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Cane Hill - Kill The Sun
Review

Cane Hill

Kill The Sun

EP

VÖ 16. November 2018
Sascha Grethmann/17. Januar 2019
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S

Sascha kennt sich als gelernter Veranstaltungstechniker ganz gut mit Technik aus und ist deswegen auf Festivals und Shows meistens hinter der Kamera anzutreffen und sieht zu, dass dort alles funktioniert und gut aussieht. Ansonsten kümmert er sich hauptsächlich um die Postproduktion von Interviews für den MCTV Channel auf YouTube. In seiner Freizeit stalkt er User und Bands auf Twitter, macht selbst Musik oder produziert Musikvideos und versucht sich als Filmemacher. Außerdem guckt er so an die 350 Filme im Jahr und wird sich nicht davor scheuen, euch welche zu empfehlen.


Vor etwa einem Jahr hatte ich bereits die Ehre, eine Rezension zum zweiten Langspieler von Cane Hill zu schreiben. Und tatsächlich habe ich „Too Far Gone“ zum Jahresende auch zu meinem Album des Jahres ernannt. 2018 ist aber viel bei den vier Jungs aus New Orleans passiert. Eine erste eigene Headliner-Tour durch die Staaten, viele Support-Gigs durch Europa und sogar ein eigenes Live-Album.

Als dann Mitte November die eine neue EP angekündigt wurde, war die Freude unter der stetig wachsenden Fangemeinde sehr groß. Allerdings handelt es sich bei „Kill The Sun“ um eine „Semi-Acoustic“-Platte und sowas ist gerade bei Metal-Bands immer ein sehr gewagtes Unterfangen. Wer die Szene kennt, der weiß, dass sich diese immer recht schnell und lautstark über die Verweichlichung ihrer Lieblinge beschwert. Oft wird auch die Gier nach mehr Geld vorgeworfen, weil sich Musik ohne Geschrei besser verkaufen lässt. Was es mit den sechs Songs auf „Kill The Sun“ nun wirklich auf sich hat, möchte ich in den nächsten Absätzen mal genauer erläutern.

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Die EP wird mit dem Song „86d – No Escort“ eröffnet und nach einigen tiefen Tönen und einem verhalltem „Hey! Don’t worry ‚bout it!“ startet eine wirklich schöne Melodie auf einer Akustikgitarre. Es klingt im ersten Moment überhaupt nicht mehr nach dem Soundtrack eines Slasher-Films, der mich letztes Jahr so begeistert hat. Aber die wunderschöne Gesangsstimme von Frontmann Elijah Witt hat etwas magnetisierendes an sich. Die psychedelisch-wirkenden Instrumente liegen geschwängert von Hall und anderen Effekten unter den melancholischen Gesanglines und irgendwie packt es mich.

Als zweiter Song ist „Empty“ an der Reihe und dieser startet mit einer spanisch klingenden Akustik-Klampfe. Ja wirklich, kein Scheiß! „Empty“ hat starke Flamenco-Vibes in sich und hat auch ein Waschechtes Akustikgitarrensolo in sich. Witt bleibt textlich weiterhin sehr melancholisch und singt mit angenehmer Kopfstimme durch den ganzen Song.

„Save Me“ startet mit einem Piano-Intro und klingt alles in allem nach einer sehr typischen „Rainy-Day-Ballade“. Allerdings hat der Song eine sehr coole Spannungskurve und baut sich nach und nach weiter auf. Mehr Instrumente kommen mit zunehmenden Verlauf hinzu und es gibt sogar die Andeutung eines Breakdowns. Die Komposition ist unfassbar gut gelungen.

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Als nächstes kommt der Titeltrack „Kill The Sun“ und dieser Song ist meiner Meinung nach auch das Highlight der EP. Eine wunderschöne Gitarrenmelodie mit Witts atemberaubender Gesangstimme und einem Refrain, der sich sofort in den Kopf brennt. Um dem Ganzen noch eins oben drauf zu setzen gibt es ein Saxophon-Solo.

Der vorletzte Song und zugleich auch die zweite Single nennt sich „Acid Rain“ und hier gibt es wieder sehr psychedelische Vibes. Neben dick klingenden Akustikgitarren gibt es dieses Mal sogar Bongos zu hören. Und Witts Stimme. Ich kann nicht oft genug erwähnen, wie schön die Stimme dieses Mannes klingt.

Die EP endet mit „Smoking Man“ und hier ist die Stimmung irgendwie anders. Irgendwie nicht ganz passend zum Rest. Zwar ist die Gitarre immer noch keine elektrische, aber es wirkt alles ein bisschen aufbrausender als vorher. Die Melancholie weicht etwas beiseite und es wird sogar wieder mehr mit Becken am Schlagzeug gearbeitet. Der ganze Song hat etwas Western-mäßiges an sich. Mittig fängt er an sich zu verändern und es kommen bekannte schräge, verzerrte und atonale Gitarren ins Spiel. Der Song baut sich in ein Rauschen und immer lauter werdenden, kreischenden Gitarren auf, bis es dann plötzlich einfach in Stille endet.

Fazit:

Cane Hill haben mit „Kill The Sun“ ein Experiment gewagt und es ist geglückt. Die Gesangsstimme von Elijah Witt sucht ihresgleichen und die Instrumentalisierung ist bei jedem Song perfekt abgepasst. Viele Akustiktracks von Metalbands klingen uninspiriert und langweilig und Cane Hill zeigen mit diesen sechs Songs, dass es auch noch anders geht und beweisen damit, dass sie gute Musiker sind, die mehr können als nur Geballer. Apropos! Auf Twitter hat Frontmann Witt bereits gepostet, dass sie wieder an „heavy stuff“ arbeiten und deswegen ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder ordentlich aufs Fressbrett bekommen. Bis dahin kann man sich sowohl mit dem letzten Album „Too Far Gone“ über Wasser halten oder ein bisschen mit „Kill The Sun“ in Melancholie ertrinken.

P.S.: Lieber eine unfassbar gut geschriebene Sammlung von Akustik-Tracks als nicht ins Schema passende Balladen auf Alben.

Wertung: 9/10

Band: Cane Hill

EP: Kill The Sun

Veröffentlichung: 18.01.2019

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Offizielle Website der Band

Cane Hill - Kill The Sun

Cane Hill

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Foto: Cane Hill / Offizielles Pressebild

Cane Hill

USASeit 2011

Cane Hill ist eine 2011 gegründete Band aus New Orleans. Die Gründungsmitglieder Elijah Witt (Gesang), James Barnett (Gitarre) und Ryan Henriquez (Bass) sind bis heute Teil der Band. Seit 2014 ist Dev…

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