
Als Redakteurin bei MoreCore.de versorgt Laura ihre Leser:innen mit den heißesten News aus der alternativen Musikszene. Sie hat ein besonderes Faible für Deathcore, aber ihre Liebe zur Musik erstreckt sich über eine breite Palette von Genres. Seit neuestem versucht sich Laura am Schlagzeug – und geht dabei ihren Nachbar:innen gehörig auf den Keks. Immerhin geht es ab und zu auch etwas ruhiger zu, denn neben der Musik zählt Gaming zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen. Von Baldur's Gate 3 kommt sie seit Monaten nicht los…
Distant haben sich zu Ehren ihres zehnjährigen Bandjubiläums ihre Debüt-EP „Tsukuyomi“ (2017) geschnappt und erweitert. Neben fünf überarbeiteten Songs aus dem Original präsentiert uns das niederländisch-slowakische Deathcore-Ensemble auf „Tsukuyomi: The Origin“ sieben brandneue Tracks, die die Geschichte der gleichnamigen Schlüsselfigur ausführen.
Distant geben Vollgas
Klar ist: Das Album ist auch nach mehrmaligem Hören nicht leicht zu verdauen. Ein brutaler Breakdown jagt den nächsten und überrollt Zuhörer:innen wie eine Dampfwalze. Elemente von Djent, Death Metal und technischem Metal verschmelzen zum charakteristischen Downtempo-Deathcore-Sound von Distant. Brutale Girtarren, stampfende Drums sowie markerschütternde Screams und Growls sorgen dafür, dass das Album kaum Verschnaufpausen bietet.
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Da wäre zum Beispiel das zerstörerische Finale von „Feast of Misery“, das einen mit voller Wucht trifft, der Track „Cradled in Shards of Glass“, der pure Aggression entfesselt oder „Torturous Symphony“ mit Matthew K. Heafy von Trivium, der dank der kraftvollen Synergie zwischen den beiden Frontmännern ein echtes Highlight der Platte darstellt.
Kurze „Auszeiten“ bieten lediglich die melodischen Gitarrensoli, die verstärkt in der ersten Albumhälfte zu finden sind, bevor der nächste Sturm losbricht. Insgesamt ist einfach sehr viel los, das erst einmal verarbeitet werden muss.
Moderner Anstrich
Auf die sieben neuen Tracks folgen fünf bekannte Songs aus ihrer Debüt-EP, die Distant komplett neu aufgenommen haben. Im Vergleich zur 2017er-Version glänzen sie durch eine modernere Produktion und Gastauftritte von Alex Erian (Despised Icon), David Simonich (Signs of the Swarm) und Travis Worland (Enterprise Earth), die den ohnehin massiven Sound bereichern.
Betrachten wir „Tsukuyomi: The Origin“ als Ganzes, mangelt es dem technisch einwandfreien Gemetzel bis auf einige Ausnahmen jedoch an Eingängigkeit. Es braucht mehrere Anläufe, um die Songstrukturen zu erkennen und sich wirklich zurechtzufinden. Nach 38 Minuten unbändiger Wucht ist man definitiv platt. Dennoch muss man der Deathcore-Bande positiv anrechnen, dass ihre Enwticklung in den letzten zehn Jahren Bandgeschichte deutlich zu spüren ist.
Foto: Distant / Offizielles Pressebild
Fazit
Distant präsentieren auf „Tsukuyomi: The Origin“ modernen Downtempo-Deathcore. Die Platte zeigt einmal mehr die musikalische Weiterentwicklung der Band und glänzt zudem mit hochkarätigen Gastauftritten. Dennoch erfordert es Geduld, bis sich die Songstrukturen offenbaren und das chaotische Feuerwerk aus brutalen Breakdowns und technischen Feinheiten seine volle Wirkung entfalten kann. Eine spannende musikalische Reise, die aber gleichzeitig auch für Reizüberflutung sorgen kann.

▶Tracklist 12 Songs
- 1The Pale Moonlight
- 2Fleshweaver
- 3Feast of Misery
- 4Torturous Symphony (feat. Matthew K. Heafy)
- 5Cradled in Shards of Glass
- 6Loveless Suffering
- 7The Undying
- 8The Apex
- 9Acolytes of Damnation (feat. Alex Erian)
- 10Tsukuyomi (feat. Travis Worland)
- 11Malice (feat. David Simonich)
- 12Broken Cross