Musiker durch und durch. Ein Leben ohne Mucke machen, hören und live erleben, gibt es für Malin nicht. Dementsprechend ist Musik auch Malins Lieblings-Gesprächsthema. Und damit er seinem Umfeld damit nicht zu sehr auf die Nerven geht, schreibt er einfach für MoreCore. Die neuesten Alben von altbekannten und gefeierten Artists, vom Underdog aus dem Nischengenre, von lokalen Konzerten oder den großen Festivals – you name it – Malin wird euch etwas dazu erzählen. Als Schlagzeuger, Musiklehrer und Student der sozialen Arbeit findet er, dass man Musik und Menschen nicht trennen kann oder sollte, denn nichts macht Musik schöner, als die Gemeinschaft und das Miteinander. Wenn er euch nicht gerade von seiner Plattensammlung berichtet, probt und schreibt er wahrscheinlich mit seiner Band Small Strides, stopft sich den Bauch mit Guacamole voll oder steht am Fenster und beobachtet die Hunde in der Nachbarschaft.
“You’ve got your master’s thesis, I’ve got my stupid little thoughts.” Keine Sorge, lieber Stefan. So schlimm ist es auch nicht. Gerade einmal nach zwei Minuten Spielzeit des neuen PUP-Albums “Who Will Look After The Dogs?” kommt unweigerlich folgender Gedanke auf: Die Jungs kommen mit einer ganzen Menge durch. Kaum eine Band könnte so schief gesungene Takes wie zu Beginn von “Olive Garden” mit gutem Gewissen bis in den finalen Mix durchwinken. Aber einer Formation, die uns seit mittlerweile 15 Jahren mit so viel Selbstbewusstsein ihren kunterbunten Mix aus Punk, Indie und Emo entgegen feuert, kann man solche kleinen Malheure wohl kaum übel nehmen.
“Who Will Look After Dogs?” zerrt und poltert an jeder Ecke und verbirgt hinter seiner lärmigen Produktion ein im weitesten Sinne relativ klassisches PUP-Album. Dass das in keinster Weise schlecht gemeint ist, lässt sich auf das abwechslungsreiche Songwriting der Platte zurückführen. So bieten die Kanadier nach dem punkigen Einstieg (“No Hope”) von hard-rockigen Riffs (“Get Dumber”) über emotionalere Nummern (“Concrete”) bis hin zu verspielten 6/8-Schunklern (“Hunger For Death”) alles was das Herz begehrt. Dabei setzen sie stets auf wilde Soundkombinationen, die sich vor allem über die außergewöhnlichen Riffs und Akkordfolgen der Gitarrenfraktion ergeben.
PUP auf gewohnt hohem Niveau
Auch auf ihrem fünften Langspieler halten PUP ihren Ruf weiter aufrecht, zu den Verkopfteren in ihrem Genre zu gehören. Aber genauso, dass sie dabei niemals ihre Songs über Spielereien aus dem Auge verlieren. So halten die starken Refrains von Songs wie “Concrete”, “Needed To Hear It” oder dem scharfzüngigen “Best Revenge” die Hitdichte ihres Katalogs weiterhin oben. Wie weit man über die gesamte Albumlänge von stattlichen zwölf Songs am Ball bleibt, ist allerdings sehr individuell abhängig. So ist es durchaus möglich, über sperrige Bridges wie die von “Paranoid” den Faden kurz zu verlieren. Unerwartet angehängte Soli wie in “Cruel” sollten die Hörenden aber problemlos wieder ins Boot holen.
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Auf lyrischer Ebene dreht sich “Who Will Look After The Dogs?” rund um die Beziehungen im Leben von Sänger Stefan Babcock, die er ausgiebig in Momenten größerer Isolation aufarbeitete. “The first night without you I collapsed on the floor. ‚Cause when one door closes, it might never open. There might be no other doors.” So offenbart sich über zerbrechliche Zeilen wie diese ein interessanter Kontrast zu den humorvolleren Momenten, die PUP (pathetic use of potential) irgendwo doch immer ein wenig mehr in den Vordergrund stellen. Dass sie es schaffen, beides sinnig auf einer Platte zu vereinen, macht vielleicht am Ende aber einfach den besonderen Charme der Band aus.
Beitragsbild: Vanessa Heins / Offizielles Pressefoto
Fazit
PUP bringen auf ihrem fünften Album “Who Will Look After The Dogs?” den wilden, ungezügelten Geist ihrer frühen Platten mit ihren Erfahrungen aus 15 Jahren Bandgeschichte zusammen. Die zwölf Songs pendeln dabei zwischen Punk-Geknüppel und leichten Emo-Anleihen, während auf lyrischer Ebene sowohl Raum für humorvolle wie introvertierte Momente geschaffen wird. Wie jedes Album der Kanadier kann auch dieses Hörerlebnis stellenweise ein wenig überfordernd sein, lebt aber am Ende des Tages eben genau von diesem besonderen musikalischen Ansatz.

▶Tracklist 12 Songs
- 1No Hope
- 2Olive Garden
- 3Concrete
- 4Get Dumber
- 5Hunger For Death
- 6Needed To Hear It
- 7Paranoid
- 8Falling Outta Love
- 9Hallways
- 10Cruel
- 11Best Revenge
- 12Shut Up
