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Chasing Dreams - time won’t tear us apart
ReviewAlternativePost-HardcoreRock

Chasing Dreams

time won’t tear us apart

Album

VÖ 27. September 2024cd · vinyl
Malin Jerome Weber/29. September 2024
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
M

Musiker durch und durch. Ein Leben ohne Mucke machen, hören und live erleben, gibt es für Malin nicht. Dementsprechend ist Musik auch Malins Lieblings-Gesprächsthema. Und damit er seinem Umfeld damit nicht zu sehr auf die Nerven geht, schreibt er einfach für MoreCore. Die neuesten Alben von altbekannten und gefeierten Artists, vom Underdog aus dem Nischengenre, von lokalen Konzerten oder den großen Festivals – you name it – Malin wird euch etwas dazu erzählen. Als Schlagzeuger, Musiklehrer und Student der sozialen Arbeit findet er, dass man Musik und Menschen nicht trennen kann oder sollte, denn nichts macht Musik schöner, als die Gemeinschaft und das Miteinander. Wenn er euch nicht gerade von seiner Plattensammlung berichtet, probt und schreibt er wahrscheinlich mit seiner Band Small Strides, stopft sich den Bauch mit Guacamole voll oder steht am Fenster und beobachtet die Hunde in der Nachbarschaft.


„time won’t tear us apart“ – “Die Zeit wird uns nicht auseinanderreißen”. Es gibt zwei Dinge, die uns als Menschen immer verbinden werden. Egal, welche Ereignisse einen Keil zwischen uns treiben: Raum und Zeit bleiben unsere ewigen Bindeglieder. Aber auch diese beiden, zunächst einmal physikalischen Größen, bringen ihre Tücken mit sich. Während man allerdings selbst die größte räumliche Distanz noch irgendwie überbrückt bekommt, wird uns die Zeit auf ewig durch die Finger gehen. Von manchen Ereignissen wünschen wir uns, durch die Zeit so weit wie möglich getrennt zu werden. Aber so wirklich in der Hand haben wir das nicht. Genauso unausweichlich ist es, sich durch die Zeit immer weiter von alten Wegbegleiter:innen und insbesondere den von uns Gegangenen zu entfernen.

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Über den Umgang mit solchen Schwierigkeiten philosophieren Chasing Dreams auf ihrer neuen EP. Die fünfköpfige Formation aus dem Ruhrgebiet hat in den letzten zwei Jahren bereits durch viele starke Singles und ihre Debüt EP “How It Was Supposed To Be” (2022) aufhorchen lassen. Auf “time won’t tear us apart” schärfen sie ihren zwischen Alternative Rock und Post-Hardcore angelegten Sound noch ein Stück mehr und betten diesen in einer glasklaren Produktion ein, für die sich einmal mehr Szenelegende Christof Kempe verantwortlich zeigt. Musikalisch bewegt sich das Quintett gekonnt zwischen hymnischen Refrains und druckvollen Riffs, verbinden das Gesamtgeschehen aber durch atmosphärische Abschnitte, die vor allem durch sorgfältig ausgewählte Gitarrensounds brillieren.

Chasing Dreams nehmen uns mit auf eine emotionale Reise

Während der von einem Nu Metal-Riff getriebene Opener “This Is Love.” von seiner Geradlinigkeit lebt, nehmen sich “HELL” und der Titeltrack ein wenig Zeit, um Spannung aufzubauen. In “Not Good Enough” überraschen Chasing Dreams mit punkigen Strophen, die für kurze Zeit fast schon Avril Lavigne-Feeling heraufbeschwören. Jener Song besticht auch durch eine epische Bridge, in der Sängerin Kim Wiesweg noch nicht einmal die hohen Register ihrer Stimme ziehen muss, um eine der eindringlichsten Gesangsmelodien der ganzen EP abzuliefern. Auch wenn sie sich immer wieder an aggressivere oder Spoken-Word-mäßige Passagen herantraut, überzeugt sie am meisten in den großen, emotionalen Refrains und liefert der Band so ihren Wiedererkennungswert.

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Im Großen und Ganzen funktionieren die Songs dank ihrer Schnörkellosigkeit wirklich sehr gut und haben trotz der überschaubaren Strukturen auch ihre Überraschungsmomente parat. Das macht Chasing Dreams generell zu einer sehr zugänglichen Band, die aber definitiv noch das Potenzial in sich schlummern hat, auch weiter außerhalb ihrer Komfortzone abzuliefern. Kleine harmonische Twists wie in “HELL” oder “Not Good Enough” sowie die Entscheidung, die EP mit dem instrumentalen Interlude “Like Glass” zu unterteilen, unterstützen diese These. Die Band will schlicht und weg das kleine bisschen mehr abliefern und zeigt auf “time won’t tear us apart” schon über weite Strecken, dass sie dazu auch in der Lage sind. Wer weiß, auf was wir uns bei einem ersten Langspieler gefasst machen können?

Beitragsbild: Julia Strücker / Offizielles Pressefoto

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Fazit

7.5/10
· Sehr stark

Chasing Dreams verfestigen mit ihrer neuen EP "time won't tear us apart" ihren Status als eine der wichtigsten Newcomer-Bands der hiesigen Alternative/Post-Hardcore-Szene. Die vier Songs glänzen mit eindringlichen Refrains und einer umfangreichen Dynamik, dank der auch alle Instrumentalisten gut zur Geltung kommen. Gepaart mit der makellosen Produktion hat das Quintett definitiv schon alle Zutaten parat, um sich mit ihrem nächsten Release noch ein Stückchen weiter aus dem Fenster zu lehnen und die Grenzen ihres Sounds auszureizen.

Chasing Dreams - time won’t tear us apart

Chasing Dreams

time won’t tear us apart

Album

VÖ 27. September 2024

cd · vinyl

▶Tracklist 5 Songs
  1. 1This Is Love.
  2. 2HELL
  3. 3Like glass
  4. 4Not good enough
  5. 5time won't tear us apart
Streamen
SpotifyApple MusicYouTubeDeezerTidal
Chasing Dreams·Alternative·Post-Hardcore·Rock

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Chasing Dreams
Foto: Chasing Dreams / Offizielles Pressebild

Chasing Dreams

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12 Artikel auf MoreCore

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