
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Es gibt etwas Neues auf die Ohren und das direkt aus der Hauptstadt. Nach zwei Jahren voller Konzerte, Festivals und einer intensiven Studiozeit steht die neue Scheibe „Ende offen“ von den Jungs von Alex Mofa Gang beim Plattenhändler eures Vertrauens. Die Fünf, die ihre Musik selbst als Pop mit Punkwurzeln bezeichnen, sind in den letzten Jahren immer weiter gewachsen. Von Support-Shows für Bands, wie Zebrahead, Jennifer Rostock und Massendefekt, hin zu ausverkauften Headliner-Shows.
Der Titel „Ende offen“ gibt bereits Hinweise darauf, was die Fans von dem neuen Album, auf insgesamt 12 Songs erwarten können. Gradlinige Aussagen und ein Potpourri aus Themen und Einflüssen, welches die Fans aus ihrem Alltag reißt und hinein in die Welt von Alex katapultiert.
Genauso gradlinig beginnt das Album mit dem ersten Song und einer, der mittlerweile drei, Singleauskopplungen „Ende offen“. Die Aufbruchstimmung wird sofort deutlich. Er geht gut nach vorne und man hat gleich das Live-Feeling, das Kribbeln eines beginnenden Konzerts in der Magengegend. Dieses Feeling wird durch „Erstmal für immer“ noch weiter verstärkt. Eine wunderschöne Ode an die Festivalzeit, in der die Welt außerhalb des Campingplatzes vermeintlich still steht. Zwischen morgendlicher Kater-Melancholie und dem Tanzen im Konfettiregen, spielt der Song mit den unterschiedlichen Eindrücken und beschreibt das, was jeder Festivalgänger schon einmal erlebt hat.
Allerdings werden auf „Ende offen“ auch deutlich ernstere Töne von Alex Mofa Gang angeschlagen. So wird in „Alles Robotisiert! (I am in love)“ die rasante Technisierung und die entstehende Abhängigkeit zwischen Mensch und Technik auf eine ironische Art und Weise kritisch behandelt. Mit „Düsenjäger“ richtet sich die Band in wütendem Ton gegen das politische Wegsehen und spricht sich unter Anderem für die Rettung von Geflüchteten aus.
„Es ist vorbei“ erzählt von dem Ende einer Beziehung und der Realisierung bzw. der Verarbeitung, dass der Abschnitt mit einer anderen Person vorbei ist. Das Ganze verpackt in einem poppigen, tanzbaren Gitarren-Song, der trotz der Schwere der Thematik zum Springen animiert und den Stil der Band zeigt. Diese Aufbruchsstimmung, welche auch über dem Album generell prangert, wird ebenfalls in „Mensch, Ludger!“ deutlich, in dem es auf ironische Art um das Glücklich werden geht und darum, dafür auch etwas aufzugeben. Abgeschlossen wird diese Thematik und auch das gesamte Album mit dem Song „Treibholz“, der eine sehr persönliche und verletzliche Seite aufzeigt. Hier geht es darum, dass Familienleben und das Künstlerdasein unter einen Hut zu bekommen. Sänger Sascha Hörold singt von der Ungewissheit und dem Ziel aus dem „Baukastenleben“ des Künstlers ein Zuhause bauen zu wollen.
Foto: Alex Mofa Gang / Offizielles Pressebild
Fazit
„Ende offen“ wird sowohl eingefleischten Fans von Alex Mofa Gang als auch Freunden der poppigen Rockmusik, welche die Band noch nicht kannten, gefallen. Das Konzept hinter dem Album, die zusammenhängende Stimmung des Aufbruchs und die ironische Darstellungsweise geben ein rundes Bild ab, überraschen allerdings recht wenig. Man bekommt das, was versprochen wurde. Ein solides Album, das den Zuhörer aus der Realität ziehen und gleichzeitig wachrütteln möchte. Das Ganze in einer tanzbaren Gute-Laune-Verpackung oder um es mit den Worten der Band zu sagen: „ Ich fühl mich so yeah! Yeah!“.

▶Tracklist 12 Songs
- 1Ende offen
- 2Hinter den Fassaden
- 3Alles robotisiert! (I am in love)
- 4Kleine Schwester Größenwahn
- 5Dieses Mal
- 6Düsenjäger
- 7Erstmal für immer
- 8Es ist vorbei
- 9Helden deiner Jugend
- 10Nacht aus Gold
- 11Mensch, Ludger!
- 12Treibholz

