Erin
Erst im Jahr 2023 gründete sich die britische Band Split Chain und veröffentlichte nach einigen alleinstehenden Songs und einer EP am 11. Juli 2025 ihr Debütalbum „motionblur“ über Epitaph Records. Die ersten Singles versprachen bereits viel, doch können Split Chain den Erwartungen auch gerecht werden?
Split Chain liefern energetischen Einstieg
Mit ihren vorab veröffentlichten Tracks „bored. tired. torn.“, „I’m Not Dying To Be Here“ und „who am i?“ gaben Split Chain einen vielversprechenden Einblick in ihr erstes Album. Doch wer erwartet, dass sich die verträumtem Shoegazeklänge der alleinstehenden Songs im Album wiederfinden, der wird direkt zu Beginn überrascht.
Der Opener „Under The Wire“ schlägt eine deutlich härtere Richtung ein, auch die darauffolgenden Songs schließen sich diesem energiegeladenen Stil an. Vor allem mit „bored. tired. torn.“ gelingt der Band ein echtes Highlight. Dieses sich aus der eingängigen Hook und die emotionalen Stimme von Sänger Bert Martínez-Cowles zusammensetzt.
Während die erste Hälfte von energetischen Riffs und markanten Drums geprägt ist, wird der Ton in der zweiten Albumhälfte etwas ruhiger. Dabei verliert es weder an Tiefe oder Abwechslung. Die Songs „greyintheblue“ und „The Place In Between“ laden zum Eintauchen in den atmophärische Welt der Band ein. Allerdings fällt die Kürze der Tracks auf, denn nur wenige Tracks überschreiten die Drei-Minuten-Marke. Ein richtiger Kritikpunkt ist die jedoch nicht. Die Songs wirken harmonisch aufeinander abgestimmt und geben einander genug Raum zum Atmen.
Abwechslungsreiches Songwriting
Mit „Subside“ folgt ein härterer Track, der dem zweiten Teil des Albums einen kraftvollen Impuls verleiht. Wuchtige Riffs und präzise Drums treffen hier auf die verzerrte, druckvolle Stimme von Martínez-Cowles. Split Chain gelingt es, die Atmosphäre der frühen Singles mit der neu gewonnenen Intensität auf dem Album stimmig zu verbinden.
Der abschließende Song „my mistakes…“ hebt sich deutlich vom restlichen Album ab. Mit über fünf Minuten ist er nicht nur der längste, sondern auch der ruhigste Track. Getragen von sanften Gitarrenklängen und der verletzlichen Stimme von Martínez-Cowles, klingt „motionblur“ gefühlvoll und harmonisch aus. Der Song unterstreicht noch einmal die Vielseitigkeit der Band und bildet einen stimmigen Abschluss.
Zwar sind Einflüsse von Bands wie Deftones, Superheaven oder Narrow Head unverkennbar. Doch gelingt es dem Quintett eigenen Geschichten und Ideen überzeugend und ungezwungen einzubinden. Musikalisch bewegen sich die fünf Musiker aus Bristol zwischen Grunge und Nu Metal, immer mit dabei ist der eigene Sound.
Besonders hervorzuheben sind Songs wie „Under The Wire“, „The Space In Between“, „Subside“ und – wie bereits erwähnt – „bored. tired. torn.“, die die stilistische Bandbreite des Albums sehr gut widerspiegeln.
Es bleibt spannend, was die Band, bestehend aus Sänger Bert Martínez-Cowles, Bassist Tom Davies, Schlagzeuger Aaron Black sowie den Gitarristen Oli Bowles und Jake Reid, in Zukunft noch von sich hören lässt.
Foto: Zak Pinchin / Offizielles Pressebild
Fazit
Mit "motionblur" legtenSplit Chain ein starkes Debüt vor, das musikalische Härte, emotionale Tiefe und eine überzeugende Produktion gekonnt miteinander vereint. Die abwechslungsreiche Tracklist wirkt gut durchdacht. Besonders die kluge Platzierung der Songs sorgt dafür, dass das Album durchweg spannend bleibt und Spaß beim Zuhören macht. Ein gelungener Einstand, der neugierig auf mehr macht.

▶Tracklist 11 Songs
- 1Under The Wire
- 2Bored. Tired. Torn.
- 3I'm Not Dying To Be Here
- 4Rookie
- 5Who Am I
- 6Spit
- 7Grey In The Blue
- 8Space in Between
- 9Subside
- 10Headway
- 11My Mistake
