
Musiker durch und durch. Ein Leben ohne Mucke machen, hören und live erleben, gibt es für Malin nicht. Dementsprechend ist Musik auch Malins Lieblings-Gesprächsthema. Und damit er seinem Umfeld damit nicht zu sehr auf die Nerven geht, schreibt er einfach für MoreCore. Die neuesten Alben von altbekannten und gefeierten Artists, vom Underdog aus dem Nischengenre, von lokalen Konzerten oder den großen Festivals – you name it – Malin wird euch etwas dazu erzählen. Als Schlagzeuger, Musiklehrer und Student der sozialen Arbeit findet er, dass man Musik und Menschen nicht trennen kann oder sollte, denn nichts macht Musik schöner, als die Gemeinschaft und das Miteinander. Wenn er euch nicht gerade von seiner Plattensammlung berichtet, probt und schreibt er wahrscheinlich mit seiner Band Small Strides, stopft sich den Bauch mit Guacamole voll oder steht am Fenster und beobachtet die Hunde in der Nachbarschaft.
Musiker:innen mit prominenten Eltern haben es ja immer ein wenig schwer, ihre eigene Duftmarke in der Musikwelt zu hinterlassen. Für Bono-Sprössling Elijah Hewson ist das bis jetzt zum Glück noch kein großes Problem gewesen. Natürlich spürt man bei seiner Band Inhaler hin und wieder mal den Einfluss von U2. Dennoch haben die Dubliner im vergangenen Jahrzehnt ihr ganz eigenes Süppchen gekocht, das nun mit “Open Wide” seine nächste Evolutionsstufe erreicht. Startete das Quartett auf ihrem großartigen Debüt “It Won’t Always Be Like This” (2021) noch in hymnischen Indie Rock-Gefilden, so entwickelte sich ihr Sound über “Cuts & Bruises” (2023) mehr in Richtung von tanzbarem Indie Pop.
Dementsprechend sinnig trifft das lushe und groovige Soundbild auf uns, dass uns Inhaler nun auf “Wide Open” servieren. Angesiedelt zwischen The 1975, Cage the Elephant und den neuesten Outputs von Paramore und Hayley Williams schaffen es die Iren, eine gut zugängliche Platte zu kreieren, die vor allem zum entspannten Viben einlädt. “Open Wide” mag im hinteren Drittel ein wenig vor sich hinplätschern, kann aber dafür mit einer ganzen Riege an Hits gleich zu Beginn punkten. So setzen sich “Eddie In The Darkness”, sowie die Vorabsingles “Your House” und “A Question Of You” durch ihre Catchigkeit und die starken Refrains mühelos im Kopf fest.
Inhaler ergänzen ihre Formel um neue Elemente
Was die Platte zudem spannend macht, sind die neuen Einflüsse, die Inhaler auf “Open Wide” unterbringen. So wird der Refrain von “Your House” durch den Einsatz eines Gospelchors aufgewertet, während Elemente wie elektronische Toms, Synths und Chorus-Gitarren (“Billy”, “Even Though”, “All I Got Is You”) die 13 Tracks mit einem sehr passenden 80er-Touch versehen. Der Titeltrack wiederum startet mit einem House-ähnlichen Beat, “Still Young” dippt leicht in Americana-Gefilde, während das Riffing in “X-Ray” fast schon Royal Blood-Feeling heraufbeschwört. All diese Elemente machen ihren fünften Langspieler hörenswert, selbst wenn im Songwriting ein wenig zu sehr auf Nummer sicher gegangen wird.
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Beitragsbild: Lewis Evans / Offizielles Pressefoto
Fazit
Inhaler führen ihren Sound auf ihrem dritten Album weiter in Richtung von tanzbarem Indie-Pop und ergänzen ihn durch eine Vielzahl an 80s-Elementen. Auch wenn die Iren ihre stärksten Songs schon in der ersten Hälfte abfeuern, tragen Vibe, Produktion und die vielseitige Soundgestaltung “Open Wide” von ganz alleine. Fans erster Stunde dürften jedoch erneut ihre Schwierigkeiten haben, bei der neuen Marschrichtung des Quartetts mitzuziehen. Aber auch wenn man kein zweites “It Won’t Always Be Like This” bekommt, macht man am Ende des Tages nichts falsch damit, der Platte trotzdem eine Chance zu geben.

▶Tracklist 13 Songs
- 1Eddie In The Darkness
- 2Billy (Yeah Yeah Yeah)
- 3Your House
- 4A Question Of You
- 5Even Though
- 6Again
- 7Open Wide
- 8All I Got Is You
- 9Still Young
- 10The Charms
- 11X-Ray
- 12Concrete
- 13Little Things