
Dana Chojetzki
Wer dachte, nach dem Charterfolg von „You’re Hellcome“ (2023) würden die Samurai Pizza Cats einen Gang zurückschalten, hat die Rechnung ohne das Quartett aus Castrop-Rauxel gemacht. Am 27. März 2026 erscheint via Century Media Records das zweite Werk „Press Start“ – pünktlich zum bereits ausverkauften „Samurai Pizza Fest“ in Köln. Mit neuem Wind am Schlagzeug (Willkommen, Robin Scheer!) laden uns Sebastian Fischer und seine Truppe in eine Welt aus Arcade-Vibes, Pizza-Huldigungen und absolutem Metalcore-Abriss ein.
Press Start – Willkommen im Level 1
Das Album beginnt passend zum Titel mit dem Intro „Insert Coin“. Eine Kinderstimme wirft die Münze ein, galaktische Synths bauen sich auf – „Press Start“ – und ab geht die Post. Der Opener „Pandastruck“ (inklusive glorreichem Musikvideo) setzt direkt die Marschrichtung fest: Energetischer Metalcore mit Arcade-Elementen und einem Clean-Refrain, der sich sofort in die Gehörgänge frisst. Dass die „Cats“ Bock auf Kollaborationen haben, zeigt „T-Rex(plosion)“.
Zusammen mit der spanischen Band Ankor erschaffen sie einen Track, der durch einen packenden Dynamikwechsel besticht. Der Song beginnt fast schon majestätisch mit dem glasklaren, atmosphärischen Cleangesang von Ankor-Frontfrau Jessie Williams, der eine greifbare Spannung aufbaut. Doch die Ruhe ist trügerisch. Kurz darauf explodiert die Nummer förmlich in einen harten und rasanten Metal-Sturm, der keinen Stein auf dem anderen lässt und zeigt, wie gut der Mix aus weiblichen Vocals und aggressivem Instrumental funktioniert.
Aliens, Ananas und Flöten-Moshpits
Der humorvolle Kern der Band zeigt sich nirgends deutlicher als in „Fear No Slice“. Hier wird die Ananas-Pizza als „Earth’s Shining Star“ von Aliens entdeckt – untermalt von einem unfassbar spaßigen Flöten-Instrumental. Das ist genau die Sorte Wahnsinn, die wir von den Jungs lieben! Thematisch passend schließt der Titeltrack „Error 808“ den Kreis zum Intro. „Press Start And Try Again“ lautet die Devise in einem Mix aus Shouts, Cleans und galaktischen Vibes, der für maximale gute Laune sorgt. Nach dem kurzen Gaming-Interlude „Level Up“ folgt das nächste Highlight: „Ramen-Man“ (feat. BABYBEARD). Der Vergleich zu Electric Callboy und Babymetal liegt nahe, doch die Samurai Pizza Cats bewahren ihre Eigenständigkeit und huldigen dabei stolz ihrer Heimat Castrop-Rauxel.
Kontrolliertes Chaos und neonfarbene Melancholie
Mit „Penguin Supreme“ und dem unaufhaltsamen „Super Zero“ zeigen die Jungs, wie man im absoluten Chaos die Kontrolle behält. Die Variabilität ist beeindruckend. Einen fast schon poppigen Kontrast bietet „City of Gold“: Hier treffen melancholische Hooks auf ein Setting, das an einen Sci-Fi-Spielfilm unter Neonlicht erinnert – ein echtes Highlight für die emotionalen Momente.
Ein unerwartetes Finale
Nachdem uns eine Kinderstimme in „Thanks for Playing“ frech mitteilt, dass sie gelangweilt sei, beweisen die Samurai Pizza Cats das absolute Gegenteil. Das Album endet mit einem Knall: Die STVW Version von „Pizza Homicide“. Wer das Original vom Debütalbum liebt, wird diese Techno-lastige Eskalation feiern. Ein mutiges und tanzbares Ende, das den Mittelfinger gegen Ananas auf Pizza (sorry, Aliens!) hochhält.
Foto: Calogero Cimino / Offizielles Pressebild
Fazit
„Press Start“ ist ein modernes Metalcore-Feuerwerk, das vor Spielfreude nur so strotzt. Samurai Pizza Cats schaffen es, den Spagat zwischen technischem Anspruch, elektronischen Spielereien und absolutem Nonsens-Humor perfekt zu meistern. Dass sie dabei das Gaming-Konzept so konsequent von der ersten bis zur letzten Sekunde durchziehen und zum Schluss sogar mit einer Techno-Eskalation überraschen, macht das Album zu einem Pflichtkauf für 2026. Die Samurai Pizza Cats sind endgültig an der Spitze der deutschen Modern-Metal-Szene angekommen.

▶Tracklist 13 Songs
- 1Insert Coin
- 2Pandastruck
- 3T-Rex(plosion) (feat. Ankor)
- 4Fear No Slice
- 5Error 808
- 6Level Up
- 7Ramen-Man (feat. BABYBEARD)
- 8Penguin Supreme
- 9Super Zero
- 10City of Gold
- 11Thanks for Playing
- 12Pizza Homicide – STVW Version
- 13Ramen Man – STVW Version (Bonus Track, Japan only)