
Kevin als das MoreCore-Nordlicht zu bezeichnen, würde wahrlich zu kurz greifen. Zwar ist der leidenschaftliche St.Pauli-Fan in Hamburg zuhause, hat aber unverkennbar sowohl rheinländische als auch italienische Wurzeln. Genau so vielfältig wie sein Stammbaum sind auch seine Aufgaben bei MoreCore. Teil des Headquarters, Feel Good Manager und Redakteur auf allen Ebenen. Wie man daneben noch Zeit für Langstreckenläufe und den Viersaiter in einer Pop Punk-Band findet, weiß wohl nur Kevin selbst. Aber egal, was er macht: Er macht es gut und mit ganz viel Herzblut.
Da haben die Fans wirklich drauf gewartet! Mit „New Age Filth“ veröffentlichen Hail The Sun ihr fünftes Studioalbum. Released wird dieses Musikstück in Kooperation von Rude Records und Equal Vision Records. Wir haben es geschafft, schon einmal ein Ohr auf die zehn neuen Songs zu werfen und wollen euch unsere Eindrücke nicht vorenthalten.
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Der vielspurige, detailreiche Sound der Band wurde von Album zu Album zu einer Art Markenzeichen. Hinzu kommt der herausstechende Gesang von Schlagzeuger Donovan Melero. Das Album wurde gemeinsam mit Produzent Kris Crummett geschaffen, der auch schon mit Bands wie Dance Gavin Dance zusammenarbeitete.
„Domino“, der erste Song des Albums, ist gleichzeitig eine Single, die bereits vor Veröffentlichung des Albums erschien. Die Band schafft es dabei, durch ihren verspielten Gitarrensound eine Leichtigkeit zu erschaffen, die gleichzeitig durch die Schwere des Schlagzeugs einen gelungenen Gegenpart erfährt. Dabei geht der dynamische Song verspielt voran, setzt den Gesang in den Vordergrund und überrascht trotz allem durch den ein oder anderen Blastbeat-Part.
Hail The Sun bleiben progressiv
Mit „Slander“ beweist die Band erneut ihren experimentellen Ansatz. Durch das besondere Augenmerk auf den Drums wirkt das Stück gekonnt holprig, was an den Taktlängen des Tracks liegt. Die ruhigeren Passagen des Stücks wirken dabei geradezu poppig, werden allerdings gegen Ende des Songs durch harte Screams und ein rockiges Gitarrenriff abgelöst.
Darf es etwas Epos sein? So könnte man den Beginn des Songs „Solipsism“ bezeichnen. Die Wechsel der einzelnen Beats machen den Track dabei sehr vielseitig. Der Gesang passt sich den einzelnen Stimmungen, die dem Song innewohnen an, indem unterschiedliche Effekte darauf liegen. Beendet wird das Stück durch das Dröhnen einer ruhigen Soundwand, die nahtlos in den nächsten Song, „Misfire“ übergeht.
Die ganz große Show?
Insgesamt wirkt dieses Stück recht theatralisch, was gesanglich noch einmal verstärkt wird und dem ein oder anderen Hörer etwas zu viel des Guten sein könnte. Diesen Eindruck erhält man darüber hinaus auch beim Song „Slipped My Mind“. Es ist allerdings zu sagen, dass der zweite Teil des Stücks deutlich stärker ist und einen gradlinigeren Sound aufweist (im Rahmen der Band).
Ein emotionales Highlight bietet „Made Your Mark“. Das Stück ist insgesamt deutlich ruhiger, behält seine stampfende Natur allerdings über den gesamten Song verteilt bei. Die Emotionalität erzeugt hier eine Schwere, die dem gesamten Album eine weitere Note verleiht. Der Song „Devaluation“ versucht im Verlauf des Albums ähnliches, zerstört die vorher aufgebaute Dramatik allerdings durch die recht verspielten Gitarren-Lines.
Beendet wird „New Age Filth“ durch den Track „Punch Drunk“. Hail The Sun legen hier noch einmal ihren gewohnten Stil an den Tag und ziehen somit einen Rahmen zum Anfang des Albums. Auffallend ist, dass es die Band schafft, durch eine Art Spotlight auf eines der Instrumente unterschiedliche Stimmungen zu generieren, was eine eher seltene Herangehensweise darstellt.
Foto: Lindsey Byrnes / Offizielles Pressebild
Fazit
Mit ihrem fünften Album „New Age Filth“ bleiben Hail The Sun ihrer Linie treu. Die Songs sind vielseitig, verspielt und besitzen dennoch an der ein oder anderen Stelle Schwere und Härte. Dem ein oder anderen Hörer kann der teilweise nahezu gekünstelte Schleier des ein oder anderen Songs sauer aufstoßen. Dieser war allerdings auf vorherigen Platten ebenfalls hörbar. Dieser Schleier beeinflusst allerdings auch die Wahrnehmung der unterschiedlichen Emotionen, wodurch diese teilweise getrübt wird.

▶Tracklist 10 Songs
- 1Domino
- 2Slander
- 3Solipsism
- 4Misfire
- 5Made Your Mark
- 6Slipped My Mind
- 7Parasitic Cleanse
- 8Hysteriantics
- 9Devaluation
- 10Punch Drunk