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Novelists - C’est La Vie
ReviewMetalcorePost-Hardcore

Novelists

C’est La Vie

Album

VÖ 24. Januar 2020Sharptone Recordscd · vinyl
Rodney Fuchs/20. Januar 2020
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R

Rodney ist unser wandelndes Musiklexikon. Als Drummer in seinen eigenen Bands sowie aushilfsweise dort, wo gerade Not am Manne ist, hat er zudem ein ausgeprägtes rhythmisches Verständnis. Apropos Rhythmus: Es ist uns schier unbegreiflich, wie er seine Tätigkeiten als Musiker, Booker, Redakteur und Photograph für drei Magazine, freier Journalist, Masterstudent, Food-Blogger, Wein-Connaisseur, Bowle-Barista, Freund und Liebhaber in seinem Tagesablauf untergebracht bekommt. Apropos Wein: Ein Best-of Rodneys wochenendlicher Sprachnachrichten ist zwar nicht geplant, aber auch nicht unwahrscheinlich.


Seit dem Release von „Noir“ sind zwei Jahre vergangen und es scheint als hätte sich nicht allzu viel geändert. Einzig der Name wurde um das Kürzel des Herkunftslandes ergänzt. Aus Novelists wurde Novelists FR. Ihrem Sound bleiben die Franzosen jedoch treu, wie sie auf „C’est La Vie“ unter Beweis stellen. Ein Sound der durch melodische Gitarren, „bouncy“ Grooves und spielerische Details geprägt ist. Der Gesang von Matteo Gelsomino macht den Sound von Novelists FR jedoch letztendlich zu dem, was er ist. Die Band bleibt sich treu und veröffentlicht nach „Souvenirs“ und „Noir“ erneut ein Album mit französischem Titel.

Auch zu Beginn wird klar, dass nicht nur die Namensgebung dem selben Schema folgt. „Somebody Else“ klingt nach genau dem, was man von einer Band wie Novelists FR erwarten kann. Ein gut geschriebener Song, der mit technischem Metalcore-Riffing, guten Grooves und schön platzierten Vocals gespickt ist. Alles in allem eine sehr runde Sache, wie auch die folgenden Songs unter Beweis stellen. Auch die ruhige Seite beherrscht die Band noch, wie sie mit „Lilly“ unter Beweis stellen. Dieser Song ist etwas ruhiger, wenn auch trotzdem mit Shouts bestückt. Das langsamere Tempo lässt den Impact, den dieser Song hat, aber viel größer wirken, als dies bei den ersten beiden Songs des Albums der Fall ist.

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„Modern Slave“ beginnt aggressiv und mit starkem Djent-Unterton. Hinter diesem Song verbirgt sich einer der härtesten Novelists FR-Songs, die auf „C’est La Vie“ zu finden sind. Zusammen mit Synthesizern und harschen Shouts wirkt der Beginn von „Modern Slave“ viel angepisster, als die vorherigen Songs. Doch auch einen eingängigen Chorus hat der Song zu bieten. In diesem offenbart sich eine gute Vocalproduktion, die dem ganzen Song einen Anstrich verpasst, der mit einer Band wie Monuments vergleichbar ist. Dafür spricht auch die orientalisch anmutende Tonart, die „Modern Slave“ einen mysteriös klingenden, exotischen Klang verpasst.

Es ist aber auch der Kontrast im sehr atmosphärischen Cleanpart des Songs, der mit weit produziertem Schlagzeug in den Chorus überleitet und „Modern Slave“ zu einem abwechslungsreichen und spannenden Song macht. Letztendlich stellen Novelists FR mit einem Gitarrensolo unter Beweis, dass sie all die Elemente, die ihren Sound ausmachen, in einen Song packen können. Auch weil dieser Song am ehesten an die Anfänge der Band erinnert, wird „Modern Slave“ wohl vielen Fans zusagen und ist einer der stärksten Tracks auf dem gesamten Album.

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Der Titeltrack von „C’est La Vie“ ist hingegen, wie auch „Lilly“ eine ziemlich ruhige Nummer, die durch weiblichen Gesang ergänzt wird und den Sound von Novelists FR ziemlich weich und zugänglich macht. Tatsächlich wirkt der Song wie ein sanftes Kissen, in das man sich behutsam fallen lassen kann, ohne Sorge sich den Kopf zu stoßen. Aber vielleicht ist diese Sicherheit auch einen Ticken zu viel und hinter die Band daran anzuecken und Spannung zu erzeugen. Mit „Human Condition“ findet sich zum Abschluss des Albums ein weiterer typischer Novelists FR-Song auf dem Album. Es ist fast schon bewundernswert, wie treu die Band ihrem Sound bleibt, denn ein Song wie dieser ist selbst für jemanden, der die Band nur flüchtig kennt, klar zuzuordnen.

Wer auf melodischen Metalcore steht, der auch teils leicht technisch angehaucht ist, und es zusätzlich lieber clean als hart hat, der wird auch mit der neuen Scheibe von Novelists FR sehr zufrieden sein. Es scheint jedoch, als trauten sich die Franzosen nicht aus ihrer Komfortzone heraus, denn die meisten Songs klingen wirklich so, als hätten Novelists FR sie schon für die letzte Platte geschrieben. Das festigt zum einen den Sound der Band immens, lässt aber auch ein wenig die Abwechslung im Repertoire vermissen. Nun ja, „C’est La Vie“ – wie die Franzosen sagen. Am Ende ist es eine individuelle Entscheidung, ob man sich etwas anhören möchte, das es schon einmal gegeben hat, oder ob man lieber möchte, dass sich eine Band weiterentwickelt. Novelists FR gehen auf Nummer sicher und finden darin ihre Stärke, die auch „C’est La Vie“ zu einem guten Metalcore-Album macht.

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Beitragsfoto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schaefer (Cat Eye Photography)

Fazit

7/10
· Gut

Das „Problem“ das „C’est La Vie“ innewohnt, ist, dass Novelists FR ihrem Schema nach wie vor folgen. Dies mag zum einen für Fans der Band ein willkommenes Unterfangen sein, da sich der Sound der Franzosen nur marginal verändert hat. Zum anderen wirkt es aber auch so, als hätte man all die Songs auf diesem Album schon einmal gehört. Die Innovation fehlt im Großen und Ganzen und auch die Experimentierfreude wurde eingestellt. Nichtsdestotrotz ist „C’est La Vie“ ein gutes Album, das durch gut geschriebene Songs und eine starke Produktion zu glänzen weiß. Mehr als das ist es aber leider auch nicht, weshalb es sich schwer damit tut aufzufallen, oder sich gar von anderen Releases abzuheben.

Novelists - C’est La Vie

Novelists

C’est La Vie

Album

VÖ 24. Januar 2020

cd · vinyl

Sharptone Records

▶Tracklist 9 Songs
  1. 1Somebody Else
  2. 2Deep Blue
  3. 3Lilly
  4. 4Modern Slave
  5. 5C’est La Vie
  6. 6Head Rush
  7. 7Kings Of Ignorance
  8. 8Rain
  9. 9Human Condition
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