
Musiker durch und durch. Ein Leben ohne Mucke machen, hören und live erleben, gibt es für Malin nicht. Dementsprechend ist Musik auch Malins Lieblings-Gesprächsthema. Und damit er seinem Umfeld damit nicht zu sehr auf die Nerven geht, schreibt er einfach für MoreCore. Die neuesten Alben von altbekannten und gefeierten Artists, vom Underdog aus dem Nischengenre, von lokalen Konzerten oder den großen Festivals – you name it – Malin wird euch etwas dazu erzählen. Als Schlagzeuger, Musiklehrer und Student der sozialen Arbeit findet er, dass man Musik und Menschen nicht trennen kann oder sollte, denn nichts macht Musik schöner, als die Gemeinschaft und das Miteinander. Wenn er euch nicht gerade von seiner Plattensammlung berichtet, probt und schreibt er wahrscheinlich mit seiner Band Small Strides, stopft sich den Bauch mit Guacamole voll oder steht am Fenster und beobachtet die Hunde in der Nachbarschaft.
Spätestens seit ihrem Debütalbum “Only Constant” (2023) sind GEL in der Hardcore-Szene in aller Munde. Die aus New Jersey stammende Band hat seit ihrer Gründung 2018 einen rasanten Aufstieg hinter sich, den sie nun mit ihrer neuen EP “Persona” weiter fortführen will. Und auch dieses fünf Songs umfassende Werk dürfte ihrer Reise in den Two Step-Olymp kaum im Wege stehen. Diese knapp 13 Minuten sind kompromisslos, energiegeladen und haben trotz aller Geradlinigkeit an jeder Ecke Überraschungen parat. Genau so macht Hardcore Spaß und wiederholt sich nicht einfach nur.
Gel zeigen keine Gnade
Über weite Strecken legen GEL eine immens hohe Geschwindigkeit vor und treiben das Geschehen mit bissigen Rhythmusgitarren und zackigen Hi-Hats nach vorne. Umso überraschender wirkt es, wenn in “Mirage” ein Tempowechsel zum Ende mit explosiver Schlagkraft daherkommt. Im Titeltrack schafft es das Quintett wiederum, die Härteschraube immer weiter anzuziehen und vor allem im fulminanten Finale einen Spannungsaufbau hinzulegen, dem man sich nicht mehr entziehen kann. Als Gegenpol zum zügigen Grundtonus der EP dient der Kopfnicker “Vanity”, der sich rund um ein grooviges Main Riff dreht.
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Immer wieder holen sich GEL aber auch genrefremde Elemente ins Boot, die dem Gesamtwerk einen frischen Touch geben. Zum einen wären da atmosphärische Backings und Spoken Word-Parts, aber auch Soli und Leadgitarren, die man 1 zu 1 auch in einem Thrash Metal-Song unterbringen könnte. Eingebettet wird das Ganze in eine roughe Produktion, die trotz der durchgängigen Rotzigkeit eine angemessene Wertigkeit besitzt. Allen voran Sängerin Sami Kaiser kommt im Mix gut zur Geltung und kann mit ihrer starken Performance echtes Clubshow-Feeling heraufbeschwören. Wer noch mehr über die Band und ihren Sound erfahren möchtet, gelangt hier zu unserem Interview beim Full Force Festival 2024.
Foto: Alexis Gross / Offizielles Pressebild
Fazit
“Hardcore is alive and well” - und dafür müssen wir nicht nur immer auf Turnstile verweisen. GEL aus New Jersey bringen uns gerade mal ein Jahr nach ihrem Debütalbum (2023) schon ihren nächsten Streich und heben ihren rasanten und beinharten Sound dabei aufs nächste Level. Das Quartett könnte mit noch ein wenig mehr Mut im Songwriting definitiv eine der nächsten Bands sein, die dem Genre neue Facetten hinzufügt und es sanft aus seinen Grenzen hinausführt. So bleiben aber fünf über alle Maße spannende und dreckige Songs, die man am liebsten in Dauerschleife laufen lassen möchte.

▶Tracklist 5 Songs
- 1Mirage
- 2Shame
- 3Persona
- 4Martyr
- 5Vanity