedererkennungswert in seiner Stimme, die zu Teilen jedoch besonders in den Höhen recht quietschend und yellig klingt. Das passt zum handgemachten und zumeist eher roughen Sound der Band, könnte die Gemüter allerdings spalten, da es sich auf „Some Of It Was True“ mit einem sehr ausgewogenen und klaren Sound messen muss.
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Dass dieser hochproduzierte Sound nicht immer passend ist, das zeigt der Song „Ultraviolet“, der auf seine Art und Weise zu glatt klingt und dadurch nicht ganz in das gewohnte Gewand der The Menzingers passt. Mit „Alone in Dublin“ wird dieser Eindruck grundsätzlich noch einmal bestätigt, allerdings erinnert das Stück in seinem Aufbau und Sound ein Stück weit an das Intro einer 90s Sitcom. Das weckt ein wohliges und warmes Gefühl beim Hören.
Der gewohnte The Menzingers-Sound kommt auf „Some Of It Was True“ ebenfalls nicht zu kurz. Sowohl der Titeltrack als auch „I Didn’t Miss You (Until You Were Gone)“ oder „Runnin’“ bedienen das, wofür die Band musikalisch steht und werden auch Fans der ersten Stunde abholen. Somit schafft es die Band, eine großartige Varianz auf ihrem siebten Album zu verpacken, ohne aus der eigenen Rolle zu fallen. Zwar zünden nicht alle Songs ein musikalisches Feuerwerk ab, Geschmäcker sind zum Glück aber verschieden.
Foto: Jess Flynn / Offizielles Pressebild
Fazit
Mit ihrem siebten Studioalbum „Some Of It Was True“ liefern The Menzingers ein vielseitiges und trotzdem gradliniges Stück Musik ab. Das Album schwankt zwischen Stücken, die klar im Stile der Band wiederzukennen sind und kreativer Vielfalt, die nicht immer den Nagel auf den Kopf trifft, jedoch beweist, dass die Band auch nach sechs Alben keineswegs eingefahren oder eintönig ist. "Some Of It Was True" ist wie ein Herbstspaziergang, der in seinem Grundton gelblich-melancholisch ist, sowohl Regen als auch Sonne bietet und bei dem man am Schluss froh ist, ihn getätigt zu haben.

▶Tracklist 13 Songs
- 1Hope Is A Dangerous Little Thing
- 2There's No Place In This World For Me
- 3Nobody Stays
- 4Some Of It Was True
- 5Try
- 6Come On Heartache
- 7Ultraviolet
- 8Take It To Heart
- 9Love At The End
- 10Alone In Dublin
- 11High Low
- 12I Didn't Miss You (Until You Were Gone)
- 13Running In The Roar Of The Wind
