
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Am vergangenen Freitag erschien das heiß ersehnte und lange erwartete vierte Studioalbum der Herren von Kingdom of Giants. Die Band, die lange Zeit als aufstrebender Geheimtipp galt, schaffte in der vergangenen Zeit den Sprung ins Rampenlicht der Metalcore- und Post-Hardcore-Szene.
Mit „Passenger“ wollte die Band nun den nächsten Schritt machen und ihre Position sichern. Dafür wurde mit SharpTone Records ein neues Label an Land gezogen und zwölf neue Songs veröffentlicht. Ihr wollt wissen, wie wir die neue Platte finden? Wir verraten es euch!
Instagram Post
Kingdom Of Giants liefern auf „Passenger“ grundsolide Genre-Kost
Die US-Amerikaner, die dafür stehen, unterschiedlichste Einflüsse in ihre Musik aufzunehmen, scheuen auch auf „Passenger“ davor nicht zurück. So beginnt das Album mit dem Song „Two Suns“, nimmt sich von Beginn an die notwendige Zeit, um langsam hochzufahren und mit einer Kombination aus Gesangssamples und einem dichten Klangteppich einen stringenten Sound zu kreieren.
Die verwendeten Vocals variieren zwischen harten und gradlinigen Screams, die den Hörer direkt treffen und eine unverblümte Aggressivität ausstrahlen, und den cleanen Vocals, die einen gelungenen Kontrast darstellen.
Wer bei dieser Kombination bereits beim Lesen an Bands, wie I Prevail oder Wage War denken muss, dem sei gesagt… genau das ist der Vibe.
Und so kommt es, dass Songs, wie „Night Shift“, „Burner“, „Sleeper“ oder auch „The Ride“ alle die ein oder andere Gemeinsamkeit aufweisen. Kurze catchy Titel, die im Kopf hängen bleiben, ausgiebige Synthesizer-Parts, die den hart und roh klingenden Gitarrensound der Band in ein etwas weicheres Bett packt, und ein abwechslungsreiches Spiel aus Shouts und cleanen Vocals.
Die Songs sind definitiv für eine große Bühne ausgelegt, werden das Publikum anheizen und machen auch im heimischen Wohnzimmer oder unterwegs via Kopfhörer Spaß; man bekommt allerdings das Gefühl, dass die Songs alle aus ein und dem selben Guss stammen.
Die Produktion des neuen Albums von Kingdom Of Giants ist auf den Punkt und knüpft nahtlos an vergangenen Alben an. Eine Besonderheit ist, dass es dann doch kleinere Details gibt, die „Passenger“ nicht wie eine Platte dastehen lässt, die auf der aktuellen Welle mit reitet.
An fünfter Stelle des Albums nehmen sich Kingdom of Giants die Zeit, um mit „00397“ ein Interlude auf das Album zu bringen. Mit einer Länge von 1:46 Minuten wird ein pulsierender Syntesizer-Sound durch die Membran der Boxen gedrückt, der kontinuierlich lauter wird und die Einleitung für „Burner“ darstellt.
Trotz des eher einheitlichen Sounds und der geringeren Variabilität des Stils wagen „Blue Dream“ und „Lost Hills“ einen Schritt in eine etwas andere Richtung. Die Screams und die geschaffene Gesamtstimmung sorgen in den einzelnen Parts für eine gewisse Dramatik.
Auch für diese Art und Weise gibt es sicherlich diverse Beispiele anderer Interpreten, allerdings spricht nichts dagegen, dass auch Kingdom of Giants ihrem Album so eine weitere Facette hinzufügen.
Foto: Kingdom Of Giants / Offizielles Pressebild von SharpTone Records
Fazit
Mit „Passenger“ veröffentlichen Kingdom Of Giants ein Album, das nahtlos an vorangegangene Werke anknüpft. Die Musik ist modern, eingängig und sollte jeden überzeugen, der aktuellen Metalcore und Post-Hardcore mag. Generell vermisst man während des Hörens das Alleinstellungsmerkmal, das dieses Album aus der Masse heraus hebt. Auch, wenn Ansätze dessen zu erkennen sind, so bedarf es noch ein Quäntchen mehr, um sich auch langfristig in die Köpfe und Herzen der Hörer zu spielen. Darüber hinaus handelt es sich um ein sehr gut produziertes Album, welches Liebhabern der Musik definitiv gefallen wird und auch für Einsteiger der härteren Musik ein Türöffner sein kann.

▶Tracklist 12 Songs
- 1Two Suns
- 2Night Shift
- 3Sync
- 4Side Effect
- 500397
- 6Burner
- 7Wayfinder
- 8Blue Dream
- 9Sleeper
- 10Bleach
- 11Lost Hills
- 12The Ride