
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Killer Be Killed. Ein Bandname, der definitiv im Gedächtnis bleibt. Sechs Jahre ist es nun her, seitdem die Band ihren letzten Longplayer veröffentlichte. Mit „Reluctant Hero“ will die Kombo nun den nächsten Schritt in ihrer Diskographie gehen.
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Auf „Reluctant Hero“ erwartet den Hörer der gewohnte Killer Be Killed-Stil. Die Vocals, die zwischen cleanem Gesang und starken Shouts variieren, tendieren allerdings deutlicher zu ersterem. Die Mischung, die dadurch entsteht, erinnert in Songs wie „Deconstructing Self-Destruction“ an Bands wie Avenged Sevenfold.
Insgesamt sind zwei Strömungen auf „Reluctant Hero“ zu erkennen. Zum einen sind es harte Double-Time-Songs, die den Metalcore-Anspruch der Band widerspiegeln, zum anderen deutlich groovigere Songs, die ein Mid-Tempo aufweisen und gleichzeitig zum Headbangen einladen. Zur letzteren Sorte gehören beispielsweise Songs wie „Dream Gone Bad“ oder „Comfort From Nothing“.
Killer Be Killed zeigen ihre Version von modernem Metal – und was noch?
Eines fällt allerdings beim Hören der neusten Veröffentlichung von Killer Be Killed auf: Insgesamt ist die Variabilität der einzelnen Songs relativ gering. Es sind die zuvor beschriebenen zwei Arten von Songs.
Fans von modernem Heavy Metal mit teils groovigem und teils „core-igem“ Einfluss werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen, da die Stücke modern produziert sind. Erwartet ein Hörer allerdings Experimentelles, den Genreaufbruch oder ein breiter abgedecktes musikalisches Feld, so wird er enttäuscht werden.
Die Stimmung, die die Band auf „Reluctant Hero“ verbreiten möchte, schafft in Teilen den Weg in die Herzen der Hörer. „The Great Purge“ ist da definitiv ein positives Beispiel, da das Zusammenspiel aus modernem Metal-Sound gepaart mit den Chören eine gelungene Mischung abgibt. Zum Ende des Songs verliert allerdings auch dieses Stück seine Einzigartigkeit.
Die letzten drei Stücke auf „Reluctant Hero“ bilden hingegen eine Steigerung des Vorherigen. Auch wenn der Song „Animus“ kaum länger als eine Minute geht, so findet er einen direkten und positiv dreckigen Einstieg. Hinzu kommt ein harter Doublie-Time-Part, der seinesgleichen sucht.
Die Verwendung der cleanen Vocals bügelt die anfänglichen Kanten allerdings schnell wieder aus, wodurch dem Song trotz seiner Kürze am Ende etwas die Puste ausgeht. „Dead Limbs“ hingegen wirkt von Beginn bis Ende deutlich stringenter und weckt mit seinen Thrash-Elementen eine tiefgehende Stimmung, die definitiv bleibt.
Mit dem Titeltrack zeigen Killer Be Killed was sie können
Mit dem Titeltrack „Reluctant Hero“ nehmen sich Killer Be Killed noch einmal über sechs Minuten Zeit. Zeit um den anfangs eher ruhigen und zurückhaltenden Song aufzubauen, Instrumente gezielt einzusetzen. Hier ist besonders die Gitarre zu nennen, die im Verlauf des Songs zweistimmig gespielt wird.
Auch wenn die härteren Parts des Songs die Monotonie des Albums aufgenommen haben, so steht die Gesamtmischung des Stücks und die Vielfältigkeit der Band sehr gut. Von solchen Ausflüchten würden wir uns gerne noch mehr wünschen.
Foto: Victor Yeung / Offizielles Pressefoto
Fazit
Mit „Reluctant Hero“ knüpfen die Herren von Killer Be Killed nahtlos an den Stil des vorherigen Seftitled-Albums an. Der Modern Metal-Sound überzeugt durch Einflüsse aus Groove und Thrash Metal sowie des Metalcore; insgesamt bleibt das Album allerdings sehr nah bei seinen Wurzeln. Darüber hinaus schafft es die geschaffene Stimmung eher selten zu Überzeugen, wodurch sich eine gewisse Monotonie mit Blick auf das Gesamtwerk breit macht. Fans der Musik und der Band werden allerdings auf ihre Kosten kommen und Spaß mit der Platte haben.

▶Tracklist 11 Songs
- 1Deconstructing Self-Destruction
- 2Dream Gone Bad
- 3Left Of Center
- 4Inner Calm From Outer Storms
- 5Filthy Vagabond
- 6From A Crowded Wound
- 7The Great Purge
- 8Comfort From Nothing
- 9Animus
- 10Dead Limbs
- 11Reluctant Hero