
Damals noch für den eigenen Musikblog geschrieben, entschied sich Maik 2015 bei MoreCore anzuheuern und nahm unseren Jonas gleich mit. Mittlerweile kümmert er sich als Redakteur um den Bereich "Features und Interviews", legt auf unseren MoreCore Partys auf, betreibt mit Linn unseren Podcast "Kerngeschäft" und ist auch immer mal wieder vor der Kamera bei MCTV zu sehen. Im Team gilt er insgeheim als das sympathische Multitalent. In seiner Freizeit sammelt er Schallplatten, schaut so ziemlich jedes Fußballspiel und isst für sein Leben gerne Pizza.
Immer dann, wenn geliebte Bands eine Pause (auf unbestimmte Zeit) einlegen oder die Instrumente dauerhaft in den Schrank sperren, werden die Soloprojekte der jeweiligen Mitglieder besonders interessiert verfolgt. Nicht selten wird man als Fan auch dann enttäuscht, wenn der musikalische Output eher nicht nach dem klingt, was man zuvor so heiß und innig in sein Herz geschlossen hatte.
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Ganze sechs Jahre sind seit Title Fight’s letzter Platte „Hyperview“ vergangen – doch Faulheit kann man Frontmann Ned Russin absolut nicht vorwerfen. Mit seinem Solo-Projekt Glitterer veröffentlichte Russin seit 2017 zwei EPs und eine LP, um nun mit „Life Is Not A Lesson“ Album Nummer zwei nachzulegen.
Entstand der Vorgänger „Looking Through The Shades“ noch im Studio von Co-Producer Arthur Rizk (Code Orange, Power Trip), so entschied sich Russin bei „Life Is Not A Lesson“, den Hauptteil der Produktion selbst zu übernemen. Lediglich punktuell griff Zwillingsbruder Ben in Sachen Aufnahme und Performance unter die Arme, während Mixing und Mastering wieder Rizk übernehmen durfte.
Glitterer: wie ein Tagtraum
Gerade vor dem Hintergrund des Entstehungsprozesses muss man seinen Hut vor dem nehmen, was Glitterer auf „Life Is Not A Lesson“ präsentiert. Wenn 80s-Synthies auf introvertierten Post-Punk treffen und Russin sich dabei fragt “Didn’t want to want it all / Found a word, made me feel small … Didn’t want it / Did I now?”, lässt er den Zuhörer ziemlich ratlos zurück.
Doch genau das macht den Zauber von „Life Is Not A Lesson“ aus: Eben nicht zu wissen, was das Leben ist, sondern die Gewissheit, was es eben nicht ist: eine Lektion.
Das mag zwar hochgestochen klingen, erklärt aber die Gedankenwelt von Russin und den insgesamt zwölf Songs, die eine Gesamtlänge von nur knapp über 20 Minuten haben. Kurze Songs, die keiner richtigen Struktur folgen und dadurch mehrere Anläufe benötigen, um wirklich greifbar zu werden.
Wird dies an anderer Stelle kritisiert, so macht es doch genau den Charme von „Life Is Not A Lesson“ aus. Ein Soundtrack für eine Zeit, wo Orientierungslosigkeit an der Tagesordnung steht.
Foto: Farrah Skeiky / Offizielles Pressebild zu Glitterer
Fazit
Ned Russin alias Glitterer präsentiert mit "Life Is Not A Lesson" ein höchst interessantes zweites Album, das irgendwo zwischen Dream-Pop und Post-Punk ein Fenster in eine Gedankenwelt öffnet, in der es viel zu entdecken gibt.

▶Tracklist 12 Songs
- 1Bodies
- 2Are You Sure?
- 3Try Harder Still
- 4Little Backward Glance
- 5How A Song Should Go
- 6The End
- 7Didn't Want It
- 8Indeed
- 9Birdsong
- 10I Made The Call
- 11Fire
- 12Life Is Not A Lesson