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Samiam - Stowaway
ReviewEmoMelodic HardcorePunkrock

Samiam

Stowaway

Album

VÖ 31. März 2023Pure Noise Recordscd · vinyl
Dennis Grenzel/28. März 2023
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
D

Dennis Grenzel


Samiam sind und waren schon immer Seelenfänger, und zwar aus musikalischem Prinzip und mit den reinsten aller Motiven. „Billy“ und „Clumsy“ hatten weltverändernden Charakter und mit „Whatever’s Got You Down“ gab es im Jahr 2006 lediglich einen einzigen musikalischen Totalschaden, den man der Band um Jason Beebout aber nur allzu gern verzieh. Gitarrist Sergie Loobkoff vertrieb sich derweil die Zeit mit Blair Shehan von Racquet Club und unlängst Ways Away, die mit „Torch Songs“ just gerade erst ein weiteres Lebenszeichen von sich gegeben haben.

Samiam sind beileibe nicht angestaubt

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Apropos Lebenszeichen: Auf ein solches mussten wir seit dem auf Hopeless Records erschienenen „Trips“ nun ganze zwölf Jahre warten. Und auch „Stowaway“ macht eines unmissverständlich klar: Samiam kommen auch anno 2023 und in Maßen ergraut ganz ohne unnötige Effekthaschereien aus.

In Sachen Relevanz möchte man der Band musikalisch wie textlich auch heuer aber mal so gar nichts absprechen. Natürlich klingt „Stowaway“ nicht mehr ganz so zwingend und in Hinsicht auf die Produktion so klar und treibend wie ein „You’re Freaking Me Out“ oder aber „Astray“, der grundlegende Charakter der Band hat sich jedoch nicht geändert. Die alle Songs umgebende Melancholie, die Samiam ausmacht, ist auch hier und heute jederzeit spürbar, so etwa auch bei „Lights Out Little Hustler“, das eben von einem Mid-Fünfziger vorgetragen wird, der die irdischen Unwegbarkeiten des menschlichen Daseins mit reichlich Bodenhaftung noch immer im Blick hat.

Die melodiengebende Achse, bestehend aus Beebout, Loobkoff und Kennerly ist konstant geblieben, mit Chad Darby (Bass) und Colin Brooks (Schlagzeug) wurde vor einiger Zeit eine komplett neue Rhythmusfraktion verpflichtet.

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Auch anno 2023 bestechen sie mit Tiefgang

Nach den bereits bekannten Songs „Crystallized“ und „Lights Out, Little Hustler“ erfährt „Stowaway“ seinen eigentlichen musikalischen Höhepunkt jedoch erst in der zweiten Hälfte mit Songs wie „Scout Knife“, „Highwire“ und „Natural Disasters“. Alles baut auf simplen Akkordfolgen auf, die durch die zweite Gitarrenlinie und Beebouts unvergleichlichem Dazutun mit melodiöser Tiefe versehen werden.

Und überhaupt: Im Vorfeld schienen Samiam Zweifel zu haben, ob Beebout überhaut noch die Puste besitzt, ein solches Unterfangen gesanglich durchzustehen. Diesen Zweifeln zum Trotz setzt Beebout gleich ein Dutzend Beweise entgegen. Und mal davon ab: Mit „Lake Speed“ präsentieren uns Samiam zwar nicht ihren besten, so aber doch temporeichsten Opener der Bandgeschichte, quasi so, als wolle man etwaige Zweifler gleich zu Beginn in ihre bescheidenen Schranken weisen.

Lediglich die Produktion wirkt an mancher Stelle ein wenig schmal, was daran liegen mag, dass „Stowaway“ digital gleich mehrfach über Staatsgrenzen hinweg gejagt wurde, bevor schließlich ein großes Ganzes daraus entstand. Druckvoll, zeitgemäß und homogen wirken die zwölf Songs jedoch nichtsdestotrotz.

Foto: Austin Rhodes / Offizielles Pressebild

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Fazit

8/10
· Sehr stark

Samiam sind Samiam sind Samiam. Und sie haben noch immer Charakter und Charme. Und das Gute daran ist, dass sich „Stowaway“ mal so gar nicht nach altklugem wie angestaubtem Altherrenrock anhört. Das sind Menschen aus unserer Mitte, die – so scheint es noch immer – Musik aus innerster Überzeugung machen. Und fast ist das Gefühl vergleichbar mit genau dem, das man seinerzeit beim Hören der ersten Takte von „Billy“ hatte. Rein faktisch gesehen ist das lediglich eine blanke Akkordfolge, gefühlt aber doch so viel mehr. Und die eingangs erwähnte Seele, die haben einem Beebout und Loobkoff doch eigentlich 1992 schon längst entrissen. Und auch nach so vielen Jahren stellen Samiam in erster Linie noch immer eines unter Beweis: Es braucht nur vier Akkorde, um ein Herz zu erwärmen.

Samiam - Stowaway

Samiam

Stowaway

Album

VÖ 31. März 2023

cd · vinyl

Pure Noise Records

▶Tracklist 12 Songs
  1. 1Lake Speed
  2. 2Crystallized
  3. 3Lights Out, Little Hustler
  4. 4Shoulda Stayed
  5. 5Shut Down
  6. 6Scout Knife
  7. 7Monterey Canyon
  8. 8Natural Disasters
  9. 9Stanley
  10. 10Highwire
  11. 11Something
  12. 12Stowaway
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Samiam·Emo·Melodic Hardcore·Punkrock

Älteres ReviewBury Tomorrow - The Seventh Sun
Neueres ReviewEmmerich - Life Sucks

Samiam

USASeit 1988

Samiam ist eine Punk-Rock-Band, die sich im Jahr 1988 in Berkeley, California, USA gegründet hat. Durch die Einflüsse des Melodic Hardcore entwickelte sich ihr Sound weiter in Richtung Emocore.

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