
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
In den vergangenen Jahren wurden die Stimmen um diese junge, aufstrebende Band aus Norwegen, mit dem äußerst kurzen Bandnamen immer lauter. LÜT schafften es mit ihrem Debüt „Pandion“ (2017) und dem darauffolgenden Album „Mersmak“ (2021) Aufsehen zu erwecken und das mit Songs auf einer Sprache, die außerhalb ihrem Heimatland Norwegen nur wenige verstehen. Mit dem Ausstieg des Sängers Markus Danjord stehen LÜT auf ihrem neuen Selftitled-Album „LÜT“, welches am 12.09.2025 erscheint, vor einem Scheideweg. Kann die Band an die bisherigen Erfolge anknüpfen, oder sorgen die personellen Wechsel für eine Unruhe, die sich auf die Musik überträgt? Wir haben die Platte für euch gehört und geben euch in unserer Rezension einen ausführlichen Einblick.
Aber wer singt denn jetzt?!
Die junge Band entschied sich bereits während der Kreativprozesse zu „LÜT“ die Gesangsposition nicht von Grunde auf neu zu besetzen, sondern teilte diese Rolle auf. Die neuen Songs sollten selbst entscheiden, welchen Gesang sie benötigen und diesen dann auch bekommen. Mit diesem barrierefreien Ansatz präsentieren LÜT 10 frische Songs, die einen knackigen, treibenden und eigenständigen Sound aufweisen. Dabei scheint der mehrstimmige Gesang in unterschiedlichen Oktaven ein besonderes Stilmittel von norwegischen Rockbands zu sein, das sich besonders in den Refrains von „Smil & Vink“ oder „Guro“ im Gesang abzeichnet. Dieses Element findet sich beispielsweise auch bei Bands, wie Kvelertak wieder.
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LÜT bieten einen stringenten Sound
Beim hören des Selftitled-Albums wird eines klar: LÜT wissen ganz genau, wo ihre soundtechnischen Stärken liegen und schöpfen diese ganz klar aus. Das Album bietet einen gradlinigen, treibenden Sound, der lediglich mit den Stimmungen in den einzelnen Liedern spielt. So erweckt „Fokk D“ eine gewisse Unruhe und Aufbruchstimmung, während „Bindingstid På Livstid“ deutlich emotionaler wirkt. Bleibende Elemente sind rollende Drums und stark verzerrte Gitarrenriffs. Letzterer ist dabei wahrscheinlich der stärkste Track auf dem Album, da hier sowohl die Verspieltheit der Instrumente, als auch die Effekte auf den Vocals das richtige Maß besitzen.
Wenn man eine deutliche Veränderung zu den Vorgängeralben herausarbeiten möchte, so ist es wahrscheinlich das Kokettieren LÜTs mit Elementen aus dem Indie. „Perfekte Liv“ oder „Komfortsona“ besitzen diese cleanen, und dennoch schrammeligen Gitarren, die beispielsweise bei Bands, wie Kraftklub, häufig zum Einsatz kommen.
Großer Support aus Deutschland!
Mit Blick auf die zahlreichen Tourstationen in Deutschland wird deutlich, dass LÜT in der Bundesrepublik großen Zuspruch erhalten. Zu den wohl prominentesten Unterstützern zählen Die Ärzte, die die Band bereits als Support mit auf Tour nahmen. Schlagzeuger und Sänger Bela B ließ es sich dabei nicht nehmen, als Feature-Gast auf „Glücksschmied“ aufzutauchen. Sein Part ist allerdings zweigeteilt zu betrachten, da der erste Teil textlich beinahe stumpf wirkt und auf Haus-Maus-Reime zurückgreift, während der Musiker im zweiten Teil seiner Strophe deutlich gehaltvoller auftritt. Musikalisch ergänzt Bela B LÜTs Sound mit seiner tiefen Gesangsstimme. Die Tatsache, dass der Refrain einmal auf Norwegisch und einmal auf Deutsch gesungen wird, ist darüber hinaus ein sehr schönes Element. Dass das Reimschema in deutscher Sprache nicht aufgeht, kann an dieser Stelle vernachlässigt werden.
Insgesamt liefern LÜT mit ihrem dritten Album ein stimmiges Album, welches den Gesangswechsel in der Band ausgesprochen gut verkraftet und in diesem Falle wahrhaftig so wirkt, als würde die Gruppe zu sich finden. Der Schachzug, das Album mit dem eigenen Bandnamen als Titel zu versehen, ergibt daher vollkommen Sinn.
Foto: LÜT / Offizielles Pressebild
Fazit
Mit ihrem selftitled Album "LÜT" schafft es die norwegische Band an die Erfolge der vergangenen beiden Alben anzuknüpfen und den Wegfall des ehemaligen Fronters Markus Danjord ausgesprochen gut zu verkraften. Die Songs folgen einer klaren Linie, überliefern unterschiedlichste Emotionen. Durch die Verwendung von einem beinahe indie-artigen Sound wirkt die Band darüber hinaus musikalisch gefestigt. So kann es gerne weitergehen!

▶Tracklist 10 Songs
- 1Fokk D
- 2Smil & Vink
- 3Opp Ned
- 4Glücksschmied (feat. Bela B)
- 5Komfortsona
- 6Guro
- 7Gehenna é
- 8Perfekte Liv
- 9Bindingstid På Livstid
- 10Karusellen
