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Massendefekt - Pazifik
Review

Massendefekt

Pazifik

Album

VÖ 16. Februar 2018
Nadine Ciechocinski/13. Februar 2018
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N

Nadine Ciechocinski


Wenn aus einem Benefiz-Band-Projekt eine der etabliertesten Punkrock-Bands im Ruhrgebiet wird, dann reden wir natürlich von Massendefekt. Seit 2001 rocken die vier Meerbuscher mit Leib und Seele, mit fetzigen Songs und absoluten Mitsinghits. Das neue und bereits siebte Album „Pazifik“ soll sich also in diese Erfolgsgeschichte eingliedern und angeblich die bisher stärkste Platte des Quartetts sein. Da bin ich doch mal neugierig, denn auch ich als gebürtige Pottlerin bin in den letzten Jahren nicht an dieser Band vorbeigekommen.

Massendefekt starten mit einem starken Opener

Zu Anfang bin ich sehr skeptisch was den Opener angeht. Ich bin kein Fan davon, einen gleichnamigen Song zu Anfang eines Albums zu packen, vor allem wenn dieser erst einmal vor sich hinklingt, anstatt direkt reinzukrachen. Aber nach ein paar Durchläufen hätten es Massendefekt nicht besser machen können. „Pazifik“ ist ein geiler Track, emotionsgeladen und frei herausgeschrieen von Fronter Sebi und direkt mitsingbar. Spätestens im Refrain packt dieser Song jeden Zuhörer und geht mitten ins Herz. Singt mit, schreit mit und genießt den fetten Sound.

Generell bewegt sich der Longplayer auf einer sehr straighten und harten Schiene, was bei einem Punkrocker auch nicht anders zu erwarten sein sollte. Aber im Gegensatz zu vielen Spielereien auf den Vorgängerplatten kommt „Pazifik“ viel rauher und schnörkelloser um die Ecke, auch wenn dieses Mal die politische Message ein wenig weiter in den Vordergrund rückt. So sind zum Beispiel „Maschinenmenschen“ und „Zwischen Löwen und Lämmern“ recht gesellschaftskritisch und ein wenig gewöhnungsbedürftig.

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Ein Kracher jagt den nächsten, mein persönlicher Lieblingssong „Wo ich dich finde“ überzeugt von Anfang bis Ende und lässt auch den letzten Tanzmuffel zum Beat mitwippen und vielleicht sogar die ein oder andere Zeile mitsingen. Insgesamt hauen Massendefekt soviel Message raus, dass sich jeder in „Pazifik“ wiederfindet. Egal ob die Jugend mit „Von Horizont zu Horizont“ betrauert wird oder man sein eigenes Leid hinterfragen sollte wie in „Glanz der Sonne“ greifen die Punkrocker immer wieder Themen auf, die einen ergreifen und mit hartem und ehrlichem Sound überzeugen.

Hochkaräter jagt Hochkaräter

Absolutes Highlight ist allerdings der wirklich top geschriebene Track „In/die Hölle“. In den letzten Jahren sind die Indie-Bands wie Unkraut aus dem Boden geschossen und gehen wohl jedem, der ein wenig Musikgeschmack hat, tierisch auf die Nerven. Und genau darum geht es in diesem Song. Dickes musikalisches Arrangement, gepaart mit einem so intelligentem Text, der jedem ein Lächeln auf die Lippen zaubern dürfte, lässt „In/die Hölle“ direkt auf meine Bestenliste der coolen Rocker schießen. Solltet ihr auf jeden Fall mal reinhören, echt mega gelungen.

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Auch der zweite Teil des Albums kommt krachend und ballernd um die Ecke, jedoch bleibt hier nicht so viel im Ohr wie bei den ersten Tracks. Aber ist in erster Linie nicht so tragisch, denn „Pazifik“ lässt sich trotzdem in einem Rutsch Durchhören und rockt sich durch Mark und Bein auch wenn es zum Beispiel bei „Freier Fall“ und „Niemandsland“ auch kurz mal etwas melodischer werden darf, was die Gitarren angeht. Schadet nicht, aber wäre auch nicht unbedingt nötig gewesen.

Das bisher stärkste Album der Band

Während sich also zwölf starke Tracks durch den Gehörgang bohren, darf gerockt, getanzt und gefeiert werden. So vereint der Ender, der passenderweise den Namen „Am Ende“ trägt, nochmal alles zuvor Gehörte und lässt den Fan mit einem geilen Gefühl zurück und dem Bedürfnis, die ganze Platte nochmal von vorne zu hören.

Alles richtig gemacht! Mit knapp 40 Minuten zieht sich „Pazifik“ nicht unnötig in die Länge sondern tritt krachig auf, knallt einem in die Fresse und verzieht sich dann ganz schnell wieder. Scharfsinnig, ironisch und aufrichtig regen die Songs nicht nur zum Tanzen sondern auch zum Denken an, ohne zu sehr zu kritisieren und polarisieren, sondern geben eher den Spielraum, sich seine eigene Meinung zu bilden. Und das finde ich, ist ein ziemlich starkes Stück auf einer Punkrock-Platte.

Ich stimme meiner Aussage zu Anfang absolut zu: „Pazifik“ ist das bisher stärkste Album von Massendefekt und überzeugt auf ganzer Linie. Für Fans der Band ist diese Scheibe ein abolutes Must-Have in der Sammlung, doch auch Liebhaber des Genres werden hier fündig und so wird die Kombo mit diesem bombastischen Silberling sicher den ein oder anderen Neuankömmling an Land ziehen können. Wenn ihr also einfach mal wieder abzappeln wollt und euch den Schmerz des Lebens von der Seele schreien möchtet, dann besorgt euch dieses Teil. Absolut empfehlenswert.

Wertung: 9/10

Band: Massendefekt

Album: Pazifik

Release: 16.02.2018

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Massendefekt - Pazifik

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Pazifik

Album

VÖ 16. Februar 2018

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Massendefekt

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