
Markus Seibel
Paleskin präsentieren mit dem zweiten Album „Euphoric End“ ein Werk, das randvoll mit Alternative-, Metalcore- und vor allem Melancholic-Sounds gefüllt ist. Die einst stark vertretenen Rock-Einflüsse werden über Bord geworfen, obwohl vereinzelte Momente noch an die Vergangenheit erinnern („Reflections“, „Our Love (Was Something You Forgot)“ und „Do You Believe Me?“).
Trotz der Fülle von Liedern dauert die Mehrheit nicht lange, bis der Funke überspringt. Somit verschwenden Paleskin keine Zeit, um krachend und melancholisch die aggressiven und kritisch sozialpolitischen wie persönlichen Texte vorzustellen. Die dargebotenen Songs lassen jedoch kaum Raum für eine tiefere Wirkung, und es fehlt ein spezifischer Moment, der bleibenden Eindruck hinterlässt.
Ein magisches dreieck
ABER: „Euphoric End“ ist eine stringente Fortführung dessen – und Bandchef Casper Frisk beweist wieder einmal, dass er zu den absoluten Fachmännern schwedischer Krachinstanzen gehört. Nur ausgewiesene Puristen könnte das vergleichsweise glattgezogene Klangbild möglicherweise etwas enttäuschen.
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Die musikalische Finesse macht „Euphoric End“ zwar nicht zu einem Glanzstück erster Güte, jedoch zu einem rundum gelungenen Album. Für das ganz große Werk fehlt es Paleskin aber auch auf ihrem neuen Werk noch an der perfekt austarierten Stilmischung. Dennoch: Es geht in die richtige Richtung.
Des Weiteren überraschen die Schweden unter anderem in „Love Me, Slow“, „Near Heaven“ und „Take Me There“ mit ganz eigenen Perspektiven.
Paleskin lieben die spielerische finesse
Spielereien wie harsche Core-Elemente im so furios wie melodisch dahinballernden „Our Love“ oder „Rest, Forever“ bringen Abwechslung ein und heben Paleskin`s „Euphoric End“ von anderen, weniger kreativ, passioniert und durchschlagend klingenden Alben ab. Daher bleibt zu sagen: Alles in allem eine wirklich vielversprechende Punktlandung für die Schweden!
Denn einem jungen Hund kannst du viele neue Tricks beibringen. So oder so, den Stoff hat das Trio eben verdammt gut drauf. „Euphoric End“ ist Paleskin, wie sie sein sollen: Eine kraftvolle Mischung aus knallhartem, aber melodischem Alternative/Metalcore, durchdringenden Gitarren-Riffs und der markanten Stimme von Casper Frisk.
Foto: Paleskin / Offizielles Pressebild
Fazit
Wenn Paleskin ihren Biss beibehalten und auf die trotzdem ausladenden Melodien im Gesang nicht verzichten, werden sie auch künftig praktisch alle mit Alternative und Hardcore sympathisierenden Fans ansprechen. Gleichzeitig darf es künftig aber weniger verzerrten Bass und einen ausgewogeneren Mix geben, damit das Hören der sehr guten Songs nicht nur auf dem Kopfhörer ein Genuss bleibt.

▶Tracklist 10 Songs
- 1Euphoric End
- 2Valentina
- 3Absence Of You
- 4Reflections
- 5Our Love (Was Something You Forgot)
- 6Do You Believe Me?
- 7Love Me, Slow
- 8Near Heaven
- 9Take Me There
- 10Rest, Forever