
Damals noch für den eigenen Musikblog geschrieben, entschied sich Maik 2015 bei MoreCore anzuheuern und nahm unseren Jonas gleich mit. Mittlerweile kümmert er sich als Redakteur um den Bereich "Features und Interviews", legt auf unseren MoreCore Partys auf, betreibt mit Linn unseren Podcast "Kerngeschäft" und ist auch immer mal wieder vor der Kamera bei MCTV zu sehen. Im Team gilt er insgeheim als das sympathische Multitalent. In seiner Freizeit sammelt er Schallplatten, schaut so ziemlich jedes Fußballspiel und isst für sein Leben gerne Pizza.
„Von uns wird immer erwartet, dass wir die Leute überraschen“, erklärte Frontmann und Mastermind Manuel Gagneux im Interview beim Full Force Festival. Mit „GREIF“ präsentieren Zeal & Ardor ihr mittlerweile viertes Album und sprengen damit erneut sämtliche Genre-Konventionen.
Zeal & Ardor: Ein Album voller Überraschungen
Der Albumtitel ist angelehnt an eine Baseler Tradition, die sich jährlich zuträgt und in der ein mythisches Mischwesen als Symbol für die arbeitende Bevölkerung durch die Straßen zieht und sich gegen die mächtige Elite auflehnt. „Wir finden, es ist eine lustige und kreative Art und Weise wie man die Obrigkeiten kritisieren kann, ohne, dass es allzu zerstörerisch daherkommt“, begründet Gitarrist Tiziano Volante das Thema des Albums. Dieses wiederum wurde erstmalig nicht alleine von Gagneux geschrieben, sondern im Zusammenschluss mit seiner Band, die ihn ohnehin schon seit vielen Jahren begleitet.
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Musikalisch ändert das Ganze nichts am Grundgerüst, doch hört man auch auf „GREIF“, wie sich Zeal & Ardor immer weiter ausprobieren, indem sie leise und verträumte Momente auf harte Black Metal-Klänge wie in „are you the only one now?“ stoßen lassen. Oder wenn in „Clawing out“, das sich zunächst bedrohlich aufbaut und zunehmend unangenehmer wird, ein fieser Hardstyle-Beat den Druck entladen lässt.
Dagegen stehen Songs wie „Disease“ oder „Thrill“, die sich eher in die Alternative Rock-Ecke à la Queens Of The Stone Age lehnen. Und dann gibt es natürlich auch die obligatorischen Synthie-Interludes, wie „une ville vide“, die vor allem der Atmosphäre dienen und der allgemein bedrohlichen und düsteren Stimmung eine Extranote verpassen.
„GREIF“ auf Dauerschleife
Zeal & Ardor schrauben die Härte auf „GREIF“ grundsätzlich etwas runter, lassen aber dennoch genug Platz für die Elemente, mit denen sie einst für Aufsehen erregt hatten. Das soulige „Go home my friend“ und auch „Hide in Shade“ fußen auf dem Call and Response-Muster, ein traditionelles Merkmal afro-amerikanischer Musik und auch typisch für Worksongs, was wiederum zum Thema der Platte passt.
Wo andere darüber stolpern, dass sie zu viel wollen, laufen Zeal & Ardor zur Höchstform auf. „GREIF“ ist ein Album, das in Gänze gehört werden sollte, um es voll und ganz aufzusaugen und zu erfahren. Dennoch stechen „Kilonova“ mit seinem eindringlichen Gitarren-Riff und der Album-Abschluss „to my ilk“ besonders heraus. Letzterer entlässt versöhnlich, gar verträumt und noch bevor die letzten Sekunden abgelaufen sind, will man sich erneut auf die Reise begeben. Und während alle auf Bands wie Sleep Token schielen, lohnt sich der Blick in die Schweiz und auf Zeal & Ardor in jedem Fall (auch wenn sich das mit dem Geheimtipp längst erledigt haben sollte).
Foto: Noemi Ottilia Szabo / Offizielles Pressebild
Fazit
Es braucht Bands wie Zeal & Ardor, die eigene Wege gehen, die innovativ denken und die unberechenbar bleiben. "GREIF" ist definitiv ein Anwärter für eines der Top-Alben des Jahres und ein weiteres Highlight in der ohnehin bockstarken Diskografie der Band.

▶Tracklist 14 Songs
- 1the Bird, the Lion and the Wildkin
- 2Fend You Off
- 3Kilonova
- 4are you the only one now?
- 5Go home my friend
- 6Clawing out
- 7Disease
- 8369
- 9Thrill
- 10une ville vide
- 11Sugarcoat
- 12Solace
- 13Hide in Shade
- 14to my ilk
