Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Die erste Jahreshälfte 2023 lässt wohl das Herz eines jeden Punk-Fans höher schlagen. Mit „Rambazamba & Randale“ erscheinen am 14.04. neue Klänge aus dem Hause Rogers. Seit ihrer vergangenen Platte „Mittelfinger für immer“ zogen bereits ganze vier Jahre ins Land. Umso gespannter kann man auf den neuen Sound der Düsseldorfer Band sein. Wir haben bereits vor Release ein Ohr in das gute Stück stecken können und geben euch gerne unseren Eindruck mit auf den Weg.
Was macht guten Punk denn eigentlich aus? Sind es klare Ansagen, sowohl musikalisch, als auch textlich? Eine politische Grundmessage? Ist es der Rotz der Straße? Und wie tolerant ist dieses Genre eigentlich gegenüber weiteren musikalischen Einflüssen? Schauen wir uns das doch einmal an.
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Die Rogers finden die richtige Ansprache!
„Rambazamba & Randale“ beginnt sofort mit dem Titeltrack des Albums. Damit legen die Rogers gleich zu Beginn ihre Karten auf den Tisch. Der Song, der anfangs noisy beginnt, steigt im Anschluss mit einem kompromisslosen, schnellen Riff rein. Inhaltlich besingt die Band die lange Zeit des Wartens, was durchaus auch im Corona-Kontext gesehen werden kann. Einen passenderen Einstieg kann man nicht finden. So werden von Beginn an die Weichen für ein treibendes Album gestellt.
Auch der Song „Du machst mich fertig“ strotzt vor Energie und verfolgt musikalisch eine klare Linie. Dabei kommen beim Hören beinahe Pop-Punk-Vibes auf, die an einen KennyHoopla oder ähnliche Künstler*innen, die einer Travis Barker Drumline unterliegen. Textlich entfernt sich das Lied von der Gradlinigkeit ein Stück weit, da es gekonnt mit der Doppeldeutigkeit des Ausdrucks „fertig machen“ spielt (für alle Sprach-Nerds: Es handelt sich um ein Januswort).
„Kein Respekt für Scheiße“ ist, wie der Titel vielleicht vermuten lässt, gradlinig und findet eine direkte Wortwahl. Darin schaffen es die Rogers, einen Rundumschlag gegen all die Dinge und Personen auszuteilen, die sie anpissen. Insgesamt fühlt sich das schon alles sehr nach Punk an.
Auf Rambazamba & Randale gehen Punk und politische Haltung Hand in Hand
Punk war und ist ein Ventil das Anzusprechen, was aus der eigenen Sicht falsch läuft. Damit ist dieses Genre prädestiniert für politische Songs. Bereits in der Vergangenheit haben die Rogers bewiesen, dass sie nicht vor politischen Songs zurückschrecken. Auf „Rambazamba & Randale“ setzen sie dieses Bild weiter fort. So ist „Freunde lassen Freunde…“ auf der einen Seite ein Loblied auf die Freundschaft, schafft es darüber hinaus mit Zeilen, wie „Freunde lassen Freunde keine Polizisten sein“ eine politische Haltung mit ganz viel Ohrwurm-Potenzial zum Ausdruck zu bringen.
Auch „Komm wir sterben aus“, ein Track, der bereits als Single veröffentlicht wurde, greift globalrelevante Thematiken auf. Mit einem treibenden Beat unterlegt, besingen die Rogers die Zerstörung der Welt. Der positiv klingende Grundton legt dabei den Gedanken nahe, dass es für die Erde wohl das beste wäre, wenn die Menschheit nicht mehr darauf leben würde. Ein Gedankengang, der eher selten in Songs anklingt.
Schmutzig aber geil!
Ist es nicht schön, wenn man die Kritik anderer zum eigenen Vorteil nutzen kann? In der Vergangenheit wurde den Rogers sicherlich häufiger die Frage gestellt, ob man „wirklich punk“ sein kann, während man auf einem Major Label unterwegs ist. Diese Kritik greift die Band im Song „Rapstar“ auf und geht mit der Thematik mehr als humoristisch um.
Doch damit nicht genug. Songs, wie „Aus Versehen“, oder „Arbeiten“ greifen das Punk-Thema sehr direkt auf. Dieses mag für den einen oder die andere vielleicht ein wenig plakativ wirken, musikalisch aufbereitet funktionieren die Songs, bleiben im Ohr und sind absolut tanzbar. Besonders „Aus Versehen“ muss sich durchaus die Kritik gefallen lassen, dass eine „wir gegen euch“-Argumentation zu Teilen recht simpel wirkt. Hier könnten sich die Geister an der ein oder anderen Stelle scheiden.
Die Elektro-Rogers!
Ganz so schlimm, wie in der Überschrift beschrieben, ist es natürlich nicht. In Stücken, wie „Rapstar“, oder „Mein Leben gegen die Wand“ schwingen deutliche elektronische Einflüsse mit. Und diese Kombination funktioniert hervorragend. Der raue Sound der Songs wird dadurch ein Stück weit aufgeweicht und gleichzeitig einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. Die musikalische Vielfalt nimmt zu und eine weitere stilistische Farbe wird auf „Rambazamba & Randale“ hinzugefügt. So funktioniert modernes Songwriting!
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Pia Böhl (piaboehl)
Fazit
Mit "Rambazamba & Randale" schaffen die Rogers eine spürbare Weiterentwicklung ihrer Songs. Eins ist klar, Rogers sind und bleiben Punk, darüber hinaus beinhalten die Stücke aber weitaus mehr. Der Spagat zwischen persönlichen Themen und global relevanten Inhalten wird gemeistert und auch der Verlauf der Stücke, was Sound und Tempo angeht, variiert angenehm. "Rambazamba & Randale" kann sich definitiv sehen (und hören) lassen und wird auch über die Release-Zeit hinaus für einigen Wirbel sorgen!

▶Tracklist 15 Songs
- 1Rambazamba & Randale
- 2Rapstar
- 3Du machst mich fertig
- 4Gute alte Zeit
- 5Freunde lassen Freunde…
- 6Komm, wir sterben aus
- 7Mein Leben gegen die Wand
- 8Kein Respekt für Scheiße
- 9Paris
- 10Nicht so wichtig
- 11Oscar
- 12Aus Versehen
- 13Robben
- 14Arbeiten
- 155 Sterne, gerne wieder


