
Als Redakteurin bei MoreCore.de versorgt Laura ihre Leser:innen mit den heißesten News aus der alternativen Musikszene. Sie hat ein besonderes Faible für Deathcore, aber ihre Liebe zur Musik erstreckt sich über eine breite Palette von Genres. Seit neuestem versucht sich Laura am Schlagzeug – und geht dabei ihren Nachbar:innen gehörig auf den Keks. Immerhin geht es ab und zu auch etwas ruhiger zu, denn neben der Musik zählt Gaming zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen. Von Baldur's Gate 3 kommt sie seit Monaten nicht los…
Aggressiv, kraftvoll und dynamisch: Like Moths To Flames melden sich mit einem lauten Knall zurück. Am 10. Mai 2024 bringt das Metalcore-Gespann seinen sechsten Longplayer „The Cycles Of Trying To Cope“ auf den Markt. Es handelt sich hierbei um die zweite Veröffentlichung über das Label UNFD, vier Jahre nach dem Vorgänger „No Eternity In Gold“ (2020). Wie gewohnt in geballter Metalcore-Manier, jedoch mit dem ein oder anderen besonderen Kniff.
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Like Moths to Flames starten kraftvoll
„Angels Weep“ wurde bereits als Single veröffentlicht und setzt gleich zu Beginn den Ton für den Rest des Albums: Verspielte Riffs, schnelle Drums und kraftvolle Screams von Frontmann Chris Roetter machen Lust auf mehr. Das schnelle Tempo setzt sich in „Paradigm Trigger“ und „Over the Garden Wall“ fort, die Vocals preschen nach vorne, wirken zum Teil regelrecht verzweifelt.
Nach so viel Power gibt es in „Gone Without A Trace“ eine kleine Verschnaufpause. Etwas melodischer und mit stärkerem Fokus auf Cleans, die doch sehr stark an die „Dark Divine“-Ära 2017 erinnern „Kintsugi“ fällt ebenfalls in dieses Raster. Das war’s aber auch schon mit den weniger „harten“ Songs, denn im Rest des Langspielers geht es mit einer konstanten Brutalität weiter.
Der Großteil der Tracks folgt keiner einheitlichen Struktur – und das ist auch gut so. Like Moths To Flames bedienen sich an verschiedenen Elementen, die sie Häppchenweise einstreuen. Seien es energische Wechsel von Cleans zu Screams wie in „Dissociative Being“, plötzliche tiefe Growls wie in „The Shepherd’s Crown“ oder Blastbeat-Momente wie in „To Know is to Die“, bei denen man sich direkt wie im Circle Pit fühlt.
Stimmiges Gesamtkonzept
„The Cylcles of Trying To Cope“ ist aber nicht nur soundtechnisch interessant, sondern überzeugt auch mit einem durchdachten Konzept: Es handelt sich um ein sehr persönliches Album, untermauert von Chris Roetters herausragender Vocal-Performance. Man merkt, dass viel Herzblut in den Langspieler eingeflossen ist. Er beschreibt es wie folgt:
„Die Platte verkörpert die vielen verschiedenen Emotionen, die wir durchleben, wenn wir versuchen, im Leben zu wachsen. In den letzten Jahren habe ich wirklich versucht, einige dieser Emotionen als Katalysator zu nutzen, um das zu bewältigen, was ich gerade durchmache. Ich denke, wir alle haben unsere eigenen Wege, damit umzugehen, und das sind meine.“
Jeder Song erzählt eine andere Geschichte, handelt von einem anderen Gefühl und porträtiert dieses auf eine eigene Art und Weise. Schlafstörungen, Angstzustände, Hoffnungslosigkeit, innere Leere… Obwohl jeder Track eine andere Emotion thematisiert, hängt alles doch irgendwie zusammen. Schaut man sich die Musikvideos und Visualizer der im Vorfeld veröffentlichten Tracks „Angels Weep“, „Paradigm Trigger“, „Kintsugi“ und „Dissociative Being“ an, zieht sich der rote Faden immer länger. Alles wirkt düster, leicht melancholisch und teilweise surreal.
„What Do We See When We Leave This Place“ bildet den offiziellen Abschluss der Platte, samt Mitsing-Chorus und „Hau-drauf“-Versen, wie man es von Like Moths To Flames eben kennt.
Apropos „wie man es eben kennt“: Die Band bleibt sich mit ihrem neuen Longplayer grundsätzlich treu. Das kann man nun so oder so interpretieren. Das Album hält zwar ein Metalcore-Brett nach dem nächsten bereit und ist für das, was es rüberbringen will, richtig gut. Dennoch hätten ein oder zwei Features nicht geschadet. Guest Vocals sucht man im gesamten Repertoire der Metalcorer vergeblich. Doch das ist Meckern auf hohem Niveau. Wem das nichts ausmacht, wird an „The Cylcles of Trying To Cope“ garantiert Freude haben.
Foto: Like Moths To Flames / Offizielles Pressebild
Fazit
Like Moths To Flames servieren mit „The Cycles of Trying To Cope“ richtig guten Metalcore, der im Gedächtnis bleibt. Sie halten an ihrem gewohnten Sound fest, schaffen es aber gleichzeitig, genug Abwechslung in ihre Tracks einzubauen. Herausragend ist die emotionale Vocal-Performance von Frontmann Chris Roetter, der auf der Platte seine gesamte Range zur Schau stellt. Ein stimmiges Album mit klarer Message, das sowohl alte als auch neue Fans begeistern wird.

▶Tracklist 12 Songs
- 1Angels Weep
- 2Paradigm Trigger
- 3Over the Garden Wall
- 4Gone Without a Trace
- 5Dissociative Being
- 6The Shepherd's Crown
- 7To Know is to Die
- 8Kintsugi
- 9Everything That Once Held It Together
- 10The Depths I Roam
- 11What Do We See When We Leave This Place
- 12Soul Exchange (Bonustrack)

