
Aus den Untiefen des Internets direkt auf eure heimischen oder mobilen Empfangsgeräte gestolpert: Hier ist Monsi! Seit Jahren schon enthusiastischer Leser dieser illustren Beiträge, die wir hier so posten, hat er sich Anfang des Jahres ein Herz gefasst, sich beworben, und ist jetzt mit Feuereifer bei uns dabei! Zur Zeit sind die redaktionelle Arbeit sowie Rezensionen seine Steckenpferde. Letztere sind auch durch ihn erstmalig im Morecore Universum auch in Videoform zu erleben! Was er noch in Zukunft so anzustellen vermag? Wir werden es erleben! Eins steht fest: Er kam, um zu bleiben!
Wohin nur mit Groovenom (oftmals stilisiert als GrooVenoM)? Nachdem die Band sich 2018/2019 einer musikalischen Metamorphose unterzog, erwartet uns nun das zweite Album im neuen musikalischen Gewand. „Mitten ins Herz“ soll uns auf eine Reise durch die „härtesten Lovesongs aller Zeiten“ nehmen. Ob diese Reise dem geneigten Zuhörer zu gefallen weiß, klären wir in den folgenden Absätzen.
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Die härtesten LOVESONGS?!
Gleich zu Beginn kann man eine Sache ohne Weiteres festhalten. Auf „Mitten ins Herz“ ist der Name Programm. Alle Songs drehen sich um das Thema Liebe. Meistens jedoch nicht so, wie man es erwarten könnte. Zuweilen gehen Groovenom das Thema sehr düster und dreckig an. Liebe ist eben nicht nur heile Welt. So besingen/beschreien die Gesangsartisten „Mr.Sanz“ und „Tightuz“ Geschichten von hoffnungsloser Trauer („Nüchtern“) und Selbstzweifel („Defekt“) bis hin zu manipulativen toxischen Beziehungen („Das Beste“).
Dabei geht es in einigen Textpassagen auch mal gerne etwas frivoler und direkter zu. Das könnte dem ein oder anderen Zuhörer vielleicht etwas zu direkt sein, anderen wird diese direkte Dichtkunst bereits aus der „Neuen Deutschen Härte“ bekannt sein.
Vom Kontrast belebt
Und wenn wir thematisch schon bei Härte sind, können wir gleich über die Musik sprechen. Hierbei erweist sich „Mitten ins Herz“ als zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite stampft die Band in ihren Strophen unerbittlich vorwärts. Das Ganze wird von Industrial-Synthies, simplen Gitarrenriffs und trockenen Screams begleitet.
Auf der anderen Seite brechen diese straffen Strukturen zum Refrain hin auf und machen den Weg für rockigere Melodien und leicht angerauten Gesang frei. Sowohl Riffs als auch Gesang halten sich hierbei an Melodieführungen, die sich zuweilen in der Dark Wave- und Dark Electro-Szene wiederfinden lassen. Ein willkommener Kontrast zu den eher simplen und vorantreibenden, komponierten Strophen.
STUMPF IST TRUMPF?
Es wäre jetzt auch unfair, das Album nur auf die Songs zu beschränken, die auf diese simplen Strukturen zurückgreifen. Denn gerade in den Passagen in denen Groovenom ihre Härte nicht so durchdringend ausspielen, klingt „Mitten ins Herz“ am besten. Gerade die Songs „Vergiftet“ und „Warum weinst du“ klingen durch ihre Abweichung von der auf der Platte vorherrschenden Norm und ihren Genre-Mix aus NDH und Dark Wave-Elementen sehr vollkommen.
Durch diese Kontraste wird das Album spätestens ab dem zweiten Durchlauf über seine knapp 52 Minuten nicht langweilig. Lediglich der letzte Song, ein Instrumentalstück im Industrial-Stil, fällt etwas aus dem Rahmen und lässt „Mitten ins Herz“ auf einer durchaus befriedigenden, aber minimal unstimmig wirkenden Note enden.
WAS BLEIBT?
Abschließend lässt sich nur noch die Frage stellen: Was bleibt von „Mitten ins Herz“? Für mich bleibt ein Album, welches mich mit einem gesunden Mix aus NDH und Dark Wave-Elementen sowie einigen musikalisch ansprechenden Songs begeistern konnte. Lediglich die Vocals und die für meinen Hörgenuss eeeeetwas zu lange Spielzeit sind Punkte, bei denen ich noch „Verbesserungsbedarf“ sehe.
Jedoch muss hier ganz klar gesagt werden, dass „Mitten ins Herz“ nichts für jedermann ist. Gerade wie die Themen in den Songs ausformuliert werden, könnte nicht jedem schmecken.
Zudem könnten dem geneigten Zuschauer die simplen, aber harten Riffs in den Strophen über das Album hinweg ein bisschen zu gleich klingen. Letzten Endes muss das aber jeder für sich selbst herausfinden, also schmeißt den Streamingdienst eurer Wahl an und führt euch die neuen Klänge von Groovenom zu Gemüte. Ich für meinen Teil bereue es kein bisschen, „Mitten ins Herz“ eine Chance gegeben zu haben.
Foto: Leigh Schneider Photography / Offizielles Pressebild
Fazit
Groovenom dringen auf "Mitten ins Herz" weiter in die Gefilde der düsteren Szene vor. Viele Songs überzeugen durch ihre Härte und ihre eingängigen Refrains. Jedoch muss man schon eine gewisse Affinität für "Neue Deutsche Härte", Darkwave sowie Industrial und die damit einhergehende Lyrik mitbringen, um sich von Groovenom "mitten ins Herz" treffen zu lassen. Bringt man diese Affinität mit, hat man mit diesem Album erfreuliche 52 Minuten und eventuell in Zukunft einige Tracks in der Playlist, auf die man sich freuen kann.

▶Tracklist 17 Songs
- 1Deine Liebe
- 2Neid
- 3Du bist es wert
- 4Vergiftet
- 5Warum weinst du?
- 6Ich bin
- 7Defekt
- 8Nüchtern
- 9Ein Name
- 10Das Beste
- 1140 Sekunden
- 12Käfig aus Glas
- 13Lauf weiter
- 14Ein neuer Tag
- 15Vergiftet (Bonus Version)
- 16Defekt (Cypecore Remix)
- 17Deine Liebe (Piano Remix)