
Feral Hymns
Album
Sascha kennt sich als gelernter Veranstaltungstechniker ganz gut mit Technik aus und ist deswegen auf Festivals und Shows meistens hinter der Kamera anzutreffen und sieht zu, dass dort alles funktioniert und gut aussieht. Ansonsten kümmert er sich hauptsächlich um die Postproduktion von Interviews für den MCTV Channel auf YouTube. In seiner Freizeit stalkt er User und Bands auf Twitter, macht selbst Musik oder produziert Musikvideos und versucht sich als Filmemacher. Außerdem guckt er so an die 350 Filme im Jahr und wird sich nicht davor scheuen, euch welche zu empfehlen.
Solo-Projekte von bekannten Frontern von Bands sind immer eine sehr knifflige Sache, wie ich doch finde. Entweder sie klingen so wie in ihrer eigentlichen Kombo oder eben ganz anders. Und irgendwie ist beides nicht wirklich zufriedenstellend. Nachdem der Boysetsfire-Sänger Nathan Gray letztes Jahr unter dem Namen „Nathan Gray Collective“ ein sehr düsteres Album veröffentlicht hat, kommt dieses Jahr sein erstes „richtiges“ Soloalbum. Und was soll ich sagen? Damit haben sich beide meiner Prophezeiungen erfüllt. Aber dazu jetzt mehr.
Nathan Gray hat stimmlich nichts eingebüßt
Der erste Song auf „Feral Hymns“ heißt „As The Waves Crash Down“. Am Anfang hört ein sehr leichte E-Gitarre und dann fängt Nathan auch schon an zu singen. Grundsätzlich ist das Album eher auf der weicheren Schiene einzuordnen. Nathans wundervolle Stimme wird meistens nur von einer akustischen oder leicht angezerrten elektrischen Gitarre begleitet und ab und an kommen auch mal ein paar Streichinstrumente hinzu. Auf ein Schlagzeug oder ähnliches wird komplett verzichtet.
Viel mehr lässt sich auch nicht über „Feral Hymns“ sagen. Neben drei Songs seiner alten Band „Casting Out“ ist auch noch der Boysetsfire-Song „Across Five Years“ als Akustik-Version auf der Platte enthalten. Das, was wohl am meisten heraussticht sind die Texte und die Gesangsmelodien, die Gray an den Tag legt. Man kann über den Mann sagen, was man will, aber er hat wirklich eine wundervolle Stimme.
Fazit:
Es fällt mir ganz schwer eine richtige Bewertung für „Feral Hymns“ zu finden. Jeder Song ist einzeln für sich wirklich schön arrangiert und klingt toll. Aber irgendwie sticht kein einziger Song wirklich heraus und auch nach mehreren Durchläufen kann ich mir nicht merken, welcher Song hinter welchem Titel steckt. Wenn jeder Song nach einer Boysetsfire-Ballade klingt, baut sich einfach keine wirkliche Spannung auf.
Tatsächlich wirkt das Album mit seiner Instrumentalisierung in Kombination mit Nathans unfassbarer Stimme sehr beruhigend auf mich. Wenn man sich mit einem Buch und einer warmen Tasse Kakao auf die Couch setzt, kann man dieses Album sicherlich im Hintergrund laufen lassen und genießen.
Wertung: 6,5/10
Künstler: Nathan Gray
Album: Feral Hymns
Release: 19.01.2018

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