
Erin
Mit nur 17 Jahren hat STORM einen musikalischen Weg eingeschlagen, den nur wenige in seinem Alter schaffen. Bereits 2022 rockte der junge Norweger die Bühne auf dem Summer Breeze Open Air in Dinkelsbühl. Im gleichen Zeitraum veröffentlichte er seine Debüt-EP „Invincible“. Drei Jahre später erscheint nun sein erstes Album „Join The Storm“, das STORM selbst als Mischung aus Chaos und Kraft, Zugehörigkeit und Realitätsflucht beschreibt.
Aus der Sicht eines Aliens
Von Beginn an zeigt das Album seine Vielseitigkeit: Pop-Punk, Balladen, harte Klänge und Metalcore – inspiriert von Bands wie Bring Me The Horizon, Motionless in White, Falling in Reverse und Yungblud. Das Intro „Join the Storm“ wird von einem Sprachteppich begleitet, der an die Anfänge mancher Liveauftritte von Bring Me the Horizon oder Electric Callboy erinnert. Die sanfte Überleitung in den ersten Song „Moonlight“ gelingt. Dennoch stehen im Song selber die verzerrten Riffs stellenweise unharmonisch im Vordergrund stehen.
Trotz mehrerer Auszeichnungen, etwa als „Breakthrough of the Year“ bei den Norwegian Music Publishing Awards, fühlt sich STORM häufig missverstanden. Dies greift er in „Alien Perspective“ auf – einem beatlastigen Track, dessen Strophen musikalisch stark am Titel orientiert sind, während der Chorus klassische Metalcore-Strukturen aufweist.
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Mit „The Walking Dead“ und dem bereits vorab veröffentlichten „Suffocation“ präsentiert das Album zwei ausgereiftere Songs. „Suffocation“ sticht durch das Feature mit Fixation hervor, welche den Elementen aus Hip-Hop, Pop-Punk und sprudelnder Energie, eine Portion Struktur einbringt. „The Walking Dead“ überzeugt mit kraftvollen Screams und einem Gitarrensolo.
Zwischen beiden Tracks findet sich das einminütige „Asphyxiate“, das ausschließlich aus rhythmisch unterlegtem Atmen besteht. Hier wirkt der Track eher wie ein Lückenfüller und fällt aus dem Albumfluss.
Highlights und Balladen
Im mittleren Teil stechen „Black Hole“ und „Running from My Heart“ hervor. „Black Hole“ orientiert sich am klassischen Pop Punk, bei der STORMs Stimme gefestigter klingt. „Running from My Heart“ hingegen, ist die angekündigte Ballade des Albums.
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Besonders der Albumcloser „Fever Dreams“ mit Snak the Ripper hebt sich ab. STORM zeigt hier erneut, dass er sowohl mit Rap als auch verzerrter Stimme gut umgehen kann und lebt das in diesem Song richtig aus. Zusammen mit dem Feature von Snak the Ripper macht es den Track zum Highlight des Albums.
Ein schwacher Moment dagegen ist „Fame“. Aufbau, Chorus und Tonlage erinnern stark an Falling in Reverse. Ob das purer Zufall ist oder seiner Liebe zu zur Band zum Opfer, bleibt offen. Abgesehen davon fehlt dem Song die Kreativität und Individualität, die das Album sonst auszeichnen.
Trotz kleiner Schwächen ist STORM mit „Join the Storm“ ein solides Debüt gelungen. Das Album vermittelt einen jungen, ungestümen Eindruck, manchmal etwas „over the top“, gelegentlich an Idolen orientiert, durchaus auf der Suche nach musikalischer Orientientierung,aber immer mit Leidenschaft.
„Join the Storm“ ist ein Album, dem man eine Chance geben sollte – und STORM ein Künstler, den man weiter im Blick behalten sollte.
Foto: Elisabeth Anker Jakobsen / Offizielles Pressebild
Fazit
STORM bringt frischen Wind in die Szene: Sein Debütalbum "Join the Storm" überzeugt durch Energie und Vielseitigkeit, wobei "The Walking Dead" und "Fever Dreams" klar zu den Highlights zählen. Kleinere Schwächen – wie Lückenfüller oder erkennbare Einflüsse von Idolen – verleihen dem Album die Ecken und Kanten, die man bei einem jungen Künstler durchaus erwarten darf.

▶Tracklist 10 Songs
- 1Join the Storm
- 2Moonlight
- 3Alien Perspective
- 4Walking Dead
- 5Asphyxiate
- 6Suffocating (feat. Fixation)
- 7Black Hole
- 8Fame
- 9Running from My Heart
- 10Fever Dreams (feat. Snak The Ripper)