
Julian ist bei uns immer der Mensch, der anfängt zu wirbeln, wenn viele Projekte aufblühen; hier mal eine Review, da mal ein Live-Bericht, dann wird da mal der Rock am Ring Content geplant und jetzt, zu guter Letzt, die MoreCare-Woche, unsere Initiative zur Mental Health Awareness. Wenn er mal nicht selber hinterm Schlagzeug sitzt oder sich mit Musik beschäftigt, ist Julian mit unserem guten Philip und unserer Julia am Rodarock beteiligt oder in sozialen Projekten und Beratungen in Aachen und Umgebung beschäftigt. Womit ihr ihn immer gut abfangen könnt? ‘ner guten Nudelsuppe! Falls er also mal wegen eines Interviews in einer eurer Städte ist, nennt ihm eure Hotspots!
Als unser Jonas die neue DragonForce-Scheibe „Extreme Power Metal“ bei uns ankündigte, konnte ich nicht an mich halten; Gitarrengefrickel, eine ordentliche Packung Schmalz und Epos, ballernde Drums? Da bin ich doch dabei.
Ich meine, jeder von uns kennt das weltbekannte “Through the Fire and Flames”, jeder kennt die (inzwischen sehr oft widerlegten) Gerüchte, dass die Band live ihre Songs nicht wie auf Platte bringt, jeder kennt den puren Cheese, den die Band uns seit Jahren beschert… also ab dafür. Langhaarperücke auf, Lederjacke an und rein da!
Beginnend mit ihrer ersten Single-Auskopplung “Highway to Oblivion” schickt uns die Band direkt in die Richtung, die auch schon Herman Li über “Extreme Power Metal” prophezeit hat: “[…] das Beste von DragonForce, aber dieses Mal auf eine noch größere, epischere und spektakuläre Weise.” Aber hält das auch das Album durch?
Mit “Cosmic Power of the Infinite Shred Machine”… ja, der zweite Song heißt wirklich so. JEDENFALLS. Mit dem zweiten Song geht es direkt im 16tel Doublebass-Gehämmer weiter, während uns Marc Hudson mit seiner Power Metal-Stimme wieder seine hohen Refrains um die Ohren scheppert. Was wäre aber dieser Songname ohne massives Geshredde? Gar nichts. Deshalb gibt es es mehrere Minuten Gitarren- und Synthiesoli, wobei die Tasten dieses Mal von keinem Geringeren als Coen Janssen von Epica behämmert werden.
Als nächstes kommt mit “The Last Dragonborn” eine Hommage an…. na was wohl. Die alten Twitch-Fanatiker haben überall und immer wieder kleinere und größere Referenzen an die Gaming-Community eingebaut, Teile des Recording-Prozesses wurden eben auch gestreamt. Nicht der stärkste Song, aber dafür kommt mit dem nächsten auch wieder ein absoluter Ohrwurm!
Auch hier schaffen es die Briten wieder die besagte Packung „Cheesy…ness“ mit epischen Gitarren und einem, für mich, absolut hörenswerten Refrain zu basteln.
Ich könnte jetzt immer weiter und weiter damit gehen, aber ich wiederhole mich bei den Dragonforce-Songs; und ist er das, der große Kritikpunkt? Ist es alles “too much”? Wird man komplett “weggeshreddet”? Ja und nein. Das ganze Album macht tierisch Spaß und ich muss immer wieder grinsen, gerade beim letzten Song. Leider sind, für mich, teilweise auch ZU abgefahrene Solo-Stellen drin, die aber auch NIE an Drive verlieren. Es ist quasi eine Achterbahn, nur eben eine ganze Stunde lang. Kann man hören, kann aber auch anstrengend werden.
Aber der letzte Song? Leute, selten ein SO GUTES Cover gehört: Es ist nämlich eine Original-“Extreme Power Metal”-Version von “My Heart Will Go On”! Stilecht zum schmalzigsten Song des letzten Jahrhunderts kommt ein 8-Bit Intro, das in das beste Power Metal-Cover aller Zeiten mündet. Ist der Ausdruck vielleicht etwas übertrieben? Maybe. Passt es zur Band? Sicherlich. Wer da aber nicht mitsingen kann, ist selbst schuld.
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Foto: DragonForce / YouTube: „Highway to Oblivion (New Official Video)“
Fazit
Eine, für meine Ohren, extrem gut klingende Power Metal Scheibe, die all die “Shred”-Fans mit Tränen in den Augen zurücklassen wird. Ausgelassene Soli, tolle Refrains und in fast jedem Song absolute Mitträller-Melodien lassen mich hier grinsend zurück! Chapeau, die Herren!

▶Tracklist 10 Songs
- 1Highway to Oblivion
- 2Cosmic Power of the Infinite Shred Machine
- 3The Last Dragonborn
- 4Heart Demolition
- 5Troopers of the Stars
- 6Razorblade Meltdown
- 7Strangers
- 8In a Skyforged Dream
- 9Remembrance Day
- 10My Heart Will Go On (Celine Dion Cover)