
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Es musste ein wenig Zeit ins Land ziehen. Genau genommen waren es zwei Jahre, die vergingen, seitdem The Dangerous Summer neue Musik veröffentlichten. Das neue Album „Coming Home“ erscheint am 26. August 2022 und es wirkt beinahe so, als würden The Dangerous Summer einen tiefgelben Herbst einläuten. Wie das klingt, das konnten wir bereits für euch herausfinden.
The Dangerous Summer liefern musikalische Bilder
Es dürfte zahlreiche Bilder geben, die man mit dem neuen Album vergleichen könnte. Sei es eine Beziehung in ihren Höhen und Tiefen oder der Beginn eines Herbstes, auf den ein düsterer, schwerer Winter folgt. So beginnt der erste und gleichzeitig der Titeltrack „Coming Home“ mit dem Geräusch einer Vinyl, die langsam ihr Normaltempo erreicht. Es wirkt beinahe wie die alte Leier: Hier kommt der Herbst! Und genau so einnehmend wie die Farben im bunten Blätterwald, so ist auch der breite Sound des Songs, der wehmütig ist, dessen Strophen minimalistisch aus Schlagzeug, Gesang und Klavier bestehen und der einen gewohnten The Dangerous Summer-Sound aufweist.
Und so scheint es, als würde sich die Band im Verlauf des Albums mit sich selbst und der Vergangenheit auseinandersetzen. Stücke wie „Polarity“ oder der bereits veröffentlichte Song „All I Ever Wanted Was A Chance To Know Myself“ wirken ruhig, reflektiert und weisen einen schweren Rock-Sound auf, der beinahe an die Mitte der 2000er erinnert. Letzterer besitzt darüber hinaus vielerlei Möglichkeiten, live zu einem richtigen Brett zu werden. Es gibt nämlich einige Möglichkeiten der Publikumsinteraktion.
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Und wie verläuft das so in der dunklen Jahreszeit? Richtig, es gibt ein paar schwere und dunkle Tage. Diese musikalisieren The Dangerous Summer durch Songs wie „Sideways“, der besonders durch den Kontrast der ruhigen und beinahe gebrechlichen Vocals und dem satten Punsh des Schlagzeugs auffällt. Ein anderes Beispiel stellt „Gold Star“ dar, dem auch eine Ruhe inne wohnt, diese fließt im Verlauf des Songs allerdings harmonisch hin und her. Hervorgerufen wird das durch die Keyboards, die die Stille zwischen den restlichen Instrumenten zart füllt.
Aber dann gibt es sie doch, die positiven und schönen Tage eines jeden Herbsts und eines jeden Winters. Die Tage, an denen die Sonne die Wolken durchbricht und an denen alles perfekt zu sein scheint. „Dimensional Love“ ist einer dieser Tracks. Der durch seine Synthesizer sogar eine weitere Farbe in das Bild um „Coming Home“ hinzufügt. Dabei überkommt die Hörer*innen sogleich das Gefühl eines Highschool-Films und so kitschig das klingt, genau das benötigte „Coming Home“ noch. Alles wird sogleich ein bisschen mehr Sepia.
Was ist schon makellos?!
Aber nicht alles am Album ist perfekt und emotionsgeladen und es scheint so, als wäre das auch nicht der Anspruch der Herren von The Dangerous Summer. „Meet Me In The Morning“ ist einer dieser Songs, der gerne an die emotionale Achterbahnfahrt anknüpfen würde, es allerdings leider nicht ganz schafft, Gefühle im gleichen Maße zu transportieren und auch beim Hören von „Someday“ scheint es so, als wären die Emotions-Akkus aufgebraucht. Zu guter letzt ist „Big Green Eyes“ zwar ein ruhiger und fühlender Akustik-Song, neben der Gitarre, die das einzige Instrument des Liedes darstellt, würde man sich im Hintergrund vielleicht trotzdem einen Bass oder einen zurückhaltenden Beat wünschen, der dem Ganzen eine minimale Steigerung verleihen würde.
Was ist für viele das Schönste an einem langen, dunklen Winter? Die ersten Sonnenstahlen, der Tau des Schnees, die ersten Vögel, die zurückkehren. Genau damit beginnt der letzte Song – mit Vogelgezwitscher. „Goodbye“ liefert eine positive Endstimmung und forciert darüber hinaus ein Gefühl des Aufbruchs und der Wärme. Das führt dazu, dass man final versöhnlich mit The Dangerous Summers‘ „Coming Home“ auseinandergeht und es sicherlich nicht bei lediglich einem Hördurchlauf belassen wird… Der nächste Herbst wird ja kommen.
Foto: The Dangerous Summer / Offizielles Pressebild
Fazit
„Coming Home“ von The Dangerous Summer nimmt die Hörer*in mit auf eine Reise, packt sie auf der emotionalen Seite und lässt sie erst nach elf harmonischen Songs wieder los. Auch wenn die Platte zeitweise an der Grenze zur gefühlstechnischen Abgedroschenheit steht, so überschreitet sie diese nicht. Im Gegenteil. „Coming Home“ berührt und stellt den Soundtrack für eine Zeit dar, die jeder Mensch kennt.

▶Tracklist 11 Songs
- 1Coming Home
- 2All I Every Wanted Was A Chance To Know Myself
- 3Sideways
- 4Dimensional Love
- 5Big Green Eyes
- 6Gold Star
- 7Meet Me In The Morning
- 8Polarity
- 9Wide Open
- 10Someday
- 11Goodbye